Iran öffnet Straße von Hormus: Dow letztlich stark -- DAX macht Kurssprung ins Wochenende -- Ölpreise fallen -- Bitcoin steigt -- Netflix-Ausblick enttäuscht -- Manycore, ITM Power, Mercedes im Fokus
WACKER CHEMIE hebt Umsatzprognose für 2026 an. Rüstungsaktien im Aufwind. Aktien von SAP, IONOS, TeamViewer gefragt: Rekordjagd der US-Tech-Werte beflügelt. Alstom stürzt wegen enttäuschendem Ausblick ab. Delivery Hero-Aktie zieht kräftig an: Prosus senkt Anteil - Verkauf an Uber. Microsoft-Aktie zündet den Turbo. Höhenflug von Allbirds-Aktie flaut etwas ab. Quantenaktien geht die Puste aus.
Marktentwicklung
Der deutsche Leitindex zeigte sich vor dem Wochenende merklich höher.
Nach einer stabilen Eröffnung legte der DAX im Anschluss klar zu - mit einem kräftigen Sprung nach oben am Nachmittag. Am Abend stand letztlich ein starker Zuwachs um 2,27 Prozent auf 24.702,24 Punkte an der Kurstafel.
Der TecDAX konnte seinen anfänglich moderaten Gewinn deutlich vergrößern und 3,08 Prozent stärker bei 3.765,52 Zähler schließen.
Die Nachricht von der Öffnung der Straße von Hormus trieb am Freitag die Aktienmärkte in die Höhe. Der US-Iran-Konflikt verliert damit an Schärfe. Durch die Meerenge verläuft eine wichtige Handelsroute für die Weltwirtschaft, die wegen des Iran-Kriegs zuletzt weitgehend blockiert war.
Die Straße von Hormus "wird für die verbleibende Dauer des Waffenstillstands für alle Handelsschiffe vollständig geöffnet", teilte der iranische Außenminister Abbas Araghchi in einem Beitrag auf der Plattform X mit. Auch US-Präsident Donald Trump erklärte, die Meerenge sei wieder offen. Dadurch wurden die jüngsten Konjunktur- und Inflationssorgen stark gedämpft.
Zudem wird Israel nach Angaben von Präsident Donald Trump nicht mehr den Libanon angreifen. "Es ist ihnen von den USA VERBOTEN. Es reicht jetzt!!!", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Am Donnerstag hatte Trump eine zehntägige Waffenruhe im Libanon verkündet, nachdem sich in dem Land die proiranische schiitische Hisbollah-Miliz sechs Wochen lang Gefechte mit der israelischen Armee geliefert hatte. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, er habe der Waffenruhe auf Bitten Trumps zugestimmt.
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Die europäischen Aktienmärkte kletterten am Freitag steil nach oben.
Der EURO STOXX 50 konnte nach einem negativen Start ins Plus drehen und kräftig anziehen. Schlussendlich beendete er den Handelstag 2,10 Prozent höher bei 6.057,71 Indexpunkten.
Die Ölpreise sind am Freitag nach Meldungen über eine freie Fahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus deutlich gefallen. Die Straße von Hormus sei für alle Handelsschiffe für die verbleibende Dauer des Waffenstillstands "vollständig geöffnet", erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghchi in einem Beitrag auf der Online-Plattform x. Auch US-Präsident Donald Trump äußerte sich gleichlautend: Der Iran soll demnach zugesagt haben, nie wieder die Straße von Hormus zu schließen.
Der Iran-Krieg und die faktische Blockade der wichtigen Handelsrouten von den Fördergebieten am Persischen Golf durch die Straße von Hormus hatte den Preis für Rohöl der Sorte Brent im März zeitweise bis auf knapp 120 Dollar je Barrel getrieben. Vor dem Beginn des Iran-Kriegs lag der Preis bei etwa 70 Dollar je Barrel.
Zunehmend rückt auch die laufende Berichtssaison in den Fokus, auch wenn der Datenkalender zum Wochenschluss nur wenige Impulse lieferte.
