Gewinnwarnung bei Daimler nach Einbruch der Pkw-Sparte
Der Autobauer Daimler muss bei seiner Aufholjagd auf BMW und Audi den nächsten Rückschlag verkraften.
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Nach einem dramatischen Gewinneinbruch der Pkw-Sparte im ersten Quartal strichen die Stuttgarter am Mittwoch ihre Ergebnisprognosen für 2013 zusammen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem laufenden Geschäft werde unter den 8,1 Milliarden Euro aus 2012 liegen, teilte Daimler am Mittwoch mit. Und das trotz erster Erfolge, die die Stuttgarter 2013 mit ihren Sparprogrammen erzielen wollen. Seit September, als schon die Jahresprognose 2012 fiel, drehen die Schwaben an der Kostenschraube.
Die zweite Gewinnwarnung binnen sieben Monaten drückte am Morgen nur kurz auf die Aktie: Im frühen Handel lag sie 0,48 Prozent im Minus. Denn wirklich überraschend kam die Kurskorrektur nicht: Schon bei der Hauptversammlung vor zwei Wochen hatte der Dax-Konzern eine mögliche Gewinnwarnung angekündigt. "In den ersten drei Monaten des Jahres haben sich viele Märkte, insbesondere Westeuropa, konjunkturbedingt schlechter entwickelt als erwartet", sagte Konzernchef Dieter Zetsche jetzt. Noch Anfang Februar hatte er eine stabile Entwicklung vorhergesagt.
SCHLECHTER MODELLMIX: PKW-GEWINN BRICHT EIN
Im ersten Quartal brach deswegen vor allem der Gewinn der Pkw-Sparte Mercedes-Benz ein: Hier sackte das Ebit um fast zwei Drittel auf 460 Millionen Euro ab. Selbst der Umsatz ging zurück, obwohl die Stuttgarter mehr Autos verkauften als vor einem Jahr. Die Umsatzrendite, mit der vor allem die Oberklasse-Hersteller ihre Profitabilität vergleichen, brach auf 3,3 Prozent ein. BMW und Audi hatten 2012 zweistellige Werte vorweisen können. Auch Daimler will hier auf 10 Prozent kommen, hat das Ziel aber auf unbestimmte Zeit verschoben.
Ein Grund für den Rendite-Einbruch: Daimler brachte zwar rund 50 Prozent mehr Autos der kompakten A- und B-Klasse auf die Straße, bei den großen Gewinnbringern E- und S-Klasse sank der Absatz aber um rund ein Viertel. Beide Modelle kommen derzeit in neuen Versionen auf den Markt - Daimler erhofft sich davon kräftigen Rückenwind für die zweite Jahreshälfte. Trotzdem dürfte das Pkw-EBIT 2013 unter dem schwachen Vorjahr bleiben. Auch weil die Preise unter dem schrumpfenden Markt leiden: "Europa ist sehr wettbewerbsintensiv", sagte Finanzvorstand Bodo Uebber.
WEITER HOHES RISIKO IN DEN MÄRKTEN
Der Konzern glaubt nicht, dass die Nachfrage im Krisengebiet Europa schnell wieder anspringt. Selbst bei einer Verbesserung vom Sommer an rechnen die Stuttgarter auf Jahressicht mit einem weiteren Absatzminus. In Deutschland dürfte der Markt um vier Prozent schrumpfen. Für Uebber gibt es keine Planungssicherheit: "Wir sind noch nicht gefeit vor Schocks."
Und so könnte Daimler bis Jahresende weiter unter Druck geraten. Im ersten Quartal war das Konzern-EBIT um mehr als die Hälfte auf 917 Millionen Euro geschrumpft. Unter dem Strich brach der Nettogewinn sogar um fast zwei Drittel auf 564 Millionen Euro ein (Vorjahr: 1,4 Mrd). In beiden Fällen hatten Analysten deutlich bessere Werte erwartet. Der Umsatz ging durch den ungünstigen Modellmix um gut drei Prozent auf 26,1 Milliarden Euro zurück und traf damit etwa die Markterwartungen. Für das zweite Quartal dürfte der Verkauf des letzten Tafelsilbers Entlastung bringen: Daimler veräußerte vergangene Woche seine restliche Beteiligung an der Airbus-Mutter EADS für rund 2,2 Milliarden Euro.
AUCH ANDERE SPARTEN UNTER DRUCK
Keine Hilfe kommt dagegen aus den übrigen Geschäftsbereichen: In der Lkw-Sparte rechnen die Stuttgarter 2013 nur noch mit einem Gewinn auf Höhe des Vorjahres, zuvor hatte Daimler noch mit einem steigenden Ebit kalkuliert. Bei den Vans herrscht das gleiche Bild. Einzig die Bus-Sparte soll ein besseres Ergebnis abliefern - hier hatte Daimler 2012 gut 230 Millionen Euro Verlust eingefahren.
Erst 2014, wenn unter anderem die S-Klasse in allen wichtigen Märkten gestartet ist, soll es für Daimler wieder bergauf gehen. Dann rechnen die Schwaben in allen Sparten mit besseren Ergebnissen als in diesem Jahr. Dann sollte auch der Umbau des China-Geschäfts erste Früchte abwerfen. Hier bringen die Stuttgarter derzeit ihre Vertriebsstruktur auf Linie und wollen ihren Absatz bis 2015 um knapp 50 Prozent steigern. In diesem Jahr müssen sie sich aber möglicherweise mit einem Mini-Wachstum begnügen./mmb/stk/fbr
STUTTGART (dpa-AFX)
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