Tech-Aktien profitieren: Samsung plant Chipverträge - NVIDIA erhält grünes Licht für H200-Chipverkäufe

Samsung erwägt eine grundlegende Änderung seiner Vertragsstrategie bei Speicherchips und NVIDIA darf sich über die Freigabe Pekings für den Import von H200-Chips freuen.
Werte in diesem Artikel
• Samsung erwägt mehrjährige Speicherchip-Verträge
• NVIDIA erhält grünes Licht für Verkauf von H200-Chips nach China
• Tech-Aktien ziehen an
Samsung erwägt eine Umstellung seiner Vertragsstrategie bei Speicherchips. So könnten die Vereinbarungen in der Zukunft nicht mehr nur für Quartale oder ein Jahr, sondern über eine Laufzeit von drei bis fünf Jahren geschlossen werden.
Co-CEO Jun Young-hyun stellte diese Überlegungen am Mittwoch auf der Jahreshauptversammlung des Konzerns in Südkorea vor, berichtet Bloomberg. Der Schritt zielt darauf ab, die Versorgung zu stabilisieren und Befürchtungen über eine Knappheit der unverzichtbaren Komponenten entgegenzuwirken. Die Nachfrage nach KI-Speicherchips dürfte 2026 weiter stark zunehmen, erklärte Young-hyun den Aktionären.
Die längerfristigen Verträge, die Samsung nun in Erwägung zieht, könnten ein Instrument sein, um dieser angespannten Marktsituation zu begegnen und sowohl Herstellern als auch Abnehmern mehr Planungssicherheit zu verschaffen.
Samsung-Aktie zieht an
Die Ankündigung löste bei den in Seoul gelisteten Aktien einen kräftigen Kurssprung aus. Samsung-Aktien stiegen dort letztlich um 7,53 Prozent auf 208.500 Won und verbuchten damit den dritten Gewinntag in Folge. Die Samsung-Aktie konnte in diesem Jahr bereits 15,07 Prozent klettern. In den letzten 12 Monaten ging es gar 256,41 Prozent nach oben.
Samsung beherrscht gemeinsam mit SK hynix und Micron Technology den weltweiten Speicherchip-Markt. Die drei Hersteller haben ihre Produktion in den vergangenen Jahren verstärkt auf eine spezielle Form von Arbeitsspeicher ausgerichtet, der in den gefragten KI-Beschleunigern von Chip-Architekt NVIDIA zum Einsatz kommt. Diese Verlagerung führte zu einem Rückgang bei der Fertigung herkömmlicher Speicherlösungen.
Auch SK hynix bereitet Maßnahmen zur Preisstabilisierung vor. SK Group-Vorsitzender Chey Tae-won kündigte entsprechende Schritte an, ohne Details zu nennen, berichtet Bloomberg. Chey prognostizierte, dass die globale Knappheit noch vier bis fünf Jahre andauern werde. Als Ursache nannte er strukturelle Beschränkungen in der Halbleiterproduktion.
Samsung und AMD vertiefen Zusammenarbeit bei KI-Speicherchips
Samsung und AMD haben am Mittwoch eine strategische Absichtserklärung unterzeichnet, die ihre Partnerschaft im Bereich der Speicherchip-Versorgung für künstliche Intelligenz-Infrastruktur ausweitet. Dies gaben beide Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt. Im Zentrum der Vereinbarung steht die Belieferung von AMDs kommenden Instinct MI455X KI-Beschleunigern mit Samsungs High-Bandwidth-Memory der vierten Generation (HBM4). Zusätzlich soll optimierter DDR5-Arbeitsspeicher für die sechste EPYC-Prozessorgeneration von AMD bereitgestellt werden.
Neben der Speicherversorgung prüfen die Partner auch eine mögliche Foundry-Kooperation. In diesem Rahmen könnte Samsung als Auftragsfertiger für zukünftige AMD-Produkte agieren. Diese Erweiterung würde die bereits bestehende Geschäftsbeziehung deutlich vertiefen. Samsung fungiert bereits als wichtiger HBM-Lieferant für AMD und stellt aktuell HBM3E-Chips für die Acceleratoren MI350X und MI355X bereit. Mit der neuen Vereinbarung sichert sich der südkoreanische Konzern seine Position als Schlüsselzulieferer auch für die nächste Chip-Generation.
