Irankrieg

Neben Ölpreissprung: Auch Aluminiumpreise ziehen wegen geopolitischer Unsicherheit kräftig an

28.03.26 22:17 Uhr

Preisschock: Neben Öl zieht auch Aluminium kräftig an | finanzen.net

Im Zuge der Eskalation des Irankriegs und der damit einhergehenden Blockade der Straße von Hormus sind die Ölpreise nach oben geschossen. Doch auch bei Aluminium geht es kräftig aufwärts.

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Rohstoffe

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73,02 USD USD

• Irankrieg verursacht Preissprung bei Rohstoffen
• Aluminium-Produktion im Nahen Osten sinkt
• China bleibt auf Beständen sitzen

Der Ausbruch des Irankriegs und die damit verbundene Blockade der Straße von Hormus hat sich drastisch auf die Ölpreise ausgewirkt. Dabei haben unter anderem Angriffe auf Öl- und Gasanlagen zu einem massiven Preissprung geführt.

Was vielleicht weniger bekannt ist: Der Irankrieg hat sich auch auf die Aluminiumpreise ausgewirkt, weil er Betriebsstillstände und Beeinträchtigungen des Schiffsverkehrs in einer Region verursacht hat, auf die etwa neun Prozent des weltweiten Angebots entfallen, so Bloomberg. So sprang der Preis kürzlich auf ein 4-Jahres-Hoch nach oben. Zwar kommt das Metall auf der Welt recht häufig vor, spielt in der globalen Wirtschaft jedoch eine wichtige Rolle. Es kommt in zahlreichen Industriezweigen zum Einsatz wie in Elektronik, beim Verkehr, im Bauwesen, sowie in Solarpanelen oder auch Verpackungen.

Mit dem Ausbrechen des Kriegs im Nahen Osten Ende Februar sprangen die 3-Monats-Futures an der London Metal Exchange (LME) für Aluminium um 10 Prozent hoch. Bis Mitte März pendelte sich der Wert bei einem Plus von rund acht Prozent ein.

Aluminium-Produktion sinkt

Gleichzeitig führen die Angriffe auf Industrieanlagen zu einer abnehmenden Produktion des Industriemetalls. Wie CNBC schreibt, hat der Betreiber der größten Schmelzanlage weltweit Alba aus Bahrain seine Jahresproduktion bereits um 19 Prozent gesenkt und damit Sorgen vor einer weltweiten Verknappung verstärkt.

Wie das Rohstoffanalyse-Unternehmen CRU Group schätzt, könnte der Aluminiumpreis, der aktuell bei rund 3.253 US-Dollar notiert bis auf 4.000 US-Dollar ansteigen. Wie CNBC CRU-Chefanalyst Guillaume Osouf aus einem Artikel widergibt, wäre der Preis heute wahrscheinlich schon höher, wenn die Nachfrage nach dem Industriemetall aktuell nicht so schwach wäre. Dies könne sich jedoch schnell ändern, sollte der Konflikt lange anhalten.

"Ein langwieriger Konflikt dürfte unsere Marktaussichten für den Rest des Jahres drastisch verändern, da er sich nachhaltig auf das weltweite Angebot auswirken und möglicherweise negative Folgen für die Nachfrage haben wird", so Osouf.

China bleibt auf Beständen sitzen

Größter Aluminium-Produzent weltweit ist China, allerdings beschränkt die Volksrepublik die Produktion in der Regel auf 45,5 Millionen Tonnen im Jahr, um Überkapazitäten zu vermeiden und Emissionen zu reduzieren. "Sollte die chinesische Regierung zu dem Schluss kommen, dass die Preise zu hoch sind, kann sie eine Reihe stillgelegter Schmelzanlagen im Land wieder in Betrieb nehmen, und die Welt wird mit Aluminium überschwemmt werden", meint dazu Artem Volynets, CEO des Bergbauunternehmens ACG Metals, am Mittwoch in der Sendung "Europe Early Edition" von CNBC.

Schon jetzt häufen sich in China die Lagerbestände. Für Primäraluminium sind sie laut Bloomberg auf den höchsten Stand seit 2020 gestiegen. Es wären mehr Exporte nötig, um den Überhang zu verringern. Angesichts der hohen Preise sieht es jedoch nicht so aus, als gäbe es viel Kaufbereitschaft: "Chinesische Stahlverarbeiter haben ihre Einkäufe zurückgefahren, um gerade noch den unmittelbaren Bedarf zu decken", sagte Huang Yuyao, Analystin beim Forschungsunternehmen Mysteel Global gegenüber der Nachrichtenagentur.

Chinas Auslandsverkäufe von Rohaluminium und Aluminiumprodukten sind in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 bereits um 13 Prozent gestiegen, schreibt die Nachrichtenagentur. In der Vergangenheit hat die Volksrepublik ihre Exporte angekurbelt, wenn die Binnennachfrage zu schwach war, was der Weltwirtschaft jedoch immer ein Dorn im Auge war. Angesichts der Versorgungsengpässe im Nahen Osten dürfte dies in den kommenden Monaten jedoch eher willkommen sein.

Aluminium-Investment eher nichts für Kleinanleger?

Trotz des jüngsten Preissprungs sehen Analysten Aluminium im Übrigen nicht als ein geeignetes Asset für Kleinanleger - im Gegensatz zu beispielsweise Kupfer oder Silber. So sei Volynets "überrascht", wenn Privatinvestoren bei dem Industriemetall tätig werden würden. Osouf hob allerdings als besonders hervor, dass Leerverkäufer ihr Engagement um 15.000 Kontrakte erhöht hätten, was darauf hindeute, dass mehr Anleger von wieder sinkenden Preisen ausgehen würden.

Martina Köhler, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: ekipaj / Shutterstock.com, Gemenacom / Shutterstock.com

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