Deutsche Bank hat jetzt einen aktivistischen Investor: Kommt nun die Kurserholung?

Während viele Anleger und Investoren die Zukunft von Deutschlands größtem Finanzhaus skeptisch sehen, zeigt sich ein Hedgefonds nun überraschend optimistisch für die Deutsche Bank und hat sich gleich einen Anteil am DAX-Konzern gesichert.
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Hudson Executive Capital ist bei der Deutschen Bank eingestiegen. Der aktivistische Hedgefonds unter der Leitung des früheren JPMorgan-Finanzchefs Douglas Braunstein hat sich eine Beteiligung von 3,1 Prozent an Deutschlands Branchenprimus gesichert und steigt damit neben Katar, dem Vermögensverwalter Blackrock und dem chinesischen HNA-Konglomerat in die Gruppe der Top-Anteilseigner des Finanzhauses auf. Die 620 Millionen Dollar, die der Hedgefonds für seine Beteiligung auf den Tisch gelegt hat, sieht Braunstein dabei gut angelegt. Die Begründung für den Einstieg lässt viele Anleger aufhorchen.
"Missverstanden und unterbewertet"
Hedgefonds-Chef Braunstein hat den Aktienkauf dabei eigenen Angaben zufolge schon seit längerer Zeit geplant. Bereits im vergangenen Jahr soll der Manager ein mögliches Engagement ins Auge gefasst haben, so Braunstein gegenüber dem "Wall Street Journal". Damals war es die Führungsebene, die den erfahrenen Investor davon abgehalten habe, die Pläne zu verwirklichen, lässt er in einem Interview durchblicken. Das ehemalige Management rund um den Briten John Cryan sei "dysfunktional" gewesen. Die Ablösung von Cryan durch den aktuellen Chef Christian Sewing hält Braunstein aber für einen wichtigen und zukunftsweisenden Schritt. Die aktuellen Führungskräfte scheinen sich in ihren Bemühungen, Kosten zu senken und Einnahmen zu steigern, einig zu sein, so der Hedgefonds-Chef weiter.
"Wir hätten diese Investition nicht getätigt, wenn wir nicht glauben würden, dass er der Richtige für diesen Job ist", betonte Braunstein mit Blick auf Neu-CEO Sewing. Hudson Executive Bank gehe davon aus, dass Christian Sewing die richtigen Schritte unternehmen werde, um das traditionelle Bankgeschäft für Privatkunden in Deutschland zu stärken, darunter vermögende Vermögensverwaltungskunden und europäische Unternehmen, die nach Beratung, Krediten und Cash-Management suchen.
Das Geschäftsmodell der Deutschen Bank halten die Verantwortlichen des Investors dabei offenbar für durchaus solide: Die Deutsche Bank sei "missverstanden und unterbewertet", hieß es im Interview weiter.
Wette auf Kurserholung
Insbesondere der Hinweis auf eine Unterbewertung der Deutsche Bank-Aktie hat nach dem Einstieg des Hedgefonds viele Anleger aufhorchen lassen. Schließlich hat der Anteilsschein des DAX-Konzerns innerhalb eines Jahres mehr als ein Drittel an Wert verloren, auf Dreijahressicht ist die Performance mit einem Minus von knapp 60 Prozent sogar nochmals deutlich katastrophaler. Die getesteten Rekordtiefstände der vergangenen Monate hat Hudson zum Einstieg genutzt - und geht es nach den US-Amerikanern, soll sich diese Investition schon bald amortisieren.
Um dieses Ziel zu erreichen, will der Hedgefonds als aktivistischer Investor aktiv in die Geschicke der Deutschen Bank eingreifen. Druck soll dabei aber zunächst keiner aufgebaut werden. Gegenüber CNBC betonte Douglas Braunstein, man wolle dem Finanzhaus Zeit geben, die Umstrukturierung zu vollziehen. Es brauche Zeit, eine Firma zu drehen, so der Manager. Mittelfristig ist seine Prognose für die Bank deutlich positiv: Großes Potenzial sehe er auf Sicht von drei bis fünf Jahren.
Verständnis für Aktionäre
Dass Deutsche Bank-Aktionäre angesichts der enttäuschenden Aktienkursentwicklung deutlich weniger Optimismus an den Tag legen, kann Braunstein dabei durchaus nachvollziehen. "Wer als Aktionär seit 2010 dabei war, hat eine sehr schwierige Wegstrecke hinter sich und die Leute sind müde, sie sind erschöpft, es gab viele ungehaltene Versprechen. Deshalb ist es schwer, begeistert zu sein", zeigte der Hudson-Chef Verständnis. Dennoch wirbt er für die Zukunftsfähigkeit des Institutes: "Ich denke, dass wir beim heutigen Kurs alles Negative verarbeitet haben. […] Ich glaube, dass der Kurs der Aktie die Talsohle erreicht hat". Jetzt sei "die Bilanz sauber, repariert und gut kapitalisiert".
Seit Bekanntwerden des Einstiegs von Hudson hat die Deutsche Bank-Aktie bereits kräftig zugelegt. Um rund sieben Prozent ging es in den vergangenen Tagen aufwärts. Ob dies ein Strohfeuer ist, oder der erste Schritt zu einer nachhaltigen Kurserholung, bleibt abzuwarten.
Redaktion finanzen.net
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