Aktien von BYD, Alibaba und Baidu im Blick: Pentagon-Liste sorgt für Abverkauf

Eine kurzzeitig veröffentlichte Pentagon-Liste sorgt für ein Beben bei Chinas Tech-Giganten: Alibaba, Baidu und BYD geraten am Freitag unter Druck.
Werte in diesem Artikel
• Kurzzeitige Listung durch das US-Pentagon sorgt für Verkäufe im chinesischen Technologiesektor
• Analyst Hans Engel von der Erste Group stuft die Aktie aufgrund von Margendruck auf "Hold" herab
• Marktteilnehmer blicken mit Sorge auf die hohen Investitionskosten im Bereich der künstlichen Intelligenz
Geopolitische Unsicherheit durch Pentagon-Veröffentlichung
Die Aktien von Alibaba geraten im Handelsverlauf am Freitag massiv unter Verkaufsdruck, nachdem Berichte über eine aktualisierte Schwarze Liste des US-Verteidigungsministeriums die Runde machten. Das Pentagon hatte im Rahmen der Sektion 1260H eine Liste von Unternehmen veröffentlicht, denen eine Nähe zum chinesischen Militär nachgesagt wird, und diese erst nach mehreren Minuten wieder zurückgezogen, wie Investing.com berichtet. Trotz der Deklaration als "unveröffentlicht" löste das Dokument an den asiatischen Märkten einen schlagartigen Abverkauf aus, da Investoren eine Verschärfung der US-Sanktionen befürchten. Neben dem E-Commerce-Giganten waren auch Schwergewichte wie Baidu und der Automobilhersteller BYD betroffen, was die fragile Stimmung im chinesischen Technologiesektor unterstreicht.
Analysten-Abstufung trübt Bild vor den Alibaba-Quartalszahlen
Zusätzlich zur politischen Gemengelage sorgt eine aktuelle Einschätzung der Erste Group für Zurückhaltung am Markt. Analyst Hans Engel stufte das Wertpapier von "Buy" auf "Hold" herab und bildet damit aktuell eine Ausnahme im ansonsten bullishen Konsens der Wall Street-Analysten. Engel begründet laut TipRanks diesen Schritt primär mit der rückläufigen operativen Marge, die durch massive Investitionen in die technologische Infrastruktur belastet wird. In seinem Bericht an die Kunden der Erste Group betont der Experte, dass zwar die KI-Strategie und die Entwicklung eigener Chips langfristig positive Impulse setzen könnten, die kurzfristige Profitabilität jedoch unter den hohen Ausgaben leide. Er erwarte daher keine unmittelbare Erholung der Ertragslage, selbst wenn die Umsatzzahlen stabil blieben.
KI-Wettlauf als zweischneidiges Schwert
Die Ambitionen von Alibaba im Bereich der künstlichen Intelligenz werden von Marktbeobachtern zunehmend kritisch hinterfragt, insbesondere im Hinblick auf die Kostenstruktur. Während das Management unter der Führung von Eddie Wu die Integration von KI in die Cloud-Sparte forciert, steigen die langfristigen Verbindlichkeiten des Konzerns kontinuierlich an. Diese Entwicklung schmälert laut Marktanalysten die finanzielle Flexibilität in einem konjunkturell schwierigen Umfeld in China. Das Phänomen ist dabei kein rein chinesisches Problem; bereits in den Vorwochen hatten enttäuschende Ausblicke US-amerikanischer Tech-Konzerne gezeigt, dass die Monetarisierung von KI-Investitionen länger dauern könnte als vom Markt ursprünglich eingepreist.
So reagieren die Aktien von Alibaba, Baidu.com & BYD
In Hongkong verzeichnete die Aktie von Alibaba am Freitag letztlich einen Rückgang um 4,91 Prozent auf 147,10 HKD. Auch das ADR-Papier an der NYSE notierte zuletzt schwächer und beendete den Donnerstagshandel bei 154,27 US-Dollar, wobei das durchschnittliche Kursziel der verbleibenden 16 Analysten laut TipRanks weiterhin bei 203,09 US-Dollar liegt. Trotz des aktuellen Abwärtstrends halten 15 von 16 Experten an ihrer Kaufempfehlung fest, was eine deutliche Diskrepanz zwischen der langfristigen Bewertung und der kurzfristigen Nachrichtenlage aufzeigt. Am Freitag ging es für die ADR-Papiere letztlich um 0,16 Prozent aufwärts auf 154,52 US-Dollar.
Im Sog der Pentagon-Nachrichten ging es derweil auch für Baidu weit nach unten: In Hongkong verlor der Anteilsschein zum Handelsschluss 6,25 Prozent auf 129,00 HKD. Und auch Elektroautobauer BYD blieb nicht verschont: Hier standen Verluste von 2,4 Prozent auf 95,450 HKD an der Tafel.
Redaktion finanzen.net
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