Gold-Silber-Verhältnis "extrem": Darum könnte Silber jetzt einen Blick wert sein

Gold hat 2025 bereits zahlreiche Rekorde gebrochen und die Marke von 3.000 US-Dollar überschritten. Experten sehen daneben aber auch enormes Potenzial für Silber, das historisch oft mit Verzögerung nachzieht.
Werte in diesem Artikel
• Gold bereits mit zahlreichen Rekordständen in 2025
• Gold-Silber-Verhältnis "extrem"
• Silber vor Aufholjagd?

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Silber - "ein verborgenes, wertvolles Juwel"
Gold hat in diesem Jahr bislang mehrfach neue Rekordstände erreicht - laut Daten von Dow Jones Market Data waren es 15 Intraday-Allzeithochs - und die 3.000 US-Dollar-Marke dabei klar hinter sich gelassen. Zuletzt mussten Anleger etwa 3.083 US-Dollar je Feinunze bezahlen (Stand: 30. März 2025). Marktteilnehmer, die die Rally des glänzenden Edelmetalls verpasst haben, sollten den Kopf aber nicht in den Sand stecken, raten Experten. Denn das häufig in den Hintergrund gerückte Silber könnte ebenfalls enormes Potenzial bieten. Einem Analysten zufolge stehe das weiße Edelmetall sogar vor einem "starken" Anstieg bis auf den höchsten Preis aller Zeiten.
"Silber ist ein verborgenes, wertvolles Juwel, das Anleger in Betracht ziehen sollten, die nach Möglichkeiten suchen, in den Bullenmärkten für Gold und Silber zu investieren", zitiert MarketWatch Peter Spina, Gründer und Präsident der Investoren-Websites GoldSeek.com und SilverSeek.com. Das Silver Institute erwartet für das Jahr 2025 erneut ein erhebliches Angebotsdefizit auf dem globalen Silbermarkt - zum fünften Mal in Folge. Mit 1,05 Milliarden Unzen dürfte das weltweite Silberangebot dem Institut zufolge dieses Jahr ein Elfjahreshoch erreichen, die Silberminenproduktion dürfte unterdessen wohl ein Siebenjahreshoch erklimmen.
Gold-Silber-Verhältnis "extrem"
Während der Goldpreis im Jahr 2025 bislang um etwa 15 Prozent angestiegen ist, ging es für Silber im gleichen Zeitraum sogar um rund 17 Prozent nach oben auf zuletzt 34,14 US-Dollar (Stand: 30. März 2025). Durch die Goldrally seien auch die Silberpreise mit nach oben gezogen worden, erklärt Spina gegenüber MarketWatch. Das Gold-Silber-Verhältnis liegt derzeit bei über 90 Feinunzen Silber für eine Unze Gold. Dies sei Spina zufolge "extrem", denn seit Ende der 1980er Jahre liege dieses Verhältnis im Durchschnitt nur bei etwa 70 Unzen Silber zu einer Unze Gold, wie MarketWatch unter Berufung auf einen Bericht von Sprott erinnert. Das derzeitige hohe Verhältnis deute demnach auf eine Unterbewertung von Silber im Vergleich zu Gold hin.
Silber vor Aufholjagd?
Historisch gesehen hinkt Silber dem Goldpreis in großen Bullenmärkten oft hinterher, bis "Marktaufregung einsetzt und Investoren und Spekulanten in den winzigen Silbermarkt strömen und den Preis höher und schneller als den von Gold explodieren lassen", zitiert MarketWatch Spina. Dieser Zustand stehe dem Experten zufolge kurz bevor, denn Silber habe großen Nachholbedarf. "Die aktuellen Marktdaten sprechen eindeutig für einen deutlich ernsteren und stärkeren Anstieg des Silberpreises in den kommenden Monaten."
Dennoch könnten die Zölle unter US-Präsident Donald Trump die Silber-Euphorie etwas bremsen, wie das Silver Institute bereits in seinem Januar-Bericht gewarnt hatte. So könnten Zölle die "Hauptbremse für Silberinvestitionen in den kommenden Monaten sein, auch wenn die tatsächliche industrielle Nachfrage nach Silber voraussichtlich robust bleiben wird". "Es besteht ein dringender Bedarf an billigem Silber, aber verzolltes Silber [würde zu einem] deutlichen Anstieg des Endpreises führen. Es herrscht ein regelrechter Ansturm auf unversteuertes physisches Silber in den USA. Das setzt die bestehenden Vorräte stark unter Druck", merkte unterdessen Spina MarketWatch zufolge an. Insgesamt erwartet der Experte bis Jahresende jedoch einen Anstieg auf 40 bis 50 US-Dollar je Unze Silber.
Auch Ole Hansen, Leiter der Rohstoffstrategie bei der Saxo Bank, glaubt, dass der Silberpreis gegen Ende des Jahres bei rund 40 US-Dollar stehen dürfte. Ähnlich zuversichtlich äußerte sich jüngst auf dem Branchentreffen Zukunftsforum Edelmetalle ebenfalls Nicky Shiels, Head of Research & Metals Strategy beim Edelmetallunternehmen MKS PAMP: "Ich bin für Silber verhältnismäßig optimistischer als für Gold. Für die zweite Jahreshälfte rechne ich mit einem Preis von 36,50 US-Dollar pro Unze und mit 42 US-Dollar in der Spitze".
Tritt Silber aus dem Schatten von Gold?
Silber ist nach wie vor ein unterschätztes Edelmetall mit großem Potenzial, das häufig im Schatten von Gold zurückbleibt. Die Kombination aus strukturellem Angebotsdefizit, steigender industrieller Nachfrage, geopolitischen Unsicherheiten und einem sich verbessernden Investoreninteresse könnte Silber daher zu einer spannenden Anlagemöglichkeit im Jahr 2025 machen. Sollte sich die Marktstimmung weiter drehen, könnte Silber schon bald aus dem Schatten von Gold treten und seinen eigenen starken Bullenmarkt erleben, erwarten einige Experten.
Redaktion finanzen.net
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