Widersprüchliche Nahost-Signale: DAX beendet volatilen Handelstag stabil -- US-Börsen tiefer -- Palantir, ApolIo, Xiaomi, Siemens Energy, TUI, Novo Nordisk, Bayer, Rheinmetall, SAP im Fokus
Jefferies-Aktie springt nach Übernahmeberichten an. US-Importverbot für ausländische Router: NETGEAR-Aktie klettert. Chevron-CEO warnt vor Fehlbewertung der Hormus-Blockade. SK hynix kauft Extrem-UV-Ausrüstung von ASML. Lufthansa verlängert Flugstopp in den Nahen Osten. EU und Australien mit Freihandelsabkommen. TotalEnergies beendet Engagement bei US-Windkraft auf See. EU-Automarkt mit Plus im Februar. INDUS erwartet Wachstum. Drägerwerk zahlt mehr Dividende.
Marktentwicklung
Der deutsche Aktienmarkt konnte die positive Stimmung des frühen Handels am Dienstag nicht dauerhaft verteidigen.
Der DAX gewann zum Auftakt leicht und legte zunächst deutlicher zu, nachdem er dann auf rotes Terrain wechselte. Im weiteren Verlauf zeigte sich der Leitindex volatil und bewegte sich zuletzt wieder etwas tiefer. Er verabschiedete sich mit einem leichten Minus von 0,07 Prozent bei 22.636,91 Punkten in den Feierabend.
Der TecDAX zeigte sich im frühen Verlauf ebenso fester, auch hier waren im Anschluss wechselnde Vorzeichen zu sehen. Schlussendlich notierte der Index 0,6 Prozent leichter bei 3.416 Stellen.
Die anhaltende Unsicherheit rund um den Iran-Krieg belastete die Finanzmärkte weiterhin und ließ Anleger am Dienstag an der Nachhaltigkeit der jüngsten Erholung zweifeln. Nachdem der DAX im frühen Handel zunächst leichte Gewinne verzeichnete, rutschte der Leitindex nach einer halben Stunde wieder ab und wechselte im Anschluss zwischen Gewinnen und Verlusten hin und her. Bereits am Montag war der Index unter die Marke von 22.000 Punkten und damit auf den tiefsten Stand seit elf Monaten gefallen, bevor eine Nachricht von US-Präsident Donald Trump kurzzeitig Hoffnung auf ein Abkommen schürte. Da die Signale aus dem Iran jedoch gegenteilig blieben und es in der Nacht weitere Angriffe in der Golfregion gab, bleibt die Lage verworren, zumal der Preis für Nordsee-Öl der Sorte Brent über der Marke von 100 US-Dollar verharrte und auch aktuelle Konjunkturdaten keine Entlastung brachten.
Der Börsenbrief-Autor Hans Bernecker verwies in diesem Zusammenhang auf den sogenannten "TACO-Trade", der für "Trump Always Chickens Out" steht und die Erwartung beschreibt, dass Trump bei seinen Ankündigungen oft Rückzieher macht. Laut Bernecker habe der US-Präsident wohl versucht, sich und den Märkten in einer verfahrenen Situation Luft zu verschaffen, wobei der Experte aufgrund dieser Sprunghaftigkeit ein baldiges Kriegsende infrage stellt.
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Europas Börsen konnten sich am Dienstag im Späthandel an die Nulllinie zurückkämpfen.
Der EURO STOXX 50 zeigte sich zum Start höher. Im Verlauf dominierte zunächst jedoch erneut die Unsicherheit und der Index notierte auf rotem Terrain. Am späten Nachmittag tendierte er dann seitwärts. Sein Schlussstand: 5.581,29 Punkte (+0,13 Prozent).
Europas Aktienmärkte zeigten sich am Dienstag wechselhaft. "Als die Nachricht über 'produktive' Gespräche zwischen Washington und Teheran über die Ticker gingen, kannten die Börsen kein Halten mehr", so Chefmarktanalyst Christian Henke vom Broker IG Markets laut dpa-AFX. "Doch die Vorfreude über ein baldiges Ende des Iran-Krieges währte nicht lange."
