Gegner USA?

Ölpreise: Wieso Russland der OPEC ein Versprechen gibt

13.02.18 20:22 Uhr

Ölpreise: Wieso Russland der OPEC ein Versprechen gibt | finanzen.net

Die Öl-Fördermenge hat einen bedeutenden Einfluss auf die Ölpreise. Wird viel vom schwarzen Gold gefördert, fallen als Konsequenz die Preise pro Barrel. Daher steht besonders Russland als derzeit größter Ölproduzent im Fokus. Nun hat der russische Präsident Wladimir Putin ein Versprechen abgeben.

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Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) versucht mit Hilfe der Begrenzung der Fördermenge die Ölpreise stabil zu halten. Dabei werden auch Vereinbarungen mit Ländern getroffen, die nicht zu den Mitgliedern der Organisation gehören.
Mit einer täglichen Produktion von rund elf Millionen Barrel pro Tag belegt die Russische Föderation den ersten Platz der größten Ölförderer, dicht gefolgt von den USA und Saudi-Arabien. Allerdings sind die USA wie auch Russland kein Teil der OPEC. Hier müssen gesonderte Absprachen getroffen werden.

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"Wir sitzen alle im selben Boot"

Auf einer Konferenz in Kairo ließ OPEC-Generalsekretär Mohammed Barkindo gegenüber "CNBC" verlauten, dass man sich zumindest um die russische Seite keine Sorgen zu machen brauche. "Ich habe von beiden, von Herrn Alexander Novak [russischer Energieminister, Anm. d. Red.] und von Präsident Putin, die Versicherung erhalten, dass sie sich weiterhin der OPEC, Nicht-OPEC-Gemeinschaft und der Kooperations-Verkündung verpflichten", sagte Barkindo am Montag. Schließlich sei es im Interesse aller - also der OPEC-Staaten, Russland und anderer Nicht-OPEC-Staaten - die Strategie weiterzuverfolgen, auch nachdem sich der Markt stabilisiert habe. "Wir sitzen alle im selben Boot", so Barkindo.

Fracking-Boom könnte beginnende Ölpreis-Stabilisierung zunichte machen

Doch dieses Boot in fahrbaren Gewässern zu halten, scheint für die OPEC immer schwieriger zu werden. So hat das Kartell erst am Montag die Prognose der Förderung außerhalb der Organisation angehoben. Die hohe Ölproduktion Russlands dürfte hierfür jedoch nicht der Auslöser gewesen sein. Denn als größere Problematik entpuppen sich allmählich die USA. Da die Ölpreise nach ihrem Einbruch Mitte des vergangenen Jahres wieder deutlich gestiegen sind, ist das sogenannte Fracking wieder profitabel. In den USA war diese Methode der Förderung zwischenzeitlich schlichtweg zu teuer geworden, da die Preise pro Barrel den Aufwand nicht gerechtfertigt hatten. Nun lohnt es sich für die großen Ölfirmen wieder, das Schiefer-Erdöl, das beim Fracking entsteht, zu produzieren. Darum, und durch die immer höhere Anzahl an Bohrlöchern, erhöht sich die Fördermenge der USA derzeit stetig. Mit zuletzt 10,25 Millionen geförderten Barrel machen sie dem russischen Titelverteidiger ernsthafte Konkurrenz.

OPEC bleibt bei Ausblick vorsichtig

Auf der einen Seite steht zwar eine höhere Ölproduktion, auf der anderen Seite dürfte jedoch die Nachfrage ebenfalls weiter steigen, so der Monatsbericht der OPEC, welcher erst am Montag vorgelegt wurde. Die positive wirtschaftliche Entwicklung dürfte auch den Bedarf ankurbeln, so das Kartell. In absoluten Zahlen rechnet die Organisation damit, dass die Nachfrage am Tag auf 1,59 Millionen Barrel steigen wird, während sich die Förderung gleichzeitig auf 1,4 Millionen Barrel erhöht. Ein Gleichgewicht dürfte jedoch erst Ende des Jahres gefunden werden.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: ALEXANDER KLEIN/AFP/Getty Images, Sasha Mordovets/Getty Images

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