NVIDIA erhält grünes Licht aus Peking für H200-Chip-Verkäufe und passt Groq-Chip für chinesischen Markt an
Hinter der guten Stimmung unter Techwerten in Asien und darüber hinaus steckt jedoch noch eine weitere Nachricht vom Mittwoch. So hat NVIDIA nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen, auf die sich Reuters beruft, die Zustimmung der chinesischen Regierung erhalten, seine zweitstärksten KI-Chips in China zu verkaufen. Gleichzeitig bereitet das Unternehmen eine Version des Groq-AI-Chips vor, die ebenfalls auf dem chinesischen Markt angeboten werden kann.Die lang erwartete regulatorische Freigabe ermöglicht NVIDIA nun die Wiederaufnahme des Verkaufs der H200-Chips in einem Markt, der einst 13 Prozent des Gesamtumsatzes des Chipgiganten ausmachte. Die H200-Chips sind zu einem bedeutenden Streitpunkt in den amerikanisch-chinesischen Beziehungen geworden.
Regulatorische Hürden überwunden
Trotz starker Nachfrage chinesischer Unternehmen und der Exportgenehmigung durch die USA stellte Pekings Zögern bei der Importerlaubnis bislang das Haupthindernis für Lieferungen der H200-Chips nach China dar.
NVIDIA-Chef Jensen Huang äußerte sich am Dienstag auf einer Pressekonferenz zur aktuellen Entwicklung, berichtet Reuters: "Unsere Lieferkette läuft wieder an." Das Unternehmen habe Lizenzen für zahlreiche Kunden in China erhalten und Bestellungen von vielen Firmen bekommen, was die Wiederaufnahme der Chip-Produktion ermögliche.
Laut einem Bericht hatte NVIDIA die Herstellung des Chips im vergangenen Jahr aufgrund zunehmender regulatorischer Schwierigkeiten in den USA und China eingestellt. Monatelang wartete das Unternehmen auf Lizenzen von beiden Regierungen. Nach Auskunft einer informierten Quelle hat NVIDIA mittlerweile neben einigen US-Genehmigungen auch Lizenzen für viele chinesische Kunden von Peking erhalten.
Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington erklärte gegenüber Reuters, man sei "nicht über die Einzelheiten informiert" und verwies Anfragen an die zuständigen Behörden. CNBC berichtete ebenfalls am Dienstag, dass Huang dem Sender gegenüber bestätigt habe, nun über Freigaben sowohl aus den USA als auch aus China zu verfügen.
Groq-Chip für Inferenz-Anwendungen geplant
Parallel dazu bereitet NVIDIA nach Angaben zweier informierter Quellen eine Version des Groq-KI-Chips vor, die auf dem chinesischen Markt verkauft werden kann, so Reuters. Das Unternehmen plant, Groq-Chips für sogenannte Inferenz-Anwendungen einzusetzen, bei denen KI-Systeme Fragen beantworten, Code schreiben oder Aufgaben für Nutzer ausführen.
In den Produkten, die NVIDIA diese Woche im Rahmen der firmeneigenen Entwicklerkonferenz GTC vorstellte, will das Unternehmen seine kommenden Vera-Rubin-Chips, die nicht nach China verkauft werden dürfen, in Kombination mit den Groq-Chips verwenden.
Tech-Aktien im Aufwind
Die NVIDIA-Aktie zeigte sich im NASDAQ-Handel 0,84 Prozent tiefer bei 180,40 US-Dollar. Deutlich von den positiven Branchennews profitierten am Mittwoch asiatische Techwerte. In Tokio gewann die Advantest-Aktie letztlich 6,73 Prozent auf 25'130 Yen, das Renesas Electronics-Papier stieg derweil 4,03 Prozent auf 2'583 Yen. Die SoftBank-Aktie kletterte unterdessen 5,81 Prozent auf 3'750 Yen. In Seoul schoss die SK hynix-Aktie zum Handelsschluss 8,87 Prozent auf 1'056'000 Won nach oben. Micron Technology gewann an der NASDAQ 0,01 Prozent auf 461,73 US-Dollar. AMD zeigte sich derweil 1,60 Prozent stärker bei 199,46 US-Dollar.
Claudia Stephan, Martina Köhler, Benedict Kurschat, Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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