ETF-Portfolio optimal strukturieren: Wie viele ETFs sinnvoll sind

Mehr ETFs bedeuten nicht automatisch mehr Diversifikation. Ein zu komplexes Portfolio kann Überschneidungen und unnötige Kosten verursachen.
• Mehr ETFs im Portfolio bedeuten nicht automatisch mehr Diversifikation
• Ein breit gestreuter Welt-ETF bildet eine solide Basis
• Für die meisten Anleger reichen ein bis drei ETFs aus
Eine solide Basis mit einem einzigen Welt-ETF
Es geht bei ETFs nicht darum, möglichst viele verschiedene Fonds zu besitzen. Bereits ein gut diversifizierter ETF bietet eine breite Streuung über Länder und Branchen. Mit einem solchen breit aufgestellten Indexfonds lässt sich eine solide Basis für das gesamte Portfolio schaffen. Da solche Welt-ETFs Industrie- und Schwellenländer in einem Fonds kombinieren, entfällt das manuelle Rebalancing. Wie das Wirtschaftsmagazin Capital erläutert, gibt es diese ETFs auch in verschiedenen Nachhaltigkeitsstufen.
Wer etwas mehr Kontrolle über die regionale Gewichtung haben möchte, kann alternativ einen ETF auf Industrieländer mit einem Schwellenländer-ETF kombinieren. Diese Zweierkombination bietet eine globale Abdeckung bei einem ausgewogenen Verhältnis zwischen etablierten Märkten und Wachstumspotenzial.
Anleihen und Themen-ETFs als gezielte Ergänzung
Zur Stabilisierung des Portfolios können auch Anleihen-ETFs sinnvoll sein, besonders bei einem kürzeren Anlagehorizont. Anleihen bieten in der Regel stabilere, wenn auch niedrigere Renditen als Aktien-ETFs und können Schwankungen im Gesamtportfolio abfedern. Je nach individuellen Zielen lässt sich das Portfolio darüber hinaus um Branchen- oder Themen-ETFs ergänzen, etwa aus dem Bereich erneuerbare Energien oder künstliche Intelligenz. Investiert werden sollte dabei allerdings nur in Themen, die der Anleger auch versteht.
Wie das ETF-Fachportal extraETF erläutert, sollte bei der Erweiterung des Portfolios auf sogenannte Klumpenrisiken geachtet werden. Diese entstehen, wenn dieselben Aktien über verschiedene ETFs hinweg mehrfach vertreten sind. Ein typisches Beispiel: Wer einen MSCI World ETF mit einem S&P 500- und einem MSCI-ACWI-ETF kombiniert, hält laut extraETF die grossen US-Technologiewerte mit deutlich erhöhter Gewichtung, ohne echte zusätzliche Streuung zu erzielen.
Eine solide Basis mit einem einzigen Welt-ETF
Für die meisten Anleger reichen laut Capital ein bis drei gut ausgewählte, breit diversifizierte ETFs aus: ein breit gestreuter Welt-ETF als Kern, ergänzt durch einen Anleihen-ETF zur Risikoreduktion und optional einen Themen-ETF zur Schwerpunktlegung. Nur in besonderen Fällen sei eine Erweiterung auf maximal fünf ETFs sinnvoll. ExtraETF empfiehlt Einsteigern ebenfalls, nicht mehr als fünf ETFs ins Portfolio aufzunehmen, um den Überblick zu behalten.
Entscheidend ist letztlich nicht die Anzahl der ETFs, sondern ob jeder einzelne Fonds einen echten Diversifikationsbeitrag leistet. Wer vor dem Kauf eines zusätzlichen ETFs prüft, welche Regionen, Sektoren und Einzeltitel bereits abgedeckt sind, kann Überschneidungen vermeiden und das Portfolio schlank und effizient halten. Bei der Zusammenstellung geht es nicht um Quantität, sondern darum, dass jeder weitere ETF eine sinnvolle Ergänzung darstellt.
Dominik Maier, Redaktion finanzen.net
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