Nach EZB-Zinsentscheid: DAX schließt tiefrot -- Wall Street schwach -- Micron-Zahlen: Gewinn vervielfacht -- Equinor, Rivian, Uber, Samsung, Rüstungsaktien, Siemens Energy, Tesla, NVIDIA, BYD im Fokus
Allianz zwischen KI-Euphorie und neuen Cyber-Risiken. Vonovia: Gewinnsprung nach Verlustjahr - Dividende steigt, Schuldenabbau im Fokus. BP treibt Schuldenabbau mit Raffinerie-Verkauf voran. IONOS: United-Internet-Tochter steigert Umsatz und Gewinn. Kontron-Aktie: Kein operativer Grund für Kursrutsch - Rückkäufe im Gespräch. Eni teilt Kontrolle von Plenitude mit Ares.
Marktentwicklung
Der deutsche Aktienmarkt erlebte am Donnerstag einen weiteren Rückschlag.
Der DAX eröffnete die Sitzung bereits mit einem kräftigen Minus und gab im Anschluss weiter deutlich nach. Dabei rutschte das Börsenbarometer sogar unter die runde Marke von 23.000 Punkten. Letztlich notierte der DAX 2,82 Prozent tiefer bei 22.839,56 Punkten.
Auch der TecDAX ging bereits schwächer in den Handel und rutschte im Verlauf tiefer ins Minus. Er beendete die Sitzung mit einem Abschlag von 2,48 Prozent bei 3.471,49 Zählern.
Steigende Ölpreise und schwache Vorgaben aus den USA setzten den DAX erneut unter Druck und drückten ihn unter die 23.000-Punkte-Marke. Der Ölpreis (Brent) stieg über 110 US-Dollar, nachdem er im Zuge der Eskalation im Nahen Osten zeitweise fast 120 Dollar erreicht hatte. Die geopolitische Lage verschärft damit Inflations- und Konjunktursorgen.
Gleichzeitig belastet die Fed mit einem restriktiven Kurs und unveränderten Zinsen die Märkte zusätzlich. Auch die EZB und die Bank of England lassen die Leitzinsen unverändert.
"Am deutschen Aktienmarkt herrscht ein Cocktail der Unsicherheit, bestehend aus geopolitischen Risiken und wachsenden Zinssorgen", sagte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research laut dpa.
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Europas Börsen zeigten sich am Donnerstag in Rot.
Der EURO STOXX 50 nahm den Handel schwächer auf und rutschte anschließend weiter ab. Schließlich ging er 2,14 Prozent schwächer bei 5.613,83 Einheiten in den Feierabend.
Nach Angriffen auf zentrale Energieanlagen in Iran und Katar stieg der Ölpreis wieder über 110 US-Dollar und schürte Inflationssorgen. Zusätzlich sorgt die Fed mit unveränderten Zinsen und Verweis auf die unsicheren Folgen des Konflikts für Zurückhaltung. Auch die EZB und die Bank of England lassen die Leitzinsen unverändert.
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Die US-Börsen reduzierten ihre teils deutlichen Verluste bis zum Handelsende.
Der Dow Jones eröffnete tiefer, rutschte dann zuerst weiter ab. Im späten Handel konnte er kurz auf grünes Terrain springen. Zur Schlussglocke stand dann jedoch wieder ein Abschlag von 0,44 Prozent auf 46.021,43 Punkte an der Tafel.
Der NASDAQ Composite knickte zunächst regelrecht ein, bis er seine Verluste letztlich auf -0,28 Prozent bei 22.090,69 Zählern eingrenzte.
An den Finanzmärkten sorgt das Zusammenspiel aus Geopolitik und Geldpolitik für Volatilität: Während die Ölpreise aufgrund der Eskalation im Nahen Osten zunächst auf fast 119 Dollar sprangen, drückte die Aussicht auf US-Interventionen - wie die Lockerung von Iran-Sanktionen und Reservefreigaben - die Notierungen wieder ins Minus. Parallel dazu belastet der straffe Kurs der Notenbanken die Stimmung, da US-Fed-Chef Powell Zinssenkungen vorerst ausschließt, während Signale für mögliche Zinserhöhungen der Bank of England und Inflationswarnungen der EZB den US-Dollar unter Druck setzen.
Die Börsen in Fernost rutschten am Donnerstag kräftig ab.
In Tokio verlor der Nikkei 225 letztlich kräftige 3,38 Prozent auf 53.372,53 Punkte.
Auf dem chinesischen Festland notierte der Shanghai Composite 1,39 Prozent tiefer bei 4.006,55 Zählern.
Ebenso abwärts ging es in Hongkong: Der Hang Seng gab schließlich 2,02 Prozent auf 25.500,58 Einheiten nach.
Mehrere Faktoren belasteten die Märkte: Aussagen der US-Notenbank sorgten für Unsicherheit, nachdem die Wall Street bereits schwächer reagiert hatte, während steigende Ölpreise neue Inflationsängste schüren. Die Fed beließ die Zinsen zwar unverändert, signalisierte aber über ihre Prognosen nur noch eine Zinssenkung in diesem Jahr.
Gleichzeitig betonte sie die schwer abschätzbaren Folgen des Nahostkonflikts, insbesondere durch höhere Energiepreise. Auch die japanische Notenbank warnte vor Inflationsrisiken durch den Krieg, hielt jedoch an ihrem Kurs weiterer Zinserhöhungen fest.
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