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Anleger an der Wall Street griffen am Freitag beherzt zu.
So schloss der Dow Jones mit einem Aufschlag von 1,79 Prozent auf 49.447,43 Punkte. Er war bereits im Plus in den Handel gegangen und baute seine Gewinne im Verlauf noch deutlich aus.
Auch der NASDAQ Composite beendete den Handel um starke 1,52 Prozent höher bei 24.468,48 Punkten. Im Handelsverlauf erreichte er sogar ein neues Rekordhoch bei 24.519,51 Zählern. Auch hier hatten bereits zur Eröffnung kräftige Käufe eingesetzt, die auch während der Sitzung nicht nachließen.
Daneben kletterte auch der S&P 500 am Freitag zeitweise auf ein neues Allzeithoch bei 7.147,52 Punkten und schloss letztlich 1,20 Prozent höher bei 7.126,06 Zählern.
Auftrieb erhielten die Aktienkurse vor dem Wochenende von der Nachricht, dass der Iran die Straße von Hormus wieder geöffnet hat. "Im Einklang mit dem Waffenstillstand im Libanon wird die Durchfahrt durch die Straße von Hormus für alle Handelsschiffe für die verbleibende Dauer des Waffenstillstands für vollständig offen erklärt", teilte der iranische Außenminister Abbas Araghchi auf seinem X-Konto mit. Die Ölpreise sackten daraufhin ab.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor seine Erwartung bekräftigt, dass der Konflikt mit dem Iran bald enden werde. Teheran habe eingewilligt, sein hoch angereichertes Uran zu übergeben. Wenn dies zuträfe, wäre ein wesentlicher Streitpunkt zwischen den beiden Kriegsparteien beigelegt. Auch scheint der Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon bislang zu halten.
An den Börsen in Asien kam es am Freitag zu Gewinnmitnahmen.
In Tokio fiel der Nikkei 225 nach seinem Rekordlauf am Vortag letztlich 1,75 Prozent auf 58.475,90 Punkte.
Auf dem chinesischen Festland ging es ebenfalls nach unten: der Shanghai Composite verlor 0,1 Prozent auf 4.051,43 Indexpunkte.
Abwärts ging es auch in Hongkong: Der Hang Seng verbuchte ein Minus von 0,89 Prozent auf 26.160,33 Einheiten.
Nach den teilweise deutlichen Kursgewinnen an den Vortagen gaben die Börsen in Ostasien am Freitag leicht nach - und das trotz moderat positiver Impulse von der Wall Street. Beobachter führten dies vor allem auf Gewinnmitnahmen zurück, nicht zuletzt mit Blick auf das bevorstehende handelsfreie Wochenende, in dem auf mögliche neue Entwicklungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt und den Ölpreisem, nicht direkt reagiert werden kann.
Positiv aufgenommen wurde an den Märkten, dass zwischen Israel und dem Libanon ein zehntägiger Waffenstillstand in Kraft getreten ist. Gleichzeitig könnte es am Wochenende laut US-Präsident Trump zu einem weiteren Treffen zwischen den USA und dem Iran kommen. Insgesamt dominiert damit weiterhin die Hoffnung auf eine Annäherung.
Für Verwunderung sorgte jedoch, dass viele Indizes trotz des Energiepreisschocks und der Sperrung der Straße von Hormus inzwischen wieder das Niveau vor Ausbruch des Konflikts erreicht haben. Auch Andrew Chorlton, Rentenexperte bei M&G, zeigte sich laut Dow Jones Newswires überrascht: "Der Gegensatz ist erheblich zwischen den Warnungen politischer Entscheidungsträger und Zentralbanken vor den Risiken dieses Konflikts und dem, was die Märkte derzeit einpreisen." Seiner Einschätzung nach müsste sich eigentlich ein zusätzlicher Risikoaufschlag bemerkbar machen - entweder in Form schwächerer Wachstumserwartungen oder höherer Inflation.
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