Bitcoin im Bärenmarkt?: Warum der Krypto-Winter 2026 anders verläuft

Bitcoin hat seit dem Allzeithoch rund die Hälfte seines Wertes verloren. Marktbeobachter sehen in der aktuellen Korrektur jedoch fundamentale Unterschiede zu früheren Krypto-Wintern.
Werte in diesem Artikel
• Bitcoin ist seit dem Allzeithoch von über 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 um mehr als 50 Prozent gefallen
• Fed-Gouverneur Waller sieht die Krypto-Euphorie nach der Trump-Wahl am Abklingen
• Galaxy-Digital-CEO Novogratz führt den Kursrückgang auf institutionelle Risikoabbauten zurück
Institutionelle Verkäufer statt Retail-Panik
Der aktuelle Kursrückgang bei Bitcoin unterscheidet sich strukturell von früheren Bärenmärkten. Während die Korrekturen der Jahre 2018 und 2022 maßgeblich durch den Zusammenbruch spekulativer Retail-Positionen und Plattformpleiten ausgelöst wurden, deuten die Daten im Jahr 2026 auf einen anderen Treiber hin: institutionelle Investoren, die ihre Risikopositionen anpassen.
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Galaxy Digital-CEO Mike Novogratz sieht die veränderte Marktstruktur als zentralen Faktor. In einem CNBC-Interview vom 10. Februar 2026 erklärte er, die Kryptobranche habe Institutionen angezogen, deren Risikotoleranz sich grundlegend von der privater Anleger unterscheide. Privatanleger suchten Vervielfachungen ihres Kapitals, während institutionelle Akteure bei Kursrückgängen systematisch Positionen abbauen müssten.
Auch Fed-Gouverneur Christopher Waller ordnete laut Cointelegraph den Kursrückgang entsprechend ein. Auf einer Konferenz des Global Interdependence Center am 9. Februar 2026 in La Jolla, Kalifornien, erklärte er, die anfängliche Euphorie rund um Kryptowährungen nach dem Amtsantritt von Präsident Trump sei am Abklingen. Ein Großteil der Verkäufe sei auf Finanzunternehmen zurückzuführen, die ihre Risikopositionen hätten anpassen müssen. Gleichzeitig betonte Waller, dass der Kryptosektor nach wie vor weitgehend vom Kernfinanzsystem entkoppelt sei und die Kursrückgänge keine systemischen Risiken darstellten.
Bitcoin als Wachstumsanlage, nicht als digitales Gold
Der Vermögensverwalter Grayscale liefert in einem am 9. Februar 2026 veröffentlichten Research-Bericht eine datenbasierte Einordnung der aktuellen Marktphase. Demnach korreliert Bitcoin seit mindestens zwölf Monaten eng mit wachstumsstarken Software-Aktien, die über hohe Unternehmensbewertungen im Verhältnis zum Umsatz verfügen. Die jüngsten Kursrückgänge verliefen nahezu parallel zu den Verlusten in diesem Aktiensegment.
Wie aus dem Grayscale-Bericht hervorgeht, fiel der Bitcoin-Kurs am 5. Februar 2026 auf rund 60.000 US-Dollar, was einem Rückgang von über 50 Prozent gegenüber dem Allzeithoch von mehr als 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 entspricht. Grayscale betont, dass die kurzfristigen Preisbewegungen von Bitcoin keine enge Korrelation mit Gold oder anderen Edelmetallen aufweisen. In Bitcoin zu investieren sei nach wie vor eine Wette auf die wachsende Verbreitung als digitale Währung. Den Status von Gold habe das Asset noch nicht erreicht. Gleichzeitig verweist Grayscale auf Hinweise, dass der Verkaufsdruck zuletzt überwiegend von US-Marktteilnehmern ausging. Der Bitcoin-Preis auf Coinbase, der größten US-Börse, lag seit Jahresbeginn 2026 deutlich unter dem Preis auf Binance, der größten Offshore-Börse. Zudem verzeichneten die US-notierten Spot-Bitcoin-ETPs seit Anfang Februar 2026 Nettoabflüsse von rund 318 Millionen US-Dollar. Langfristig bleibt Grayscale optimistisch und sieht regulatorische Fortschritte bei Stablecoins und tokenisierten Vermögenswerten als potenzielle Katalysatoren für eine Erholung.
Historische Zyklen und die offene Frage nach dem Boden
Das Analysehaus Kaiko Research hat in einer Anfang Februar 2026 veröffentlichten Studie die aktuelle Korrektur im Kontext der historischen Vier-Jahres-Zyklen analysiert. Laut Kaiko stellt der Rückgang von rund 90.000 auf etwa 60.000 US-Dollar im Januar und Februar 2026, eine Korrektur von 32 Prozent, die größte seit dem Bitcoin-Halving im April 2024 dar und könnte den Mittelpunkt des laufenden Bärenmarktes markieren. Die Analyse zeige, dass sich der Markt aus der euphorischen Phase nach dem Halving herausbewegt habe und in eine typische Bärenmarktphase eingetreten sei, die historisch betrachtet rund zwölf Monate andauere, bevor eine neue Akkumulationsphase beginne. Wie aus dem Kaiko-Bericht weiter hervorgeht, ist das aggregierte Spot-Handelsvolumen an den zehn größten zentralisierten Börsen um 30 Prozent gefallen, von rund einer Billion US-Dollar im Oktober 2025 auf 700 Milliarden US-Dollar im November. Gleichzeitig sank das offene Interesse an Bitcoin- und ETH-Futures um 14 Prozent auf 25 Milliarden US-Dollar. Die Stablecoin-Dominanz stieg auf 10,3 Prozent der gesamten Krypto-Marktkapitalisierung und übertraf damit das Niveau während der FTX-Krise Ende 2022.
Kaiko weist allerdings darauf hin, dass der bisherige Rückgang von 52 Prozent vom Allzeithoch im historischen Vergleich noch ungewöhnlich flach ausfalle. Eine Korrektur von 60 bis 68 Prozent würde besser zu früheren Bärenmarktzyklen passen, was ein mögliches Tief im Bereich von 40.000 bis 50.000 US-Dollar impliziere. Ein wesentlicher Unterschied zu vergangenen Zyklen bleibt unterdessen die regulatorische Dimension. Der CLARITY Act, der eine umfassende Regulierung des US-Kryptomarktes vorsieht, steckt seit Januar 2026 im US-Senat fest. Am 19. Februar 2026 fand laut CoinDesk ein drittes Treffen zwischen Vertretern der Krypto- und Bankenbranche im Weißen Haus statt, bei dem weitere Fortschritte erzielt, aber kein Durchbruch verkündet wurde. Ob und wann die institutionellen Anleger, die den aktuellen Kursrückgang maßgeblich mit verursacht haben, in voller Breite zurückkehren, dürfte nicht zuletzt von der Verabschiedung dieser Gesetzgebung abhängen.
D. Maier / Redaktion finanzen.net
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