Ernüchterung nach Rally: Schwache Zahlen sorgen für kräftigen Kursdruck bei der Heideldruck-Aktie

Nach einer rasanten Spekulationsrally geraten die Aktien von Heidelberger Druckmaschinen am Donnerstag unter deutlichen Verkaufsdruck.
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Heidelberger Druckmaschinen hat seine Profitabilitätsziele im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 nicht erreicht. Als Gründe führte der Konzern in einer Mitteilung vom Mittwochabend unter anderem Ausgaben für neue Geschäftsfelder außerhalb des Kerngeschäfts an. Die Heidelberger bauen aktuell ein weiteres Standbein rund um die Drohnenabwehr auf. Nach den bereits eindrucksvollen Kurskapriolen der vergangenen Tage sorgte die Nachricht am Donnerstag an der Börse erneut für starke Ausschläge. Auf XETRA schloss die Aktie von Heidelberger Druckmaschinen mit einem Abschlag von 11,19 Prozent bei 1,56 Euro.
In den vergangenen zwei Handelstagen hatte sich das Papier noch zeitweise um fast die Hälfte verteuert, weil wieder mehr Rüstungsfantasie in die Aktie gekommen war.
Binnen zwölf Monaten liegt das Kursplus trotz der aktuellen Verluste zwar noch immer bei fast 50 Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf summiert sich der Abschlag allerdings schon auf ein Fünftel, womit auch schon der schwache Bericht zum dritten Geschäftsquartal Anfang Februar deutliche Spuren im Chartbild der Aktie hinterlassen hat.
Die um Sondereinflüsse bereinigte operative Marge bezogen auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte nach vorläufigen Berechnungen von Heidelberger Druck voraussichtlich 6,6 Prozent erreicht haben. Damit würde sich die Profitabilität im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte verschlechtern. Bereits im Februar hatte der Konzern die Aussichten wegen eines schwierigen Wirtschaftsumfelds gedämpft. Nach einer zuvor anvisierten Steigerung von zuletzt 7,1 Prozent auf bis zu 8 Prozent ging Heidelberger Druck zuletzt noch davon aus, den unteren Bereich dieser Spanne zu erreichen.
Die Aussagen kamen auch bei Analysten nicht gut an: Die Margenschwäche ohne nennenswerte Umsatzeinbußen spreche für ein negativeres Preisumfeld, schrieb etwa Warburg-Èxperte Stefan Augustin. Dies lasse auch für das angelaufene Geschäftsjahr 2026/27 nichts Gutes erwarten.
Heidelberger Druck zählte am Vorabend gleich mehrere Faktoren auf, die im vergangenen Geschäftsjahr (per Ende März) auf die Profitabilität gedrückt hätten. Neben vorgezogenen Aufwendungen "insbesondere aufgrund des erfolgreichen Starts im Bereich Verteidigung" verwies der Konzern auf eine nochmals deutlich abgeschwächte Investitionsbereitschaft unter anderem als Folge des Ende Februar begonnenen Iran-Kriegs.
Hinzugekommen sei ein auch im vierten Quartal ungünstiger Produktmix, überdies hätten fortwährende negative Währungseinflüsse belastet. Die operative Ergebnisabweichung im Vergleich zu den ursprünglichen Zielen habe sich insbesondere im letzten Monat des Geschäftsjahres noch stark erhöht, hieß es.
Anders als das Margenziel dürfte Heidelberger Druck seine währungsbereinigte Umsatzprognose erfüllen, teilte das Unternehmen weiter mit. Zum Auftragseingang hieß es wiederum, dieser habe den Trend der Abschlussquartale vorangegangener Jahre fortgesetzt. Endgültige Zahlen für das Geschäftsjahr soll es am 10. Juni geben.
Heidelberger Druck hat in Zeiten der Digitalisierung in seinem Kerngeschäft mit Druckmaschinen bereits seit längerem zu kämpfen. Der Konzern hat sich daher bereits ein Standbein mit Ladeboxen für Elektrofahrzeuge aufgebaut und rückt nun in den Rüstungsbereich vor.
Im März des laufenden Jahres hatte der Konzern dazu die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem US-amerikanisch-israelischen Verteidigungssystem-Hersteller Ondas Autonomous Systems verkündet. Just in dieser Woche ging das Joint Venture am Heidelberg-Standort Brandenburg an der Havel offiziell an den Start: Unter dem Namen Onberg entwickelt und betreibt das Gemeinschaftsunternehmen autonome Systeme zur Drohnenabwehr.
dpa (AFX)
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Bildquellen: Heidelberger Druckmaschinen AG