Sondierungen laufen

Kommt Werbung in ChatGPT? OpenAI-Gespräche verpassen Trade Desk-Aktie einen Höhenflug

05.03.26 22:06 Uhr

ChatGPT mit Werbung? Trade Desk-Aktie steigt an der NASDAQ zweistellig an | finanzen.net

Der KI-Pionier OpenAI steht offenbar vor einer strategischen Kehrtwende, die das bisherige Geschäftsmodell grundlegend erweitern könnte.

Werte in diesem Artikel

• OpenAI sondiert Werbeintegration in ChatGPT
• Partner: Trade Desk als führende Programmatic-Advertising-Plattform
• Potenziell neue Einnahmequelle neben Abos und Lizenzen

Wie das Branchenmagazin "The Information" berichtet, hat das Unternehmen hinter ChatGPT erste Sondierungsgespräche mit dem Werbetechnologie-Spezialisten Trade Desk geführt.

Kommt ChatGPT bald mit Werbung?

Ziel dieser frühen Verhandlungen war es demnach auszuloten, ob und wie OpenAI Werbeflächen innerhalb seiner KI-gestützten Produkte verkaufen könnte. Dieser Schritt würde bedeuten, dass sich das Unternehmen neben den Einnahmen aus Abonnements und Lizenzgebühren eine dritte, potenziell gewaltige Einnahmequelle erschließt.

Die Wahl des möglichen Partners ist dabei kein Zufall. Trade Desk gilt als einer der wichtigsten unabhängigen Akteure im Bereich des Programmatic Advertising und verfügt über die notwendige Infrastruktur, um digitale Werbeplätze in Echtzeit zu versteigern. Durch eine solche Partnerschaft könnte OpenAI Werbung schalten, ohne selbst eine komplexe eigene Anzeigenplattform von Grund auf neu bauen zu müssen.

Aggressive Umsatzplanung durch Anzeigenformate

Der Vorstoß in den Werbesektor ist "The Information" zufolge dabei maßgeblich vom wirtschaftlichen Zugzwang getrieben. Interne Schätzungen von OpenAI gingen demnach davon aus, dass die Integration von Anzeigen den Umsatz im Endkundengeschäft im laufenden Jahr auf etwa 17 Milliarden US-Dollar verdoppeln könnte. Das rasante Wachstum zeigt sich bereits in den aktuellen Zahlen: Insgesamt soll der annualisierte Umsatz des Unternehmens Ende Februar 2026 bereits die Marke von 25 Milliarden US-Dollar überschritten haben - ein deutlicher Anstieg gegenüber den 21,4 Milliarden US-Dollar zum Jahresende 2025.

Fokus auf US-Markt und Partnerschaften

Erste Testläufe für Werbeeinblendungen in ChatGPT sollen demnach bereits angelaufen sein. Momentan beschränken sich diese Versuche auf den US-amerikanischen Markt und zielen auf volljährige Anwender ab, die entweder die kostenfreie Variante oder die preiswerteren Abomodelle wie "Go" nutzen, heißt es in dem Bericht weiter.

Aktie von Trade Desk hebt ab

Am Markt kamen die Nachrichten positiv an. OpenAI ist zwar (noch) nicht börsennotiert, die Aktie von Trade Desk legte aber an der NASDAQ letztlich satte 18,36 Prozent auf 29,79 US-Dollar zu.

Falls OpenAI wirklich Werbung in ChatGPT schaltet, würde damit von heute auf morgen einer der attraktivsten Werbeplätze im Internet entstehen. Dass OpenAI dabei anscheinend auf die Technik von Trade Desk setzt, ist eine Art Ritterschlag: Es zeigt, dass das Unternehmen der erste Ansprechpartner für modernste KI-Plattformen ist. Investoren hoffen nun, dass Trade Desk zum wichtigsten Tor für alle Marken wird, die ihre Anzeigen in KI-Chatbots platzieren wollen.

Ein weiterer wichtiger Punkt aus Investorensicht ist die Unabhängigkeit: Während Giganten wie Google und Meta ihre Werbewelten streng abschotten, bietet Trade Desk eine offene Alternative an. Wenn nun ein Schwergewicht wie OpenAI - das selbst auf riesigen Datenmengen sitzt - diese Technik nutzt, ist das ein riesiger Vertrauensbeweis. Es bestätigt, dass Trade Desk technisch die Nase vorn hat, wenn es um den automatischen Ein- und Verkauf von digitaler Werbung geht.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Tada Images / Shutterstock.com

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