Neue Hoffnung nach gescheiterten Iran-Gesprächen: DAX im Minus -- US-Börsen fest -- Entlastung bei Benzinpreisen kommt -- Nike, Palantir, DroneShield, TUI, VW, BioNTech, Lufthansa im Fokus
VERBIO-Aktie im Aufwind. Revolution Medicines meldet Durchbruch bei Krebs-Medikament. Amazon treibt Marvell-Aktie an. Goldman Sachs übertrifft Gewinnerwartungen. Deutsche Börse erwirbt Minderheitsbeteiligung an Indexanbieter MerQube. ServiceNow-Aktie durch KI-Zweifel belastet. E.ON sieht anhaltend hohe Energiepreise nach Iran-Konflikt.
Marktentwicklung
Der deutsche Aktienmarkt gab zum Wochenstart nach.
Der DAX konnte seinen zunächst deutlichen Verlust am Nachmittag eingrenzen und schloss letztlich 0,26 Prozent schwächer bei 23.742,44 Punkten.
Der TecDAX blieb nach einem negativen Start auch im weiteren Verlauf klar auf rotem Terrain und beendete den Handel schlussendlich 0,7 Prozent tiefer bei 3.507 Stellen.
Die vorläufig gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben den deutschen Aktienmarkt zum Wochenauftakt unter Druck gesetzt. Belastend wirkte zudem die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Seeblockade der Straße von Hormus.
Iranische Regierungsvertreter ziehen unteressen offenbar in Betracht, ihr Urananreicherungsprogramm einzustellen. Diese Entwicklung könnte einen Durchbruch in den festgefahrenen Beziehungen zwischen Teheran und Washington bedeuten, da die Vereinigten Staaten die Einstellung der Anreicherungsaktivitäten seit langem als zentrale Voraussetzung für eine Entspannung betrachten.
Für Montag hat das US-Militär auf Anordnung Trumps eine Blockade von Schiffen in der Straße von Hormus angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder verlassen. Gleichzeitig wurde betont, dass Schiffe ohne Bezug zu iranischen Häfen die Meerenge weiterhin passieren können. Mit der Maßnahme soll verhindert werden, dass der Iran Gebühren für die Passage erhebt und zugleich sollen die Öleinnahmen des Landes begrenzt werden.
Zwar rechnen Anleger laut Marktbeobachtern weiterhin mit einer Rückkehr beider Seiten an den Verhandlungstisch, die geopolitischen Risiken bleiben jedoch hoch. Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus ActivTrades betonte, die Lage bleibe äußerst angespannt: Das zentrale Nadelöhr, die Straße von Hormus, sei weiterhin ein geopolitischer Brennpunkt. Während der Iran den Zugang kontrolliere, drohten zugleich US-Gegenmaßnahmen. Dieses Zusammenspiel berge erhebliche Risiken für die Märkte. In der Folge zogen auch die Ölpreise infolge der Entwicklungen im Nahen Osten deutlich an, was erneut Inflations- und Konjunktursorgen an den Finanzmärkten schürte.
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Die europäischen Aktienmärkte präsentierten sich im Handel am Montag mit Verlusten.
So eröffnete der EURO STOXX 50 die Sitzung mit einem Minus und zeigte sich auch im Anschluss mit Abschlägen. Letztlich ging er 0,4 Prozent leichter bei 5.904 Punkten in den Feierabend.
Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran sind am Wochenende ergebnislos zu Ende gegangen. Konkrete Gründe für das Scheitern der Friedensverhandlungen wurden dabei nicht bekanntgegeben. Ab Montag 16:00 Uhr MESZ soll die US-Marine nach aktuellen Angaben die Straße von Hormus blockieren. Besonders betroffen wären davon vor allem ölimportabhängige Länder in Asien.
In Handelskreisen wird betont, dass die Auswirkungen der Entscheidung weit über den Ölmarkt hinausgehen könnten. Die US-Politik erscheine zunehmend schwer kalkulierbar, was die Unsicherheit an den Märkten erhöhe und Risiken breiter einpreise. Entsprechend wird erwartet, dass sich die Finanzmärkte auf einen möglichen globalen Inflationsschub einstellen.
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An der Wall Street zeigten sich die Anleger verhalten optimistischer.
Zwar eröffnete der Dow Jones 0,41 Prozent schwächer bei 47.718,21 Punkten, konnte im Verlauf aber Gewinne erzielen und schloss 0,63 Prozent höher bei 48.216,46 Punkten.
Dagegen konnte auch der NASDAQ Composite ins Plus drehen, nachdem er zum Start noch 0,23 Prozent auf 22.849,23 Zähler verloren hatte. Zum Handelsende verzeichnete der Techwerteindex einen Aufschlag von 1,23 Prozent auf 23.183,74 Punkte.
Auf die Stimmung drückte zunächst, dass die Verhandlungen am Wochenende über eine Beilegung des Iran-Konflikts ergebnislos abgebrochen wurden. Die USA haben eigenen Angaben zufolge daraufhin mit der Blockade der Straße von Hormus begonnen. Das teilte ein Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur mit. US-Präsident Donald Trump bestätigte später vor Reportern in Washington, die Blockade sei wie geplant in Kraft getreten.
Lichtblick für die Anleger blieb jedoch, dass der in der vergangenen Woche vereinbarte Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran noch gilt. Zudem signalisierte Trump im Handelsverlauf, dass es eine Kontaktaufnahme des Irans mit Blick auf eine mögliche Einigung gegeben habe.
Ferner wurde der Quartalsbericht von Goldman Sachs negativ aufgenommen. Zwar hat die Investmentbank im ersten Quartal einen überraschend starken Gewinnsprung erzielt, Analysten bemängelten aber, dass die Erträge im Handel mit festverzinslichen Papieren, Währungen und Rohstoffen um zehn Prozent gefallen sind.
Zum Wochenstart zeigten sich die asiatischen Börsen überwiegend mit sinkender Tendenz.
In Tokio verlor der Nikkei 225 letztlich 0,74 Prozent auf 56.502,77 Punkte.
Auf dem chinesischen Festland notierte der Shanghai Composite unterdessen marginale 0,06 Prozent höher bei 3.988,56 Punkten.
Abwärts ging es jedoch in Hongkong: Der Hang Seng gab schlussendlich um 0,9 Prozent auf 25.660,85 Zähler ab.
Die Börsenkurse in Fernost starteten mit mehrheitlichen Verlusten in die Handelswoche. Die Märkte reagierten damit auf die von US-Präsident Donald Trump nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen mit dem Iran angekündigte Blockade der Straße von Hormus. Die US-Marine werde alle Schiffe blockieren, die iranische Häfen anlaufen oder von ihnen auslaufen. Der Ölpreis für ein Fass (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Juni war daraufhin wieder über die Marke von 100 Dollar gestiegen. Die ostasiatischen Volkswirtschaften sind stark von Öllieferungen über die Straße von Hormus vor Iran abhängig.
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