Höhere Ticketpreise

Air France-KLM-Aktie kräftig im Plus: Überraschender Gewinnanstieg - auch andere Airlines klettern

19.02.26 11:20 Uhr

Air France-KLM-Aktie zweistellig im Plus: Gewinnsprung durch Premium-Tickets - auch andere Airlines klettern | finanzen.net

Höhere Ticketpreise und gesunkene Treibstoffkosten haben der Fluggesellschaft AIR France-KLM im vergangenen Jahr einen überraschend starken Gewinnanstieg beschert.

Der Überschuss lag mit fast 1,6 Milliarden Euro und rund fünfmal so hoch wie im Vorjahr. Für 2026 plant Konzernchef Ben Smith einen weiteren Geschäftsausbau. Zuletzt verkauften sich Premium-Tickets für die lukrativen Strecken zwischen Europa und Nordamerika besonders gut, und dies trotz der Spannungen in der Weltpolitik.

Der Konzern steigerte seinen Umsatz 2025 im laufenden Geschäft um fünf Prozent auf gut 33 Milliarden Euro. Der operative Gewinn legte um ein Viertel auf gut zwei Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Donnerstag in Paris mitteilte. Damit übertraf AIR France-KLM die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Zu dem Konzern gehört neben der französischen Air France und der niederländischen KLM auch die Billigfluggesellschaft Transavia.

Im laufenden Jahr will Smith das Flugangebot um drei bis fünf Prozent ausbauen. Zugleich dürften die Stückkosten je angebotenem Sitzplatzkilometer um bis zu zwei Prozent steigen, wenn man Währungseffekte, Schwankungen der Treibstoffpreise und die Kosten von Emissionsrechten herausrechnet. Ein Teil des Anstiegs liege an der stärkeren Fokussierung auf Tickets für die teureren Buchungsklassen wie die Business Class. Diese bringen nicht nur höhere Einnahmen, sondern auch höhere Kosten für die Airline mit sich.

Steigflug von Air France-KLM

Starke Geschäftszahlen und ein positiver Ausblick von Air France-KLM sind am Donnerstag gut angekommen. An der EURONEXT gewinnt die Air France-KLM-Aktie zeitweise 8,22 Prozent auf 12,57 Euro. Sie erreichte stellenweise den höchsten Stand seit Mitte September.

Anleger setzen in der Branchenrally in der Tendenz auf die großen Netzwerk-Fluggesellschaften. So stehen etwa die Aktien von IAG schon länger sehr gut da; sie fielen nun nach freundlichem Start in London um ein Prozent. Die Titel der British-Airways- und Iberia-Mutter bewegen sich allerdings - auch wegen des starken Transatlantik-Geschäfts des Konzerns - weiterhin auf dem höchsten Niveau seit Anfang 2020, also kurz vor Beginn der Corona-Pandemie.

Die Papiere von Billigfliegern konnten der Rally am Donnerstag in der Breite nicht folgen, war doch bei Air France-KLM auch die stärkere Fokussierung auf teurere Buchungsklassen ein Treiber. Ryanair fielen in Dublin um 0,4 Prozent. Die Papiere von easyJet verloren in London 3,2 Prozent, die von Wizz Air 2,6 Prozent.

Höhere Ticketpreise und gesunkene Treibstoffkosten hatten Air France-KLM im vergangenen Jahr einen überraschend starken Gewinnanstieg beschert. Die Fluggesellschaft übertraf sowohl gewinn- als auch umsatzseitig die durchschnittlichen Analystenerwartungen. Dies sah auch Bernstein-Research-Experte Alex Irving so. Aus seiner Sicht bewegt sich das Geschäft auch 2026 in die richtige Richtung.

2026 sei ein bedeutendes und wichtiges Jahr für Air France-KLM, schrieb Analyst Stephen Furlong von Davy Research. Denn der Konzern habe die Chance, mit einer angestrebten Mehrheitsbeteiligung an den skandinavischen SAS und einer Offerte für die portugiesische TAP zu einem paneuropäischen Marktführer zu werden. Eine stärkere Bilanz werde bei der Umsetzung der strategischen Ziele hilfreich sein. Die Premium-Strategie und die Flottenerneuerung werden seiner Einschätzung nach weiter vorangetrieben.

Manch ein Analyst hatte zuletzt schon auf höherpreisige Ticket-Strategien gesetzt und gestandenen Netzwerk-Airlines den Vorzug vor Billigfliegern gegeben. Yan Derocles von Oddo BHF hatte erst Anfang Februar mit Blick auf den möglichen Umsatz pro angebotenem Sitzplatzkilometer geschrieben, 2026 werde in Europa eher das Jahr der klassischen Fluggesellschaften. Er hatte dabei explizit Air France-KLM und Lufthansa hochgestuft. /stw/mis/jha/

PARIS (dpa-AFX)

Bildquellen: Air France

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19.03.2026AIR France-KLM HoldDeutsche Bank AG
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