DAX und Wall Street gehen stärker ins Wochenende -- Supreme Court stoppt Trump-Zölle -- NVIDIA wohl mit Milliardeninvestment in OpenAI -- Apple, Telekom, BioNTech, Moderna, Diginex, Bayer im Fokus
Klarna knackt Umsatzmilliarde - Erwartungen übertroffen. Pentagon-Liste belastet BYD, Alibaba & Co. Goldpreis klettert wieder über 5.000 US-Dollar. Iranische Ingenieure sollen Google-Geheimnisse gestohlen haben. Aktien von Rheinmetall, RENK, TKMS & HENSOLDT: Drohende Eskalation in Nahost. Infineon Ex-Dividende gehandelt. TUI: Fitch bestätigt Rating "BB" und stabilen Ausblick.
Marktentwicklung
Der deutsche Aktienmarkt präsentierte sich vor dem Wochenende erholt.
Der DAX konnte seinen anfangs zunächst nur kleinen Gewinn im weiteren Handelsverlauf ausbauen und schloss 0,87 Prozent stärker bei 25.260,69 Punkten.
Der TecDAX fiel nach einer stabilen Eröffnung vorübergehend etwas ins Minus, verbesserte sich dann aber und beendete den Freitagshandel 0,63 Prozent höher bei 3.721,50 Zählern.
Solide Wirtschaftsdaten trieben den deutschen Leitindex an. Nach dem Rücksetzer vom Vortag machte der DAX wieder einen Schritt hin zum Rekordhoch von Mitte Januar, das bei gut 25.507 Punkten liegt. Am Freitag zeichneten europäische Einkaufsmanagerindizes ein gutes Bild für die heimische Wirtschaft. "Der konjunkturelle Frühling ist bereits angebrochen", schrieb der Experte Thomas Gitzel von der VP Bank. Der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie liege erstmalig seit mehr als dreieinhalb Jahren wieder über der Expansionsschwelle von 50 Punkten.
Zusätzlicher Rückenwind kam aus den USA, weil US-Präsident Donald Trump im Streit um seine aggressive Zollpolitik eine Niederlage vor dem Supreme Court kassiert hat. Das Oberste Gericht der USA entschied, dass Trump seine Befugnisse überschritten hat, als er sich auf ein Notstandsgesetz berief, um umfangreiche Zölle gegen viele Handelspartner zu verhängen - darunter auch die Europäischen Union.
Volkswirtin Sandra Ebner von Union Investment hält es jedoch für sehr unwahrscheinlich, dass die Zölle nun wegfällen. "Im Gegenteil: Faktisch dürfte sich kaum etwas ändern". Denn Präsident Trump verfüge über eine Vielzahl an Möglichkeiten, den Druck auf die Handelspartner hochzuhalten. So verfolge das Weiße Haus als Plan B bereits etliche Untersuchungen gegen Wirtschaftssektoren, welche nach Ansicht der US-Regierung die Sicherheit und die Interessen der USA nachteilig beeinflussen könnten. "Für deutsche und europäische Unternehmen halten sich die Auswirkungen der richterlichen Einschätzung in engen Grenzen", lautete Ebners Fazit.
Bremsed wirkten daneben ein möglicher US-Angriffs auf den Iran und die unklaren Folgen für die Weltwirtschaft. Die Verhandlungen über ein umstrittenes Atomprogramm gehen weiter. In dem Konflikt hat US-Präsident Donald Trump für einen Deal eine Frist von bis zu 15 Tagen genannt. Das sei "so ziemlich das Maximum". Zugleich drohte er: "Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich."
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Die europäischen Börsen zeigten sich am Freitag stärker.
Der EURO STOXX 50 fiel nach einem positiven Start vorübergehend in die Verlustzone zurück, konnte im weiteren Verlauf aber wieder klar ins Plus drehen. Schlussendlich ging er 1,18 Prozent fester bei 6.131,31 Punkten ins Wochenende.
Die Eurozone-Wirtschaft hat im Februar das stärkste Wachstum seit drei Monaten verzeichnet. Der Sammelindex für die Produktion der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - erhöhte sich auf 51,9 Zähler von 51,3 im Vormonat. "Vielleicht ist es etwas verfrüht, aber dies könnte einen Wendepunkt für die Industrie markieren, denn der PMI ist in den grünen Bereich zurückgekehrt", kommentierte Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank laut Dow Jones Newswires.
