Nahostkonflikt: DAX letztlich unter 24.000-Punkte-Marke -- Wall Street schließt tiefrot -- Lufthansa-Aktie scheitert an DAX-Rückkehr -- HENSOLDT, PUMA, Broadcom, Siemens Energy, RENK, NVIDIA im Fokus
Bayer: Gericht genehmigt vorerst Glyphosat-Deal mit Klägern. OpenAI-Gespräche verpassen Trade Desk-Aktie einen Höhenflug. Steyr Motors plant erste Dividende nach IPO. DHL übertrifft Gewinnprognose. LEG erhöht Dividende. Merck mit verhaltener Prognose für 2026. Ströer steigert Umsatz leicht. China setzt Wachstumsziel auf niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. DroneShield weitet Aktienbasis aus.
Marktentwicklung
Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am Donnerstag nach Schwankungen mit Verlusten.
Der DAX startete niedriger und fiel anschließend weiter zurück, bevor es etwas später leicht aufwärts ging. Jedoch konnte der Leitindex seine Gewinne nicht halten und rutschte nach einem zeitweiligen Auf und Ab klarer in die Verlustzone. Dabei unterschritt er sogar die 24.000-Punkte-Marke. Schlussendlich ging er 1,61 Prozent schwächer bei 23.815,75 Punkten aus dem Handel.
Der TecDAX eröffnete ebenfalls leichter. Nachdem er sich im Anschluss noch tiefer präsentierte, konnte auch er zeitweise in die Gewinnzone drehen. Schlussendlich tendierte er jedoch wieder abwärts und beendete den Tag 1,47 Prozent im Minus bei 3.663,37 Stellen.
Der Iran-Konflikt weitete sich derweil weiter aus. Eine ballistische Rakete wurde in Richtung des Nato-Mitglieds Türkei abgefeuert, während Israel seine Angriffe auf Stellungen der Hisbollah im Libanon fortsetzt. In mehreren Golfstaaten kam es zu Drohnenattacken auf zivile Ziele. Zudem versenkten die USA vor Sri Lanka ein Kriegsschiff. Gleichzeitig fließen durch die Straße von Hormus deutlich weniger Öl und Gas. Hinzu kommt die Meldung über eine Explosion auf einem Tanker im Persischen Golf, die neue Sorgen um die Sicherheit der Handelsschifffahrt ausgelöst hat. In der Folge zogen die Ölpreise erneut an.
Nach Einschätzung von Marktbeobachter Stephen Innes von SPI Asset Management liegt das Problem weniger im beschädigten Tanker selbst, sondern vielmehr in der Erkenntnis, dass sich die Kriegshandlungen offenbar nicht mehr nur gegen militärische Ziele richten, sondern zunehmend auch den globalen Handel betreffen.
Unterdessen nahm in Deutschland die Berichtssaison weiter Fahrt auf. Am Donnerstag legten unter anderem die DAX-Konzerne Merck KGaA und DHL Group ihre Zahlen vor. Ergänzt wurde die Agenda durch mehrere Unternehmen aus der zweiten und dritten Börsenreihe. Außerdem richtete sich der Blick im KI-Sektor auf einen optimistischen Ausblick des US-Chipherstellers Broadcom.
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Europas Börsen zeigten sich am Donnerstag schwächer.
Der EURO STOXX 50 eröffnete etwas tiefer und fiel anschließend weiter zurück. Nachdem er zeitweise kleine Gewinne verbuchen konnte, drehte er jedoch wieder auf rotes Terrain zurück, wo er 1,5 Prozent leichter bei 5.782,89 Punkten in den Feierabend ging.
Belastend wirkten vor allem wieder steigende Ölpreise. Angesichts der Kriegswirren im Nahen Osten und der ständig neuen Nachrichtenlage rechnen Marktteilnehmer weiterhin mit erhöhter Volatilität.
Ein Ende der Feindseligkeiten ist trotz vorsichtiger Signale der Gesprächsbereitschaft von beiden Seiten weiterhin nicht in Sicht. Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth stellte sogar einen längeren Zeitraum für den Konflikt in Aussicht und erklärte, die Kampfhandlungen könnten bis zu acht Wochen andauern. Zuvor war noch von etwa vier Wochen die Rede gewesen.
