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Nemetschek-Aktie nach Zukauf tiefer: Build-Sparte mit HCSS-Übernahme gestärkt

14.04.26 15:27 Uhr

Milliardenfantasie? Nemetschek holt Private-Equity-Riese an Bord - Aktie reagiert mit Verlusten | finanzen.net

Der auf die Bauindustrie spezialisierte Softwareanbieter Nemetschek übernimmt das US-Unternehmen Heavy Construction Systems Specialists (HCSS).

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Dazu sei eine verbindliche Vereinbarung mit dem US-Finanzinvestor Thoma Bravo getroffen worden, teilte das MDAX-Unternehmen am späten Montagabend mit. Angaben zur Bewertung oder zum Kaufpreis machten die Unternehmen nicht.

Zum einen lasten Sorgen um die Konkurrenz vonseiten Künstlicher Intelligenz (KI) schwer auf dem Kurs, zum anderen zeigten sich auch einige Experten zuletzt skeptisch für die mittelfristigen Wachstumsaussichten des Unternehmens.

Er sehe HCSS als einen strategisch vernünftigen Zukauf, schrieb Berenberg-Analyst Nay Soe Naing. Das Geschäft ergänze Nemetschek SEs Anker-Marke Bluebeam. Er erwarte nach dem Abschluss die Integration der neuen Produkte in eine umfassende Plattform. Beispiele der Konkurrenz hätten gezeigt, dass ungenügende Verzahnung von Produkten die langfristige Wettbewerbsfähigkeit behindere, schrieb der Experte.

Mit der Übernahme will sich Nemetschek im Bereich Infrastruktur- und Tiefbau verstärken. HCSS werde Teil der "Build & Construct"-Sparte, in der das Unternehmen seine Geschäfte rund um den Bau bündelt. Im Gegenzug wird die auf Software-Investments spezialisierte Private-Equity-Gesellschaft Thoma Bravo dort Minderheitsanteilseigner und übernimmt 28 Prozent der Anteile an diesem Bereich. Die Aktionärsstruktur des Gesamtkonzerns ändere sich dadurch nicht, hieß es von Nemetschek weiter.

Angaben zu einem Kaufpreis oder zur Bewertung machten die Münchener nicht. Laut Informationen von Bloomberg lag die Bewertung von HCSS bei über 2 Milliarden Euro, wie die Nachrichtenagentur unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person berichtete. MWB-Analyst Harald Hof schätzte die Bewertung in der "komplexen Transaktion" auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Nemetschek antwortete zunächst nicht auf Fragen zur Bewertung oder einem Kaufpreis.

Im Zuge des Deals wird Nemetschek sämtliche bestehenden Finanzverbindlichkeiten von HCSS refinanzieren, wodurch sich die Nettoverschuldung um rund 450 Millionen Euro erhöhe. Die Ausgestaltung des Geschäfts sichere die finanzielle Flexibilität des Konzerns und schaffe die Grundlage für weiteres langfristiges Wachstum.

Im abgelaufenen Jahr hatten die Amerikaner den Angaben zufolge einen Umsatz von 215 Millionen US-Dollar (184 Mio Euro) bei einer operativen Marge (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von zirka 40 Prozent erzielt.

Mit dem Abschluss der Übernahme rechnet das Unternehmen vorbehaltlich der üblichen regulatorischen Genehmigungen und Abschlussbedingungen im zweiten Halbjahr 2026.

So reagiert die Nemetschek-Aktie

Nemetschek haben am Dienstag im freundlichen Gesamtmarkt nach der angekündigten Übernahme von HCSS deutlich nachgegeben. Nach Gewinnen zum Handelsstart ging es nach und nach abwärts.

Am frühen Nachmittag verloren die Papiere des auf die Bauindustrie spezialisierten Softwareanbieters 3,6 Prozent auf 57,45 Euro. Seit Jahresbeginn haben sie bereits rund 38 Prozent eingebüßt und sind schwächster Wert im MDAX, dem Index der 50 mittelgroßen Unternehmen unterhalb des DAX.

Analyst Charles Brennan von Jefferies sieht den preislich von Nemetschek nicht bezifferten Kauf des US-Unternehmens Heavy Construction Systems Specialists (HCSS) kritisch. Auch wenn die Transaktion strategisch sinnvoll sei, gehe sie zu Lasten der Bewertung und einer höheren Komplexität, schrieb er. In einer Branche, die um das Interesse der Investoren ringe, dürfte die zusätzliche Komplexität kaum auf Gegenliebe stoßen.

MÜNCHEN (dpa-AFX)

Bildquellen: Nemetschek Group

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