Mit Erleichterung wurde von den Börsen zudem aufgenommen, dass der Supreme Court entschieden hat, dass US-Präsident Donald Trump seine Befugnisse überschritten hat, als er umfangreiche Zölle gegen viele Handelspartner verhängte. Trumps Team hatte allerdings bereits angekündigt, im Falle einer gerichtlichen Niederlage zu versuchen, auf andere rechtliche Grundlagen zurückzugreifen, um die Zollpolitik des US-Präsidenten weiterhin durchsetzen zu können.
Mit Sorge blickten die Anleger daneben auf die Entwicklungen im Nahen Osten. Laut einem Bericht des Wall Street Journal zieht US-Präsident Donald Trump einen ersten, begrenzten Militärschlag gegen den Iran in Erwägung. Damit solle Teheran zur Zustimmung zu einem neuen Atomabkommen bewegt werden.
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An den US-Börsen griffen die Anleger am Freitag zu.
Zwar eröffnete der Dow Jones schwächer, jedoch kletterte im Anschluss auf grünes Terrain, wo er den Handel 0,47 Prozent stärker bei 49.625,97 Einheiten beendete.
Der NASDAQ Composite bewegte sich deutlich aufwärts, wogegen er zum Start verloren hatte. Zum Handelende notierte er 0,9 Prozent fester bei 22.886,07 Stellen.
Die Stimmung besserte sich, nachdem der Supreme Court Trumps aggressiver Zollpolitik einen Riegel vorschob. Das Oberste Gericht der USA kam zu dem Entschluss, dass US-Präsident Donald Trump seine Befugnisse überschritten hat, als er sich auf ein Notstandsgesetz berief, um umfangreiche Zölle gegen Dutzende Handelspartner zu verhängen.
Mit Sorge schauen die Anleger aber weiterhin gen Nahen Osten. Denn dort konkretisieren sich mögliche Eskalationsstufen. US-Präsident Donald Trump erwägt offenbar einen anfänglich nur begrenzten Militärschlag gegen den Iran, um das Land zur Erfüllung seiner Forderungen nach einem Atomabkommen zu zwingen. Sollte sich der Iran aber weiterhin weigern, Trumps Vorstellungen zur Beendigung seiner Urananreicherung nachzukommen, reagierten die USA mit einer breit angelegten Kampagne gegen Einrichtungen des Regimes - möglicherweise mit dem Ziel, das Regime in Teheran zu stürzen, sagen mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Druck auf die Notierungen brachten zudem Daten zum US-Wirtschaftswachstum im Schlussquartal 2025 sowie Inflationssignale. So wuchs die US-Wirtschaft im Schlussquartal weniger als erwartet, während der PCE-Deflator der persönlichen Konsumausgaben, eine Kennzahl zur Preisentwicklung, etwas höher lag als gedacht. Der PCE-Index ist das bevorzugte Preismaß der US-Notenbank Fed und wird daher an den Finanzmärkten stark beachtet.
Die wichtigsten Märkte in Fernost gaben am Freitag nach.
In Tokio notierte der Nikkei 225 letztlich 1,12 Prozent tiefer bei 56.825,70 Punkten.
Auf dem chinesischen Festland blieb der Shanghai Composite am Freitag aufgrund des chinesischen Neujahrsfest weiterhin geschlossen. Er schloss zuletzt mit einem Minus von 1,26 Prozent bei 4.082,07 Zählern.
In Hongkong wurde nach der tagelangen Feiertagspause erstmals wieder gehandelt. Der Hang Seng gab hier 1,10 Prozent auf 26.413,35 Zähler ab.
Am Freitag überwogen an den Börsen in Asien die Kursverluste. Marktteilnehmer zufolge sorgte die Möglichkeit eines US-Angriffs auf den Iran für Zurückhaltung bei den Investoren. Die Börsen auf dem chinesischen Festland blieben am Freitag und auch am Montag aufgrund der Feiertage zum chinesischen Neujahrsfest geschlossen.
In Hongkong verlor der Hang-Seng-Index am ersten Handelstag nach der Feiertagspause. Besonders Technologiewerte standen unter Druck. Belastend wirkte hier die Sorge, dass Künstliche Intelligenz (KI) etablierte Geschäftsmodelle infrage stellen könnte.
In Tokio fiel der Nikkei 225 ebenso. Vor allem Chip-, Auto- und Finanzwerte wurden verkauft.
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