Kreditbedingungen ausgesetzt

Gerresheimer-Aktie hebt ab: Kreditgeber gewähren Fristverlängerung für Jahresabschluss

16.04.26 20:52 Uhr

Gerresheimer-Aktie hebt ab: Kreditgeber gewähren Fristverlängerung für Jahresabschluss | finanzen.net

Die Gerresheimer AG hat sich mit ihren Kreditgebern auf eine Fristverlängerung für die Vorlage des testierten Jahres- und Konzernabschlusses 2025 geeinigt.

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Sowohl die Bankenpartner als auch die Inhaber von Schuldscheindarlehen gewähren dem Unternehmen nun Zeit bis zum 30. September 2026. Im Zuge dieser Vereinbarung wurden laut Gerresheimer zudem wichtige Kreditbedingungen zum Verschuldungsgrad bis zum Ende des dritten Quartals 2026 ausgesetzt. Gerresheimer hält aber an dem Ziel fest, den geprüften Abschluss bereits im Juni 2026 zu veröffentlichen.

So reagiert die Gerresheimer-Aktie

Die Einigung zwischen Gerresheimer und dessen Kreditgeber auf eine Fristverlängerung für den testierten Jahres- und Konzernabschluss 2025 hat die Aktie des Spezialverpackungsherstellers am Donnerstag steil auf Erholungskurs geschickt. Mit Leichtigkeit überwand sie die Marke von 20 Euro und zeitweise auch die von 21 Euro. Zum Handelsschluss legte sie noch um 19,44 Prozent auf 21,14 Euro zu.

Analyst James Vane-Tempest von Jefferies verwies neben der Einigung mit den Kreditgebern zudem auf die vorankommende, geplante Veräußerung der US-Tochter Centor, deren Abschluss noch vor Jahresende erfolgen könnte. "Das Interesse ist groß, und es gibt eine zweistellige Anzahl an Interessenten", schrieb er. Außerdem habe das Management bekräftigt, dass die Entwicklung im Geschäftsjahr 2026 den Erwartungen entspreche und das Auftragsniveau solide sei.

Bernstein-Expertin Delphine Le Louet sprach angesichts der Neuigkeiten bei Gerresheimer von einer "kleinen Erleichterung", da "die Entscheidungen des aktuellen Managements richtig sind und den Gläubigern eine gewisse Transparenz bieten, die eine Insolvenz verhindern könnte".

Die Sorgen rund um Gerresheimer sind groß, denn Bilanzunstimmigkeiten erschüttern seit geraumer Zeit. Nachdem im März erneut der Jahresabschluss 2025 verschoben wurde und nun im Juni veröffentlicht werden soll, folgte in der vergangenen Woche der Rauswurf aus dem Kleinwerte-Index SDAX. In diesen war die Aktie im Dezember aus dem MDAX der mittelgroßen Unternehmen abgestiegen.

Unter dem neuen, seit November eingesetzten Vorstandschef Uwe Röhrhoff war im Februar die erste Verschiebung des Jahresabschlusses angekündigt worden. Zudem wurde eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Klärung der Bilanzprobleme beauftragt.

In den Blick der deutschen Finanzaufsicht BaFin war der Konzern im Herbst 2025 geraten. Doch schon vorher kam er aus den negativen Schlagzeilen kaum heraus. 2023 noch auf ein Rekordhoch bei knapp unter 123 Euro geklettert, ging es für die Aktie seither beständig abwärts.

Im Herbst 2024 hatte eine heftige Gewinnwarnung für 2024 und auch 2025 die Anleger in die Flucht geschlagen und im Juni 2025 kam eine weitere hinzu. Analysten bemängelten die Transparenz des Unternehmens und sprachen von Zweifeln an der Glaubwürdigkeit des Managements unter dem damaligen Vorstandschef Dietmar Siemssen.

Weitere Sorgen kamen mit dem wichtigen Gerresheimer-Kunden Novo Nordisk Ende 2024 hinzu. Vor zwölf Monaten verflog schließlich auch noch die Übernahmefantasie, die der Aktie eine Zeit lang davor etwas Auftrieb gegeben hatte.

Für Bernstein-Analystin Le Louet ist klar: Die Probleme für Gerresheimer kamen vor allem mit der Übernahme von Bormioli im Mai 2024. Durch diesen Schritt habe sich "die Unternehmensgeschichte von einer Equity-Story zu einer Bond-Story gewandelt". Dies sei mit einer massiven Verschlechterung der Profitabilität und mangelnder Transparenz in der tatsächlichen Geschäftsentwicklung einhergegangen, habe dann in den von BaFin untersuchten Bilanzierungs- und Governance-Problemen gemündet und zu einer kompletten Neubesetzung des Managements geführt. "Das einzige verbliebene Puzzleteil dieser alarmierenden Situation könnte immer noch eine mögliche Bilanzfälschung sein", resümierte sie und blieb bei ihrem Anlageurteil "Underweight".

DOW JONES / dpa-AFX

Bildquellen: Daniel Gebauer / Gerresheimer AG

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11.02.2026Gerresheimer OverweightJP Morgan Chase & Co.
02.02.2026Gerresheimer BuyJefferies & Company Inc.
16.01.2026Gerresheimer BuyJefferies & Company Inc.
23.12.2025Gerresheimer BuyJefferies & Company Inc.
21.10.2025Gerresheimer BuyJefferies & Company Inc.
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16.02.2026Gerresheimer HoldDeutsche Bank AG
16.02.2026Gerresheimer HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
12.02.2026Gerresheimer HoldDeutsche Bank AG
11.02.2026Gerresheimer NeutralUBS AG
11.02.2026Gerresheimer Equal WeightBarclays Capital
DatumRatingAnalyst
16.03.2026Gerresheimer UnderperformBernstein Research
24.02.2026Gerresheimer SellUBS AG
12.02.2026Gerresheimer UnderperformBernstein Research
11.02.2026Gerresheimer VerkaufenDZ BANK
13.01.2026Gerresheimer UnderperformBernstein Research

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