Unterdessen lehnte der US-Senat in Washington eine Resolution ab, die darauf abzielte, die militärischen Befugnisse von US-Präsident Donald Trump bei möglichen Operationen gegen den Iran ohne Zustimmung des Kongresses einzuschränken.
Die Analysten von Goldman Sachs sehen zwar angesichts der hohen Bewertungen globaler Aktien ein erhöhtes Risiko für eine Korrektur. Der Konflikt im Nahen Osten dürfte den Markt ihrer Einschätzung nach jedoch nicht in einen ausgeprägten Bärenmarkt treiben.
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Die US-Börsen bewegten sich in der Donnerstagssitzung klar unterhalb der Nulllinie.
Der Dow Jones startete bereits im Minus in den Handelstag und rutschte anschließend tiefer in die Verlustzone. Schlussendlich verabschiedete er sich 1,61 Prozent schwächer bei 47.953,82 Indexpunkten aus der Sitzung.
Der NASDAQ Composite verlor zur Eröffnung ebenfalls und gab auch weiterhin nach, bis auf letztlich 0,26 Prozent bei 22.748,99 Einheiten.
Nach der Erholung zur Wochenmitte ließ sich an der Wall Street am Donnerstag wieder eine schwache Tendenz beobachten. Zwischenzeitlich hatten die Futures zwar freundlicher notiert, doch die Stimmung blieb angesichts der unsicheren Lage im Nahost-Konflikt äußerst fragil. Hoffnungen auf eine mögliche Entspannung - unter anderem durch Berichte über eine angebliche Gesprächsbereitschaft Irans - waren zuletzt wieder in den Hintergrund getreten.
Auslöser waren erneute iranische Raketenangriffe auf Israel sowie Spekulationen, wonach Mojtaba Khamenei als möglicher Nachfolger des getöteten Obersten Führers gehandelt wird. Dies wird als Signal gewertet, dass Teheran kaum zu Zugeständnissen bereit ist. Entsprechend zogen auch die Ölpreise wieder etwas an.
Konjunkturdaten traten derweil in den Hintergrund. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten entsprachen den Erwartungen, die Importpreise stiegen im Januar etwas weniger stark als prognostiziert. Allerdings legten die Lohnstückkosten im vierten Quartal deutlicher zu als erwartet, was den Renditen zusätzlichen Auftrieb geben könnte.
Die wichtigsten Märkte in Fernost verbuchten am Donnerstag kräftige Gewinne.
In Tokio stieg der Nikkei 225 letztlich massive 1,9 Prozent auf 55.278,06 Punkten.
Auf dem chinesischen Festland prägten ebenfalls Gewinne das Bild, der Shanghai Composite erholte sich um 0,64 Prozent auf 4.108,57 Zähler.
Aufwärtstendenzen waren ebenfalls in Hongkong auszumachen, wo es für den Hang Seng um 0,28 Prozent auf 25.321,34 Zähler nach oben ging.
Nach drei Tagen teils kräftiger Verluste infolge der Angriffe auf den Iran haben sich die asiatischen Börsen am Donnerstag deutlich erholt. Analyst Chang Wei Liang von DBS Group Research erklärte, die Intensität der iranischen Raketenangriffe habe spürbar nachgelassen, nachdem US-Militärschläge die militärischen Fähigkeiten des Landes geschwächt hätten. Zudem gebe es Berichte, wonach der Iran auf Geheimdienstebene Gesprächsbereitschaft über ein mögliches Ende des Krieges signalisiert habe, ergänzte der Stratege.
Parallel dazu hat China für 2026 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts zwischen 4,5 und 5 Prozent als Ziel ausgegeben. Damit liegt die Vorgabe auf dem niedrigsten Niveau seit den 1990er-Jahren. In den vergangenen drei Jahren hatte die Regierung jeweils ein Wachstum von "rund 5 Prozent" angestrebt. Sollte die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr unterhalb der Fünf-Prozent-Marke bleiben, wäre dies - abgesehen von den Jahren der Covid-19-Pandemie - das schwächste Wachstum seit über drei Jahrzehnten. Zugleich teilte China mit, dass die Wirtschaft im vergangenen Jahr real um 5 Prozent gewachsen sei und damit trotz eines erneuten Handelskonflikts mit den USA das offizielle Ziel erreicht habe.
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