Entscheidende Indikatoren

Gold im Bärenmarkt: Warum sich Morgan Stanley jetzt besonders optimistisch für Aktien zeigt

04.04.26 23:24 Uhr

Sinkender Goldpreis, steigende Aktien? Morgan Stanley sieht jetzt die Mega-Chance für Anleger | finanzen.net

Laut Morgan Stanley dürfte der sinkende Goldpreis ein positives Signal für Aktien sein. Dabei spielt das Verhältnis zum S&P 500 eine wichtige Rolle.

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Gold im Bärenmarkt: Morgan Stanley sieht Chancen für Aktien
• Steigendes Verhältnis zum S&P 500 signalisiert mehr Optimismus
• Sinkende Goldpreise deuten auf nachlassende Marktrisiken hin

Der Goldpreis ist in einen technischen Bärenmarkt gerutscht - und genau das könnte laut Morgan Stanley ein positives Zeichen für den Aktienmarkt sein. Während viele Anleger fallende Goldpreise zunächst als Warnsignal interpretieren, sieht der Morgan Stanley-Analyst Mike Wilson darin eine überraschende Chance für Aktieninvestoren.

Gold im Bärenmarkt: Was dahinter steckt

Gold hat zuletzt deutlich an Wert verloren und ist zeitweise mehr als 20 Prozent unter sein vorheriges Hoch gefallen - die klassische Definition eines Bärenmarktes. Laut einem Bericht von MarketWatch gab es dafür mehrere Gründe.

Zum einen hätten zuvor viele Privatanleger stark auf steigende Edelmetallpreise spekuliert. Große Mittelzuflüsse in börsengehandelte Fonds (ETFs) trieben Gold und Silber nach oben. In einem unsicheren Marktumfeld wurden diese Positionen nun jedoch wieder aufgelöst.

Zum anderen verweist Mike Wilson laut MarketWatch auf einen strukturellen Faktor: Einige Regierungen könnten gezwungen sein, Goldreserven zu verkaufen, um steigende Kosten für Energie und Subventionen zu decken. Dieser Verkaufsdruck verstärke den Preisrückgang zusätzlich.

Morgan Stanley nennt den entscheidenden Indikator: S&P 500 im Verhältnis zu Gold

Für Morgan Stanley ist jedoch nicht nur der Goldpreis selbst entscheidend, sondern vor allem das Verhältnis zwischen Aktien und Gold - konkret das Verhältnis des S&P 500 zum Goldpreis. Dieses Verhältnis ist zuletzt deutlich gestiegen, heißt es. Denn während Aktien moderat nachgegeben haben, fiel Gold noch stärker. Für Wilson ist das ein wichtiges Signal für die Marktstimmung.

"Regelmäßige Leser werden sich an unseren Fokus auf diesen Indikator als besseres Maß dafür erinnern, was Aktien tatsächlich einpreisen und wie die allgemeine bzw. nachhaltige Gesundheit einer Wirtschaft sowie die Unternehmensleistung eingeschätzt werden", erklärt er laut MarketWatch.

Anlegerangst sinkt - Optimismus am Aktienmarkt steigt

Ein steigendes Verhältnis von S&P 500 zu Gold bedeutet vereinfacht gesagt: Anleger setzen stärker auf Aktien und weniger auf sichere Häfen. Themen wie Inflation, geopolitische Krisen oder wirtschaftliche Unsicherheit treten damit in den Hintergrund. Oder anders formuliert: Die Risikobereitschaft steigt.

Wilson betont, dass dieser Indikator auch eng mit dem Verbrauchervertrauen zusammenhängt und die Diskrepanz zwischen Marktstimmung und tatsächlicher Wirtschaftslage widerspiegelt.

Experte warnt: Kein Zeichen von Sorglosigkeit

Trotz der positiven Interpretation warnt Morgan Stanley vor übertriebenem Optimismus. Interessant ist laut Wilson, dass die aktuelle Aufwärtsbewegung des Verhältnisses auf eine Phase starker Rückgänge folgt. Das deute darauf hin, dass die Märkte keineswegs sorglos sind - trotz geopolitischer Spannungen. Vielmehr könnte der jüngste Anstieg signalisieren, dass viele Risiken bereits eingepreist wurden.

Der Eintritt des Goldpreises in einen Bärenmarkt könnte sich dennoch als überraschend bullisches Signal für Aktien erweisen. Sinkende Goldpreise deuten auf nachlassende Angst und steigende Risikobereitschaft hin - ein Umfeld, in dem Aktien traditionell profitieren. Für Anleger bleibt entscheidend, die Entwicklung des S&P-500-Gold-Verhältnisses im Blick zu behalten.

Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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