Goldpreis und Ölpreis

Zinsfantasie schwindet: Goldpreis vor zehntem Verlusttag in Folge

24.03.26 08:27 Uhr

Absturz trotz Krise: Warum Gold plötzlich schwächelt | finanzen.net

Der Goldpreis tendierte den zehnten Handelstag in Folge bergab und weist aktuell nur noch ein Jahresplus von einem Prozent aus.

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von Jörg Bernhard

Belastet wurden die Krisenwährung durch einen starken Dollar sowie schwindende Hoffnungen auf Zinssenkungen der US-Notenbank noch in diesem Jahr. Weil der Krieg mit dem Iran die Inflation antreiben könnte, werden indes Zinserhöhungen immer wahrscheinlicher. Aktuell zeigt das FedWatch-Tool der Terminbörse CME eine Wahrscheinlichkeit von fast 28 Prozent an, dass wir am Jahresende höhere Leitzinsen als heute sehen werden, während der Wert für ein niedrigeres Zinsniveau bei lediglich sechs Prozent liegt. Gegenwärtig übt der Dollar als "sicherer Hafen" eine stärkere Anziehungskraft als Gold aus, obwohl das gelbe Edelmetall als Inflationsschutz zweifellos besser funktioniert als die US-Währung. Seit Beginn der US-israelischen Militäraktionen im Iran am 28. Februar ist der Goldpreis um etwa 18 Prozent gefallen, während der Dollarindex um ein Prozent zugelegt hat. Am Nachmittag dürften sich die Akteure an den Goldmärkten für den ADP-Wochenbericht und diverse Einkaufsmanagerindizes stark interessieren.

Am Dienstagmorgen präsentierte sich der Goldpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis 7.30 Uhr (MEZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (April) um 18,30 auf 4.389,00 Dollar pro Feinunze.

Rohöl: Achterbahnfahrt geht weiter

Der Ölpreis tendierte im frühen Dienstaghandel nach oben, weil der Iran Gespräche mit den USA zur Beendigung des Golfkriegs dementierte und damit US-Präsident Donald Trump widersprach, der eine baldige Einigung in Aussicht gestellt hatte. Trump hat am gestrigen Montag das Ultimatum für Angriffe auf iranische Kraftwerke um fünf Tage verschoben. Analysten erwarten trotz möglicher Entspannung kurzfristig weiterhin hohe Preise. Der fossile Energieträger dürfte aufgrund der unberechenbaren Lage weiter stark schwanken. Die Analysten von Macquarie können sich bspw. ein Preisniveau von 85 bis 90 Dollar als Untergrenze vorstellen, mit einer möglichen Rückkehr in Richtung 110 Dollar, solange die Straße von Hormus nicht vollständig geöffnet ist.

Am Dienstagmorgen präsentierte sich der Ölpreis mit höheren Notierungen. Bis gegen 7.30 Uhr (MEZ) verteuerte sich der nächstfällige WTI-Future um 3,03 auf 91,16 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 2,75 auf 102,69 Dollar anzog.


Redaktion finanzen.net

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