EZB senkt Leitzinsen: DAX schließt nach Allzeithoch im Plus -- Wall Street letztlich tiefrot -- Lufthansa mit Rekordumsatz -- Palantir, Tesla, Alibaba, Zalando, Merck im Fokus
USA stoppen Mexiko-Strafzölle vorerst. thyssenkrupp plant Einsparungen in der Autosparte. MongoDB gibt schwachen Ausblick. ON Semiconductor mit Übernahmeangebot für Allegro MicroSystems. Marvell Technology enttäuscht mit Ausblick. Saudi Aramco in Gesprächen über Übernahme von BPs Castrol-Sparte. Automobilbranche im Wandel - Tausende Stellen fallen weg.
Marktentwicklung
Der deutsche Aktienmarkt präsentierte sich im Handel am Donnerstag deutlich stärker.
Der DAX baute sein anfängliches Plus zunächst aus, danach fiel er vorübergehend auf rotes Terrain bevor er wieder zu einer starken Erholung ansetzte und bei 23.475,88 Zählern sogar ein neues Rekordhoch markierte. Zum Handelsende stand somit ein kräftiger Zuwachs um 1,47 Prozent bei 23.419,48 Punkte an der Kurstafel - ein neues Allzeithoch auf Schlusskursbasis.
Auch der TecDAX fiel nach einem freundlichen Start vorübergehend in die Verlustzone, konnte im weiteren Verlauf aber wieder deutlich zulegen. Letztlich schloss er 1,0 Prozent stärker bei 3.866,16 Zählern.
Neben dem anhaltenden Fokus auf Donald Trumps Handelspolitik, geopolitischen Spannungen und dem historischen deutschen Finanzpaket rückte nun auch die Geldpolitik wieder stärker in den Mittelpunkt. Erwartungsgemäß beschlossen die Währungshüter des Euroraums eine weitere Senkung des Leitzinssatzes um 0,25 Prozentpunkte zur Unterstützung der Wirtschaft.
Neben der EZB stand eine Flut von Geschäftszahlen im Fokus. Zudem steigt die Erwartung, dass zur Finanzierung höherer Verteidigungsausgaben stärkere Haushaltsdefizite in Kauf genommen werden könnten.
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Europas Börsen zeigten sich nach der starken Rallye am Vortag deutlich fester.
Der EURO STOXX 50 rutscht am Donnerstag nach einem positiven Start vorrübergehend ins Minus und konnte im weiteren Sitzungsverlauf wieder klar zulegen. Schlussendlich beendete er den Handelstag 0,57 Prozent im Plus bei 5.520,47 Punkten.
Die Volatilität hielt damit an, wobei laut Dow Jones Newswires viele der guten Nachrichten nun eingepreist scheinen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat derweil am Donnerstag die Leitzinsen für die Eurozone um 25 Basispunkte gesenkt. Der maßgebliche Einlagenzinssatz beträgt nun 2,5 Prozent, nach zuvor 2,75 Prozent. Der Schritt war am Markt allgemein erwartet worden. Es handelte es sich bereits um die fünfte Zinssenkung im Euroraum in Folge.
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An der Wall Street haben am Donnerstag die Bären das Ruder übernommen.
So eröffnete der Dow Jones mit einem Verlust und zeigte sich auch anschließend in Rot, wobei die Verluste noch ausgebaut wurden. Letztlich ging es 0,99 Prozent auf 42.579,08 Punkte abwärts.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite gab deutlich ab, nachdem er bereits zum Start kräftig verloren hatte. Sein Schlussstand: 18.069,26 Zähler (-2,61 Prozent).
Die jüngsten Hoffnungen im Zollstreit scheinen schon wieder verflogen zu sein, denn die tags zuvor erhoffte schnelle Einigung mit Mexiko und Kanada stand immer noch aus, wobei US-Präsident Trump im Späthandel bekannt gab, dass die Strafzölle gegen mexikanische Importe vorerst gestoppt würden.
Ferner belasteten die weltweit steigenden Anleiherenditen - auch in den USA. Das geplante Infrastrukturpaket in Deutschland hat die Rendite von Bundesanleihen in die Höhe schnellen lassen. Und der Trend setzt sich fort, mit weiteren Folgeeffekten in anderen Ländern.
Große Beachtung fand zudem eine Meldung aus China: Alibaba stellte mit QwQ-32B ein KI-Modell vor, das offenbar mit DeepSeeks R1 vergleichbar ist. Wie hier kommt man offenbar mit vergleichsweise geringen Rechenkapazitäten aus.
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Die asiatischen Börsen notierten am Donnerstag im Plus.
In Tokio gewann der Leitindex Nikkei 225 letztendlich 0,77 Prozent auf 37.704,93 Punkte.
Auf dem chinesischen Festland zeigte sich der Shanghai Composite zum Schluss 1,17 Prozent im Plus bei 3.381,10 Zählern.
In Hongkong legte der Hang Seng schlussendlich um 3,29 Prozent auf 24.369,71 Indexpunkte zu.
Eine weltweit spürbare Abnahme der Risikoaversion trieb die Aktienmärkte an, während Anleihen an Wert verlieren und die Renditen auf Mehrjahreshochs steigen. Auch der als sicher geltende Yen beruhigte sich nach seinem jüngsten Höhenflug.
Die Hoffnung, einen groß angelegten Handelskrieg zu vermeiden, sorgte für neuen Optimismus unter Investoren. US-Präsident Trump hatte einigen Autoherstellern eine einmonatige Ausnahme von den Zöllen gewährt und signalisiert Verhandlungsbereitschaft für weitere Ausnahmen.
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