Zentralbanken decken sich wieder mit Gold ein

Seit 2011 hat Gold tendenziell an Wert verloren. Doch nun scheinen viele Währungshüter ein Comeback des gelben Edelmetalls zu erwarten.
Wie aus einem Goldmarktbericht des World Gold Council (WGC) hervorgeht, ist die weltweite Goldnachfrage im dritten Quartal 2018 um 0,6 Prozent oder 6,2 Tonnen auf 964,3 Tonnen geklettert. Hierzu trug unter anderem die starke Nachfrage durch Zentralbanken bei.

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Zunehmende Gold-Nachfrage
Notenbanken rund um den Globus haben dabei zusammen netto 148,4 Tonnen Gold erworben. Das ist nicht nur eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 22 Prozent, sondern auch der stärkste Zuwachs seit 2015.
Das niedrige Preisniveau verleitete daneben offenbar auch zahlreiche Investoren zu Goldkäufen. So wuchs die Nachfrage nach Anlagegold gegenüber dem dritten Quartal 2017 um 28 Prozent auf 298,1 Tonnen. Insbesondere China (+25 Prozent) und - vor dem Hintergrund neuer US-Sanktionen - auch der Iran haben dazu beigetragen.
Das steckt hinter dem Interesse der Notenbanken
Nach Angaben des WGC nutzt eine wachsende Zahl von Notenbanken das Gold zur Diversifikation ihrer Anlagen. Insbesondere die Dollar-Entwicklung bereitet offenbar Sorgen. Da sich das Edelmetall in der Vergangenheit oft gegenläufig zum Dollar bewegte, wird es gerne zur Absicherung gegen eine schwache US-Währung genutzt.
Die größten Akteure
Größter Käufer war laut WGC die russische Notenbank. Mit einem Zuwachs um 92,2 Tonnen im dritten Quartal 2018 kletterten ihre Goldreserven erstmals über die Marke von 2.000 Tonnen. Russland schichtet damit seine Anlagen um: Das Land trennt sich derzeit stark von US-Staatsanleihen.
Ebenfalls ihre Goldreserven deutlich ausgebaut haben die Zentralbanken der Türkei und Kasachstans. Sie erhöhten ihre Bestände um 18,5 Tonnen auf insgesamt 258,6 Tonnen bzw. um 13,4 Tonnen auf nun 335,1 Tonnen.
Die Deutsche Bundesbank tanzt jedoch etwas aus der Reihe. Sie veräußerte Gold und reduzierte ihren Bestand damit laut dem WGC leicht um 0,2 Tonnen. Dies ist jedoch nur eine geringe Menge, wenn man berücksichtigt, dass die Bundesbank ihre Goldreserven Ende 2017 mit insgesamt 3.374 Tonnen angegeben hat.
Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Timur Vildanov / Shutterstock.com, Marc Darchinger/Deutsche Bundesbank