Musk vs. Bezos: SpaceX bekommt Konkurrenz von Blue Origin und Amazon Leo

Im Weltraum zeichnet sich ein neuer Wettbewerb ab: SpaceX, Blue Origin und Amazon Leo haben ehrgeizige Pläne für den Orbit.
Werte in diesem Artikel
• Blue Origin will mit "Project Sunrise" über 50.000 Satelliten für orbitale Rechenzentren starten
• SpaceX plant bis zu eine Million Satelliten für ein orbitales Datenzentrumssystem
• Amazon Leo hat über 200 Satelliten im Orbit und will seine Startfrequenz verdoppeln
Das vom Amazon-Chef Jeff Bezos im Jahr 2000 gegründete Raumfahrtunternehmen Blue Origin hat sich zum Ziel gesetzt, den Weltraum für die Menschheit zugänglich zu machen. Das Unternehmen sieht laut eigenen Angaben eine Zukunft, in der Millionen von Menschen im All leben und arbeiten, mit dem klaren Ziel, die Erde zu bewahren und nachhaltig zu erhalten. Kürzlich stellte Blue Origin bei der Federal Communications Commission einen Antrag für das Projekt "Project Sunrise", mit dem laut Angaben des Unternehmens Tausende Satelliten für Weltraum-Rechenzentren geplant sind.
"Project Sunrise": Antrag für Weltraum-Rechenzentren
Wie aus dem Antrag von Blue Origin vom 19. März 2026 an die Federal Communications Commission hervorgeht, plant das Unternehmen mit "Project Sunrise" bis zu 51.600 Satelliten für Weltraum-Rechenzentren in sonnensynchronen Umlaufbahnen zwischen 500 und 1.800 Kilometern Höhe aufzubauen, verteilt auf mehrere Orbitalebenen mit jeweils 300 bis 1.000 Satelliten. Für die Datenübertragung setzt Blue Origins "Project Sunrise" demnach vor allem auf Laserverbindungen über das firmeneigene TeraWave-System und weitere Netzwerke zur Erde. Ergänzt wird dies durch Systeme für Telemetrie, Steuerung und Tracking, die die Missionsabläufe unterstützen und die Betriebssicherheit erhöhen.
Ein wichtiger Aspekt des Vorhabens ist laut des Antrags der rasant wachsende Bedarf an leistungsfähiger Computerinfrastruktur, getrieben von künstlicher Intelligenz, Machine Learning und Cloud-Diensten, weshalb terrestrische Rechenzentren zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Mit "Project Sunrise" zielt Blue Origin dem Antrag zufolge darauf ab, den expandierenden Markt für KI-Rechenzentren zu erschließen und US-Unternehmen bei der Entwicklung und Anwendung von KI zu unterstützen.
Amazon erhält FCC-Genehmigung für Satelliten-Breitbandnetz
Neben Blue Origin verfolgt auch ein weiteres Unternehmen von Jeff Bezos entsprechende Pläne: Die FCC hat bereits Ende Juli 2020 Amazons Antrag, eine nicht-geostationäre Satellitenkonstellation mit 3.236 Satelliten aufzubauen, unter bestimmten Bedingungen genehmigt. Das System, heute unter dem Namen Amazon Leo (ehemals "Project Kuiper") bekannt, soll mithilfe der Satelliten Hochgeschwindigkeits-Breitbanddienste mit niedriger Latenz bereitstellen. Wie das Unternehmen bekannt gab, sind bis März 2026 über 200 Satelliten gestartet, mehr als 200 weitere sind startbereit, und für das zweite Jahr der Bereitstellung sind mehr als 20 Missionen geplant - unterstützt durch Schwerlastraketen wie New Glenn und Vulcan Centaur.
SpaceX plant bis zu eine Million Satelliten für orbitale Datenzentren
Wie aus dem am 4. Februar 2026 veröffentlichten Dokument der FCC hervorgeht, hat das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk am 30. Januar 2026 einen Antrag beim Space Bureau für ein nicht-geostationäres Satellitensystem mit bis zu einer Million Satelliten eingereicht. Laut dem FCC-Dokument beschreibt SpaceX das Vorhaben als "ersten Schritt auf dem Weg zu einer Zivilisation vom Kardashev-Typ II - einer Zivilisation, die die gesamte Energie der Sonne nutzen kann".
Wie aus dem SpaceX-Dokument hervorgeht, soll das Datenzentrum Satelliten in Höhen zwischen 500 und 2.000 Kilometern umfassen, verteilt auf 30-Grad- und sonnensynchrone Umlaufbahnen in Orbitalhüllen von bis zu 50 Kilometern Breite. Diese Satelliten sollen durch optische Verbindungen mit hoher Bandbreite miteinander kommunizieren und Telemetrie-, Tracking- sowie Steuerungsfunktionen durchführen. Kern des Systems sollen diese Inter-Satelliten-Verbindungen sein, die auch eine Kopplung mit Starlink-Satelliten der ersten und zweiten Generation ermöglichen sollen.
Der Wettbewerb um Rechenleistung verlagert sich damit zunehmend ins All. Blue Origin, Amazon und SpaceX treiben die Entwicklung orbitaler Datenzentren voran und könnten damit die digitale Infrastruktur der Zukunft grundlegend verändern.
Svenja Polonyi, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: SpaceX, BobNoah / Shutterstock.com