Derzeit bleibt die Situation unklar. Trotz gegenteiliger Signale aus dem Iran hatte US-Präsident Donald Trump Hoffnung auf ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Konflikts geschürt, während die Kämpfe zunächst weitergingen. Zusätzlich wies Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf Berichte über Verhandlungen mit den USA zurück.
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Die US-Börsen präsentierten sich am Dienstag mit Verlusten.
Der Dow Jones ging mit einem moderaten Abschlag von 0,18 Prozent bei 46.123,63 Punkten aus dem Handel.
Auch der NASDAQ Composite schloss tiefer und verlor 0,84 Prozent auf 21.761,89 Zähler.
Angesichts der undurchsichtigen Lage im Iran-Krieg agierten Anleger an den US-Börsen am Dienstag eher vorsichtig. Während die Ölpreise nach ihrem vorherigen Rückgang wieder anstiegen, setzte Gold seinen Abwärtstrend nun schon den zehnten Tag in Folge fort. Die anhaltenden Kämpfe in Nahost führen dazu, dass Marktteilnehmer die jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump zunehmend hinterfragen. Dieser hatte zwar von produktiven Gesprächen und einem verschobenen Ultimatum berichtet, was von iranischer Seite jedoch umgehend dementiert wurde.
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, gab zu bedenken: "Es ist unklar, wie weit die diplomatischen Kontakte der USA in die neuen Strukturen des iranischen Regimes reichen und ob überhaupt ernsthafte Gespräche stattfinden". Zudem bestehe die Sorge, dass eine mögliche Beteiligung Saudi-Arabiens den Konflikt weiter eskalieren könnte. Marktbeobachter befürchten einhellig, dass ein langwieriger Krieg die Inflation anheizen und die Zinsen wieder steigen lassen könnte.
Die Börsen in Fernost zeigten sich mit am Dienstag mit Gewinnen.
In Tokio gewann der Nikkei 225 1,43 Prozent auf 52.252,28 Punkte.
Auf dem chinesischen Festland ging es in ähnlichem Maße nach oben: Der Shanghai Composite verzeichnete ein Plus von 1,78 Prozent auf 3.881,28 Indexpunkte.
Ebenso aufwärts ging es in Hongkong: Der Hang Seng rückt zeitweise um 2,79 Prozent auf 25.063,71 Punkte nach vorn.
Am Dienstagmorgen verzeichneten die asiatischen Aktienmärkte nach den schweren Verlusten zu Wochenbeginn eine moderate Erholung. Hintergrund waren vage Hoffnungen auf eine Deeskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump verlängerte ein Ultimatum gegen Teheran um fünf Tage und sprach von Gesprächen mit iranischen Vertretern, was vom iranischen Außenministerium jedoch dementiert wurde. Diese widersprüchlichen Signale dämpfen die Aufwärtsbewegung an den Börsen merklich.
Die Ölpreis2 stabilisierten sich nach dem kräftigen Rücksetzer des Vortages wieder etwas oberhalb der Marke von 100 US-Dollar. Ein Barrel der Sorte Brent kostet aktuell 104,08 Dollar, was einem Anstieg von 4,1 Prozent entspricht. Experten von ANZ Research gehen davon aus, dass die Preise aufgrund des Kriegsaufschlags kurzfristig hoch bleiben und im Jahresdurchschnitt 2026 bei über 90 Dollar liegen werden.
In Japan blieb die Inflation im Februar mit 1,6 Prozent leicht hinter den Erwartungen zurück. Analysten führen dies primär auf staatliche Eingriffe bei den Energiepreisen zurück. Dennoch bleibe der Nahost-Konflikt ein massives Risiko für die künftige Teuerungsrate, weshalb die Bank of Japan ihre Geldpolitik wohl vorerst unverändert lassen wird.
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