Deeskalation im Nahost-Konflikt: USA und Iran beschließen Waffenruhe -- DAX gewinnt letztlich über 1.000 Punkte -- Wall Street stark -- Ölpreise fallen massiv -- Rüstungsaktien, DroneShield im Fokus
Fed-Protokoll: Langwieriger Iran-Krieg könnte Zinserhöhungen nach sich ziehen. Flugbegleiter der Lufthansa streiken am Freitag. Gerresheimer-Aktie muss SDAX verlassen - Shelly übernimmt. Wells Fargo bleibt ultra-bullish für Goldpreis: So teuer wird Gold Ende 2026. Redcare Pharmacy mit Umsatzsprung in Q1. EVOTEC verringert Verluste. Nordex: Jefferies hebt Ziel an. Apple-Zulieferer profitieren von iPhone Fold-Hoffnung.
Marktentwicklung
Der deutsche Aktienmarkt startete zur Wochenmitte eine phänomenale Erholungsrally.
Der DAX gewann zum Handelsstart bereits kräftig und bewegte sich auch anschließend auf deutlich stärkerem Niveau. Während er den Handel am Vortag noch unter 23.000 Punkten beendet hatte, gewann er am Mittwoch letztlich 5,06 Prozent auf 24.080,63 Zähler.
Der TecDAX startete ebenso deutlich fester und bewegte sich auch weiterhin auf grünem Terrain. Er schloss mit einem Plus von 4,7 Prozent bei 3.586,79 Stellen.
Die überraschende Last-Minute-Einigung auf eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat am Mittwoch an den globalen Finanzmärkten für eine massive Entspannung gesorgt. Als entscheidender Faktor für diesen diplomatischen Durchbruch gilt die Vermittlung Pakistans, was von Börsenexperten bereits als "Geschenk" gefeiert wurde. Die Vereinbarung sieht eine sofortige und weitreichende Einstellung der Feindseligkeiten vor, die neben den US-Verbündeten auch den Libanon einschließt.
Diese Deeskalation löste einen prozentual zweistelligen Einbruch der Ölpreise aus, die zuletzt als primärer Indikator für weltweite Inflations- und Konjunkturängste fungierten. So fiel der Preis für die Referenzsorte Brent zeitweise unter die Marke von 92 US-Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit über zwei Wochen, was den psychologischen Druck auf die Märkte spürbar minderte.
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Die europäischen Aktienmärkte präsentierten sich mit deutlich positiver Tendenz im Mittwochshandel.
Der EURO STOXX 50 eröffnete klar auf positivem Terrain. Anschließend ging es weiter steil bergauf. Sein Schlussstand: 5.892,15 Punkte (+4,6 Prozent).
Nach der überraschenden Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe durch US-Präsident Trump verzeichneten die europäischen Börsen eine kräftige Erleichterungsrally. Die Entspannung im Iran-Konflikt ließ die Ölpreise sowie die damit verbundenen Inflationssorgen deutlich sinken, was gleichzeitig zu fallenden Renditen an den Anleihemärkten führte. Während konjunktursensible Branchen und Industriemetall-Werte von dieser Entwicklung profitierten, gerieten Aktien von Ölkonzernen unter Verkaufsdruck.
Trotz der kurzfristigen Euphorie mahnten Volkswirte zur Vorsicht hinsichtlich der weiteren Zinspolitik. Fed-Gouverneur Philip Jefferson verwies am Vorabend auf einen stabilen US-Arbeitsmarkt, was Zinssenkungen in den USA zunehmend unwahrscheinlich erscheinen lässt - eine restriktive Haltung, die auch die neuseeländische Notenbank am Morgen mit Verweis auf anhaltende Inflationsrisiken bestätigte.
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Die US-Börsen präsentierten sich weit im Plus.
Der Dow Jones gewann zu Beginn bereits hinzu und zog anschließend noch kräftiger an. Zeitweise konnte er gar die Marke von 48.000-Punkten überspringen. Letztlich ging es 2,85 Prozent nach oben auf 47.909,92 Zähler.
Der NASDAQ Composite begann die Sitzung deutlich höher. Auch er verlieb weiterhin in der Gewinnzone. Letztlich ging es hier 2,8 Prozent aufwärts auf 22.635,00 Stellen.
Die Waffenruhe im Iran-Krieg sorgte nach den kräftigen Kursanstiegen in Asien und Europa nun auch an den US-Börsen für deutliche Gewinne. An den Märkten machte sich Erleichterung breit, da die Ölpreise spürbar gefallen sind - ausgelöst durch die Aussicht, dass die vom Iran blockierte Straße von Hormus wieder geöffnet wird. Diese strategisch wichtige Meerenge spielt eine zentrale Rolle im globalen Öl- und Gashandel. Kurz vor Ablauf eines jüngsten Ultimatums von US-Präsident Donald Trump einigten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe sowie die Freigabe der Straße von Hormus. Auch Israels Armee bestätigte, Angriffe auf Ziele im Iran vorerst eingestellt zu haben. Gleichzeitig berichteten Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate von Beschuss aus dem Iran, während Teheran Explosionen am Persischen Golf meldete.Am frühen Abend drohte Iran jedoch wegen der israelischen Angriffe auf die Hisbollah im Libanon, aus der vereinbarten zweiwöchigen Feuerpause mit den USA auszusteigen.
"Marktseitig hat sich das Narrativ eines US-Präsidenten, der wilde Drohungen aussendet, diese aber nicht umsetzt, erneut bestätigt", sagte DZ-Bank-Analyst Sören Hettler. Für nachhaltige Euphorie sei es aber noch zu früh. "Die Positionen der beteiligten Parteien liegen trotz des positiven Signals noch weit auseinander, weshalb die Lage weiter fragil bleibe."
Die asiatischen Börsen zeigten am Mittwoch eine kräftige Aufwärtsdynamik.
In Tokio legte der Nikkei 225 letztlich 5,39 Prozent auf 56.308,42 Punkte zu.
Auf dem chinesischen Festland notierte der Shanghai Composite schlussendlich 2,69 Prozent höher bei 3.995,00 Punkten.
Der Hang Seng stieg in Hongkong um 3,09 Prozent auf 25.893,02 Zähler.
Eine unerwartete diplomatische Wendung sorgte am Mittwoch für eine kräftige Erleichterungsrally an den ostasiatischen Aktienmärkten und lässt die Ölpreise einbrechen. Auslöser ist die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die geplanten Angriffe auf den Iran für zunächst zwei Wochen auszusetzen. Als direkte Reaktion auf diese Deeskalation stürzte der Preis für Brent-Öl um 13 Prozent auf unter 95 Dollar ab.
Trump begründete diesen Schritt mit Vermittlungserfolgen aus Pakistan sowie einem neuen 10-Punkte-Vorschlag aus Teheran. Über seine Social-Media-Plattform erklärte er, dass er auf Bitten der pakistanischen Führung die für die Nacht vorgesehenen "zerstörerischen Angriffe" zurückhalte. Diese Atempause ist jedoch an die strikte Bedingung geknüpft, dass die Islamische Republik die strategisch wichtige Straße von Hormus ab sofort wieder vollständig und sicher für den internationalen Schiffsverkehr freigibt.
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