US-Börsen schließen tiefrot -- DAX letztlich unter 25.000 Punkten -- Trump will Zollsatz weiter erhöhen -- Novo Nordisk-Studie enttäuscht -- PayPal, DroneShield, Bayer, Diginex, NVIDIA, SAP im Fokus
Winona Ryder wird Teil der Netflix-Erfolgsserie "Wednesday". Lamborghini verwirft Pläne für vollelektrischen Sportwagen. Bayer reicht Klage gegen Johnson & Johnson wegen irreführender Werbung ein. Bitcoin knickt unter neuem US-Zoll-Druck ein. Siemens Energy-Aktie nach Rekordzahlen und angehobenen Kurszielen weiter stark. Arcellx-Aktie explodiert: Gilead Sciences sichert sich mit Zukauf neue Krebs-Therapie.
Marktentwicklung
Der deutsche Aktienmarkt ging mit Verlusten in die neue Woche.
Der DAX hat die neue Börsenwoche tiefer begonnen und zeigte sich auch im Anschluss weiter in Rot. Am Nachmittag wurden die Abschläge nochmal größer, sodass sogar die 25.000-Punkte-Marke unterschritten wurde. Das Börsenbarometer schloss 1,06 Prozent niedriger bei 24.991,97 Zählern.
Der TecDAX bewegte sich ebenfalls auf rotem Terrain, nachdem er schon etwas leichter in den Handel gegangen war. Er verabschiedete sich 0,91 Prozent schwächer bei 3.687,79 Punkten.
Der deutsche Aktienmarkt reagierte mit Verlusten auf die neusten Zolldrohnungen des US-Präsidenten. Am Freitag war der Leitindex noch auf den höchsten Stand seit Mitte Januar geklettert. Inzwischen halten sich die Anleger wieder zurück.
Zusätzlich zum schwelenden Konflikt mit dem Iran belastete nun neue Unsicherheit in der Handelspolitik die Weltlage. Der Oberste Gerichtshof der USA untersagte dem Präsidenten in einem Grundsatzurteil die Nutzung eines Notstandsgesetzes aus den 70ern zur Verhängung globaler Zölle. Trotz dieser juristischen Niederlage lässt Trump nicht locker: Er erklärte bereits, andere Hebel in Bewegung zu setzen, um seine Zollpolitik weiterhin zu realisieren. Die EU reagierte mit einem Aussetzen der Umsetzung des Zollabkommens mit den USA.
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Die europäischen Börsen bewegten sich am Montag auf einem tieferen Niveau.
Der EURO STOXX 50 ging mit Verlusten in den Handel und auch anschließend verblieb er auf rotem Terrain. Die Abschläge blieben jedoch überschaubar. Sein Schlussstand: 6.114,49 (-0,27 Prozent).
Die europäischen Börsen verzeichneten am Montag Abgaben. Anleger zeigten sich angesichts des erneuten Zollstreits in den USA verunsichert und warteten zunächst auf mehr Klarheit.
Auslöser der Unsicherheit war das Urteil des Obersten US-Gerichtshofs, wonach Präsident Trump mit pauschalen Importzöllen auf Basis eines Notstandsgesetzes seine Kompetenzen überschritten habe. Trump reagierte umgehend mit der Ankündigung neuer Handelsbarrieren, was nun zu Wochenbeginn in die Kurse eingepreist wird. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank erklärte laut dpa-AFX, Länder könnten mit bislang höheren reziproken Zöllen kurzfristig profitieren, während bestehende Ausnahmen für bestimmte Sektoren - etwa im Energie- oder Technologiebereich - voraussichtlich bestehen bleiben. Die EU reagierte mit einem Aussetzen der Umsetzung des Zollabkommens mit den USA.
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An den US-Börsen kam es zum Wochenauftakt zu klaren Verlusten.
