Tesla-Aktie im Fokus: Vorwürfe gegen Teslas Autopilot - neue Anschuldigungen gegen Musk

Ein Cybertruck-Unfall löst neue Vorwürfe gegen Elon Musk und Tesla aus und rückt die Sicherheit des Full-Self-Driving-Systems erneut in den Fokus.
Werte in diesem Artikel
• Neue Vorwürfe gegen Tesla und Elon Musk nach Cybertruck-Unfall im FSD-Modus
• Tesla wird vorgeworfen, auf Kameras statt LiDAR gesetzt zu haben
• Neuer Dokumentarfilm beleuchtet interne Warnungen und Sicherheitsbedenken zur Autopilot-Technologie
Tesla-CEO Elon Musk informiert regelmäßig auf X (ehemals Twitter) über Fortschritte der Full-Self-Driving-Technologie des Unternehmens. Dabei teilt er Updates zu neuen Funktionen, geplanten Änderungen und Entwicklungen rund um autonomes Fahren. Gleichzeitig sieht sich der US-Elektroautohersteller jedoch auch mehreren Klagen gegenüber, die im Zusammenhang mit Unfällen im FSD-Modus stehen.
Tesla nach Cybertruck-Unfall verklagt - Entscheidung für Musk als CEO fahrlässig?
So führte ein Cybertruck-Unfall in Texas zu erneuten Vorwürfen gegen Tesla: Wie Gizmodo unter Berufung auf die Klage der Fahrerin berichtet, soll das Fahrzeug am 18. August 2025 mit aktiviertem Autopiloten einer Y-förmigen Überführung nicht korrekt gefolgt sein und geradeaus auf die sich in der Mitte befindliche Betonbarriere und die darunterliegende Autobahn zugefahren sein.
Nicht nur Tesla, sondern auch Elon Musk persönlich werden dafür verantwortlich gemacht: Laut Gizmodo heißt es in der Klage: "Elon Musk ist ein aggressiver und unverantwortlicher Verkäufer, der eine lange Geschichte gefährlicher Designentscheidungen und übertriebener Versprechen hinsichtlich der Funktionen seiner Produkte hat. Die Bewerbung von Produkten für Fähigkeiten, die sie nicht besitzen, ist die Ursache dieses Vorfalls und vieler weiterer."
Zudem heißt es, Tesla habe fahrlässig gehandelt, weil das Unternehmen Elon Musk als CEO eingestellt und behalten sowie ihm die Teilnahme an Produktdesign-Entscheidungen erlaubt habe und darüber hinaus zugelassen habe, dass er die Bedenken der Tesla-Ingenieure übergehe, berichtet Gizmodo weiter.
Debatte um LiDAR: Tesla setzt auf Kameras
Die Klage wirft dem E-Autobauer laut Gizmodo außerdem vor, nicht ausreichend über die Grenzen seiner Selbstfahr-Funktionen informiert zu haben und LiDAR-Sensoren - wie sie Wettbewerber wie Waymo einsetzen, um Entfernungen und Bewegungen in Echtzeit per Laser zu erfassen - zugunsten günstigerer Videokameras vernachlässigt zu haben, obwohl Tesla-Ingenieure deren Nutzung empfohlen haben.
Auf X kommentierte Musk vor rund einem Jahr ein altes Video von sich selbst, in dem er LiDAR als "sinnloses Unterfangen" bezeichnete und erklärte, die Technologie sei in Autos überflüssig und zu teuer. Musk schrieb dazu: "Menschen schießen schließlich keine Laser aus ihren Augen, um zu fahren. Probieren Sie Teslas selbstfahrende Technologie heute aus, die nur auf Kameras und KI setzt, und Sie werden es verstehen."
People don’t shoot lasers out of their eyes to drive.
- Elon Musk (@elonmusk) March 27, 2025
Just try Tesla self-driving today, which just uses cameras and AI, and you will understand. https://t.co/uArUTLAhlF
Rechtliche Vorgeschichte
Der aktuelle Rechtsstreit reiht sich in eine Reihe von Klagen rund um Teslas Autopilot-Funktion ein: 2024 passte das Unternehmen den Namen seiner Fahrassistenzfunktion zu "Full Self-Driving (Supervised)" an, um Fahrer stärker auf ihre Mitverantwortung aufmerksam zu machen. Das Cybertruck-Handbuch weist zudem darauf hin, dass die Funktion die ständige Aufmerksamkeit des Fahrers erfordere und in bestimmten Situationen - etwa an engen Straßen, Kreuzungen oder unübersichtlichen Kurven - ein sofortiges Eingreifen nötig sein könnte. Es liege in der Verantwortung des Fahrers, die Grenzen des Systems zu kennen.
Laut Angaben von Reuters, bestätigte ein Bundesrichter in Florida im Februar 2026 ein 243-Millionen-Dollar-Urteil zu einem tödlichen Autopilot-Unfall von 2019, für den Tesla zu 33 Prozent verantwortlich gemacht wurde. Bei dem Vorfall starb eine 22-jährige Frau, ihr Freund wurde schwer verletzt, nachdem der Fahrer eines Model S während der Fahrt nach seinem heruntergefallenen Handy suchte und mit rund 100 km/h in den am Straßenrand stehenden SUV der Opfer gefahren sei. Der US-Elektroautohersteller werde jedoch voraussichtlich Berufung einlegen, heißt es weiter.
Whistleblower decken Sicherheitsprobleme auf
Und auch auf der großen Leinwand werden die Unzulänglichkeiten von Teslas Autopilot inzwischen thematisiert. Wie Deutsche Welle unter Berufung auf den Dokumentarfilm "Elon Musk Unveiled - The Tesla Experiment" von Regisseur Andreas Pichler berichtet, erzählt die Dokumentation aus der Perspektive von Whistleblowern, ehemaligen Mitarbeitern und Opfern von Tesla-Unfällen. Ein Whistleblower berichtet darin beispielsweise davon, dass er schikaniert, bedroht und schließlich entlassen worden sei, weil er auf die gravierenden Sicherheitsprobleme hingewiesen habe.
Die Doku zeigt zudem, wie Elon Musk die Entwicklung der selbstfahrenden Tesla-Modelle vorantrieb - trotz vorheriger Warnungen von Unternehmens-Experten über Sicherheitsrisiken und die möglichen Folgen für Menschen. Laut Deutsche Welle vertrete der Tesla-Chef die Ansicht, dass autonome Fahrsystem langfristig sicherer als menschliche Fahrer seien und daher die Unfälle, die im Entwicklungsprozess auftreten könnten, in diesem Sinne "vernachlässigbar" seien.
Svenja Polonyi, Redaktion finanzen.net
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