LANXESS-Aktie tiefrot: Abbau von 550 Stellen - Gewinn 2026 wohl rückläufig

LANXESS rechnet nach einem "extrem harten" Geschäftsjahr 2025 mit positiven Impulsen frühestens im zweiten Halbjahr, etwa durch das Infrastrukturpaket der Bundesregierung, wie Konzernchef Matthias Zachert bei der Bilanzvorlage mitteilte.
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Angesichts der Schwäche in der Chemieindustrie will LANXESS die Kosten weiter senken. So sollen bis Ende 2028 zusätzlich 100 Millionen pro Jahr gespart werden, teilte das im MDAX notierte Unternehmen am Donnerstag in Köln mit. Dabei sollen auch weitere Arbeitsplätze wegfallen - 550 Stellen, davon rund zwei Drittel in Deutschland, sollen abgebaut werden. Betroffen sind den Angaben zufolge vor allem Verwaltungsfunktionen. Bereits im vergangenen August hatte LANXESS Sparpläne in der Produktion angekündigt, die die Kosten um 50 Millionen Euro im Jahr senken sollen.
Zusätzlich will das Unternehmen kurzfristig die Arbeitskosten senken: Für Tarifmitarbeitende habe LANXESS zunächst bis Ende des Jahres eine 35-Stunden-Woche vereinbart. Im Management- und außertariflichen Bereich gibt es eine Nullrunde bei den Fixgehältern, wie es hieß.
"Das Jahr 2025 war für die gesamte Chemieindustrie und auch für LANXESS extrem hart. Für 2026 sehen wir positive Impulse frühestens im zweiten Halbjahr, etwa durch das Infrastrukturpaket der Bundesregierung", sagte Konzernchef Matthias Zachert bei der Vorlage der Jahreszahlen laut Mitteilung. Im laufenden Jahr sind weitere Ergebnisrückgänge daher nicht ausgeschlossen: So rechnet das Unternehmen mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 450 und 550 Millionen Euro.
Der Umsatz schrumpfte 10,9 Prozent auf 5,67 Milliarden Euro. Damit schnitt LANXESS noch schlechter ab als von Analysten erwartet, die im Mittel einen Umsatzrückgang auf 5,73 Milliarden Euro prognostiziert hatten.
Beim EBITDA vor Sondereinflüssen meldete der MDAX-Konzern einen überproportionalen Rückgang um 16,9 Prozent auf 510 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verschlechterte sich auf 9,0 von 9,6 Prozent. Hier hatte die Konsensschätzung auf 508 Millionen bzw 8,9 Prozent Marge gelautet.
Unter dem Strich stand ein Verlust von 577 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte LANXESS noch ein Minus von 177 Millionen Euro verbucht. Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 10 Cent je Aktie erhalten.
Haupttreiber für die Entwicklung war den Angaben zufolge die anhaltend schwache Nachfrage in fast allen Kundenindustrien verbunden mit entsprechend geringeren Absatzmengen. Niedrigere Einstandspreise für Rohstoffe und der in einigen Geschäften anhaltende Preisdruck aus dem asiatischen Raum führten zu sinkenden Verkaufspreisen, wie es hieß. Darüber hinaus trugen der fehlende Ergebnisbeitrag nach dem Verkauf des Geschäftsbereichs Urethane Systems zum 1. April 2025 sowie nachteilige Währungseffekte zum Rückgang bei.
Wegen der geopolitischen Spannungen wie dem Iran-Krieg und den dadurch deutlich gestiegenen Kosten für Energie, kritischen Rohstoffe und Logistik hat das Unternehmen nun Preiserhöhungen für einige bestimmte Produkte für alle nicht vertraglich vereinbarten Mengen um 50 Prozent oder mehr angekündigt.
"Wir steuern die Dinge, die wir steuern können. Das heißt: weiter Kosten senken, Prozesse verschlanken und neue Marktchancen kreieren", sagte CEO Zachert.
So reagiert die Aktie
Die in diesem Jahr bereits stark unter Druck geraten Aktien von LANXESS haben am Donnerstag einen weiteren Rückschlag erlitten. Die Geschäftszahlen des Spezialchemiekonzerns enttäuschten Beobachtern zufolge unter dem Strich.
Im von Inflationssorgen im Zuge des Iran-Krieges durchgeschüttelten Gesamtmarkt waren die konjunktursensiblen Papiere von LANXESS im frühen Handel um fast elf Prozent auf 11,90 Euro abgesackt. Dies war der tiefste Stand seit 2009.
Später liegen die Anteilsscheine von LANXESS noch mit 10,25 Prozent im Minus bei 11,99 Euro. Damit waren sie das Schlusslicht im sehr schwachen Index der mittelgroßen Werte MDAX.
Der Umsatz und das bereinigte operative Ergebnis des Spezialchemiekonzerns im vierten Quartal lägen zwar weitgehend im Rahmen der Erwartungen, schrieb Experte Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan. Der freie Barmittelzufluss aber habe enttäuscht.
Laut dem Analysten Peter Spengler von der DZ Bank lagen die Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in der Sparte Industrielle Zwischenprodukte sowie im Geschäft mit Spezialchemikalien mit Schutzfunktionen deutlich unter den Erwartungen.
Experte Oliver Schwarz vom Analysehaus Warburg Research blickte skeptisch in die Zukunft. LANXESS leide weiter unter einer schwachen Nachfrage. Die Kennziffern für das erste Quartal dürften schwach ausfallen, selbst wenn er keine negativen Auswirkungen durch schnell steigende Energie- und Rohstoffpreise infolge des Nahost-Krieges berücksichtige. 2026 werde für das Unternehmen ein schwieriges Jahr.
Goldman belässt LANXESS auf 'Neutral' - Ziel 23 Euro
Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für LANXESS auf "Neutral" mit einem Kursziel von 23 Euro belassen. Die Jahresziele für 2026 bedürften einer deutlichen Beschleunigung nach dem träge avisierten ersten Quartal, schrieb Georgina Fraser am Donnerstag nach dem Geschäftsbericht des Spezialchemiekonzerns.
DOW JONES / dpa-AFX
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