Der Dow Jones beendete den Handel bei 48.804,06 Punkten mit einem Abschlag in Höhe von 1,66 Prozent. Bereits zum Handelsstart hatte er sich etwas schwächer gezeigt und war dann im Verlauf immer tiefer abgetaucht.
Der NASDAQ Composite gab letztlich um 1,13 Prozent auf 22.627,27 Zähler nach. Auch er hatte bereits etwas tiefer eröffnet und seine Verluste dann im Handelsverlauf noch deutlich ausgeweitet.
Die anhaltende Unsicherheit rund um das Zollthema belastete weiterhin das Marktsentiment. Nachdem der Oberster Gerichtshof der Vereinigten Staaten am Freitag die globalen Zölle von US-Präsident Donald Trump für unrechtmäßig erklärt hatte, kündigte Trump neue Maßnahmen an. Er berief sich nun auf Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 und führt einen globalen Basiszoll von 15 Prozent ein, der zunächst für 150 Tage gelten soll, um außenwirtschaftliche Ungleichgewichte zu korrigieren. Die EU reagierte mit einem Aussetzen der Umsetzung des Zollabkommens mit den USA.
"Das fügt der Zollthematik eine weitere Ebene der Unsicherheit hinzu. Sollte die Handelspolitik diesen Kurs fortsetzen, könnten wir zum Jahresende durchaus erneut vor dem Obersten Gerichtshof stehen", sagte Michael Landsberg, Chief Investment Officer bei Landsberg Bennett Private Wealth Management, gegenüber Dow Jones Newswires. Volkswirte der Deutsche Bank verwiesen darauf, dass der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer am Sonntag signalisiert habe, bereits geschlossene Handelsabkommen blieben in Kraft und seien von dem neuen höheren Zollsatz nicht betroffen.
Die Berichtssaison legte derweil eine Verschnaufpause ein. Im Fokus stehen nun vor allem die Zahlen des Chipkonzerns NVIDIA zum vierten Quartal, die am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegt werden.
Die wichtigsten Märkte in Fernost legten am Montag zu.
In Tokio notierte der Nikkei 225 am Freitag letztlich 1,12 Prozent tiefer bei 56.825,70 Punkten. Am Montag bleibt der Handel hier aus wegen eines Feiertages aus.
Auch dem chinesischen Festland blieb der Shanghai Composite am Montag aufgrund eines Feiertages weiterhin geschlossen. Er schloss zuletzt mit einem Minus von 1,26 Prozent bei 4.082,07 Zählern.
In Hongkong ging es derweil aufwärts. Der Hang Seng legte hier 2,53 Prozent auf 27.081,91 Zähler zu.
Hintergrund war eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA vom Freitag, wonach die von Donald Trump verhängten Zölle als rechtswidrig eingestuft wurden, da das herangezogene Notstandsgesetz keine entsprechende Befugnis vorsehe. Trump reagierte mit scharfer Kritik am Gericht und kündigte an, einen globalen Zollsatz von 15 Prozent einzuführen, der einen Großteil der zuvor für illegal erklärten Abgaben ersetzen soll.
Volkswirte weisen laut Dow Jones Newswires darauf hin, dass einige südostasiatische Volkswirtschaften kurzfristig sogar profitieren könnten, da sie zuvor besonders hohe Zollsätze trafen. Die allgemeine Unsicherheit bleibe jedoch ein Belastungsfaktor. Laut Goldman Sachs dürfte China den stärksten Rückgang bei den Zöllen verzeichnen, gefolgt von mehreren Ländern in Süd- und Südostasien. Citi-Analysten gehen davon aus, dass der effektive Zollsatz für China auf rund 26 Prozent sinken könnte, betonen jedoch, dass dies keine grundlegende Kursänderung in der US-Politik gegenüber Peking bedeute.
In Hongkong sorgten nach der Feiertagspause Hoffnungen auf niedrigere Zölle für Auftrieb. Zudem deuteten Daten rund um die chinesischen Neujahrsfeiertage auf eine robuste Binnennachfrage hin, was den Markt zusätzlich stützte.
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