Kupferpreis auf Rekordjagd: Warum RBC Capital Markets trotz hoher Lagerbestände optimistisch bleibt

Die Bewertungen von Kupferbergbauunternehmen sind deutlich gestiegen. Trotz wachsender Lagerbestände sehen die Analysten von RBC Capital Markets weiterhin Aufwärtspotenzial.
Werte in diesem Artikel
• Die globalen Lagerbestände für Kupfer waren bis Anfang März um fast 60 Prozent auf 1,2 Millionen Tonnen gewachsen
• In den USA wurden 2025 rund 600.000 Tonnen Kupfer im Vorgriff auf mögliche Zölle eingelagert
• RBC erwartet wachsende Versorgungsdefizite in den kommenden Jahren
Höhere Bewertungen durch Umschichtung in Sachwerte
Die Multiplikatoren im Kupfersektor haben sich nach einem volatilen Jahresauftakt 2026 spürbar ausgeweitet. Wie Investing.com am 7. März 2026 unter Berufung auf eine Analyse von RBC Capital Markets, der Investment- und Firmenkundensparte der Royal Bank of Canada, berichtete, sind die EV/EBITDA-Bewertungen auf Basis von Spotpreisen seit Dezember 2025 um rund 20 Prozent gestiegen. Die Kurs-Nettoinventarwert-Multiplikatoren (P/NAV) legten im selben Zeitraum um etwa 10 Prozent zu. RBC führt diese Entwicklung teilweise auf einen sogenannten "Halo Trade" zurück: Investoren suchen verstärkt Engagement in Rohstoffen und anderen Sachwerten.
Der Kupferpreis hat seit Jahresbeginn bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der RBC-Analyse 14 Prozent zugelegt. Zwischenzeitlich wurde ein Rekordhoch von 6,48 US-Dollar pro Pfund erreicht, bevor die Notierungen nachgaben. Zum Zeitpunkt der Analyse notierten sie bei rund 6,10 US-Dollar pro Pfund. Diese Rally fand trotz eines Anstiegs der Lagerbestände statt: Laut RBC waren diese seit Jahresbeginn um fast 60 Prozent auf etwa 1,2 Millionen Tonnen angewachsen. Die Bank führt diesen Aufbau gemäß investing.com teilweise auf saisonale Faktoren und eine nachlassende Nachfrage bei hohen Preisniveaus zurück.
Vorzieheffekte durch US-Zölle als möglicher Belastungsfaktor
Ein wesentlicher Treiber des Lagerbestandsaufbaus liegt in den Vereinigten Staaten. Laut RBC wurden dort im Jahr 2025 rund 600.000 Tonnen Kupfer auf Vorrat gelagert, um möglichen Einfuhrzöllen zuvorzukommen, heißt es. Einer Analyse von Goldman Sachs vom 23. Januar 2026 zufolge rechnet die US-Investmentbank mit der Ankündigung eines Zolls von 15 Prozent auf raffiniertes Kupfer bis Mitte 2026, dessen Umsetzung für 2027 erwartet wird. Goldman Sachs warnte, dass eine Klärung der Zollfrage als Auslöser für eine Preiskorrektur wirken könnte, da sich der Fokus der Investoren dann wieder auf das globale Überangebot richten dürfte. Im Jahr 2025 verzeichnete der globale Kupfermarkt laut Goldman Sachs ein Überangebot von 600.000 Tonnen.
Sollten die in den USA aufgebauten Bestände zu einem späteren Zeitpunkt wieder in den Weltmarkt exportiert werden, könnte dies zusätzlichen Druck auf die Preise ausüben. Trotz dieser Risiken bleibt RBC konstruktiv für den Kupfermarkt und verweist gemäß investing.com auf die Erwartung wachsender Versorgungsdefizite in den kommenden Jahren sowie auf eine potenzielle Erholung der chinesischen Nachfrage.
Uneinheitliche Performance unter den Produzenten
Unter den Kupferproduzenten zeigt sich ein gemischtes Bild. Laut RBC hatten Unternehmen wie Lundin Mining, HudBay Minerals und Freeport-McMoRan den Markt bis zum Zeitpunkt der Analyse Anfang März 2026 deutlich übertroffen, was teilweise an ihrem höheren Engagement in Edelmetallen und unternehmensspezifischen Faktoren liegt. Capstone Copper, First Quantum Minerals und Ivanhoe Mines blieben dagegen hinter den Erwartungen zurück, bedingt durch schwächere Prognosen, operative Herausforderungen oder Unsicherheiten bei einzelnen Projekten. Trotz der bisherigen Kursgewinne sehe RBC weiteres Potenzial für eine Ausweitung der Bewertungen, da sich die Aussichten für den Free Cashflow im Sektor verbessern und Bergbauaktien gegenüber dem breiteren Aktienmarkt weiterhin mit einem Abschlag gehandelt werden, heißt es.
Dominik Maier, Redaktion finanzen.net
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