Marktbericht

Goldkurs mit neuem Allzeithoch - Silber zieht nach

15.09.10 16:21 Uhr

Gold und Silber stehen erneut ganz oben auf der Einkaufliste vieler Anleger, die damit die Kurse deutlich beflügeln und den Goldpreis auf ein neues Allzeithoch steigen lassen.

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Den größeren Aufwind sieht Heraeus allerdings von spekulativen Investoren ausgehend. Deshalb müsse man kurzfristig mit Gewinnmitnahmen bei beiden Edelmetallen rechnen. Längerfristig deute die Charttechnik aber auf weitere Steigerungen.

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Goldrausch fortgesetzt

Gold mit neuem Allzeichthoch. Eindrucksvolle Gold-Absätze schicken den Edelmetallpreis auf einen neuen Gipfel. Mit aktuell 1.269 US-Dollar pro Feinunze liegt er über dem Rekordkurs vom 21. Juni dieses Jahres. "Hohe Umsätze sehen wir allerdings überwiegend bei den Terminkontrakten an der New Yorker COMEX und weniger beim physischen Gold", beobachtet Wolfgang Wrzesniok-Rossbach vom Edelmetallspezialisten Hereaeus. "Käufer von Goldbarren und Exchange Traded Commodities halten sich eher zurück." Daraus könne man schließen, dass spekulative Anleger auf weiter steigende Preise setzen, um kurzfristig Gewinne zu realisieren. "Bei den eher konservativen Investoren scheinen die Bedürfnisse nach den Kaufwellen im Frühjahr erst einmal gedeckt", vermutet der Analyst. Hier hielten sich Verkäufe und Käufe auf niedrigem Niveau in etwa die Waage.

"Die gute Nachfrage in diesem Jahr kurbelte auch die Förderung des Edelmetalls an", bemerkt Wrzesniok-Rossbach. Zwei der wichtigsten Produktionsländer hätten ihre jüngsten Zahlen zur laufenden Goldgewinnung veröffentlicht. "Danach liegt Südafrika mit einer Förderung von 49,4 Tonnen Gold im zweiten Quartal mit 12 Prozent im Plus gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres." China als größter Goldproduzent meldet allein für Juli 31 Tonnen gefördertes Gold und 190 Tonnen für das erste Halbjahr. Außerdem hätte Bangladesh 10 Tonnen Gold vom Internationalen Währungsfond (IWF) gekauft." Bezahlt habe die Zentralbank einen Preis von 1.250 US-Dollar je Feinunze. "Damit hat der IWF dreiviertel seiner geplanten Goldverkäufe realisiert", erklärt Wolfgang Wrzesniok-Rossbach. Mit den Erlösen wolle der IWF seine Finanzkraft zur Unterstützung ärmerer Länder stärken.

ETF Securities spricht in seinem wöchentlichen Bericht von weiteren Zuflüssen bei ETCs mit physisch hinterlegtem Gold. Der größte europäische Anbieter von ETCs verzeichnet in fünf der vergangenen sechs Wochen einen Anstieg bei Gold-Fonds im Wert von insgesamt 587 Millionen US-Dollar. Grund sei die erhöhte Vorsicht der Anleger aufgrund der weiterhin unklaren makroökonomischen Richtung in den großen Volkswirtschaften. Mehr Käufe als Verkäufe sieht das Unternehmen beispielsweise bei ETFS Physical Gold (WKN A0N62G), ETFS Gold (WKN A0KRJZ) und Gold Bullion Securities (WKN A0LP78), alles ETCs mit physisch hinterlegtem Gold. Das weltweit größte Gold-Portfolio SPDR Gold Trust (WKN A0Q27V) freut sich ebenfall über Zuflüsse. Bei Xetra-Gold (WKN A0S9GB), dem Zertifikat mit physisch hinterlegtem Gold, halten sich Käufe und Verkäufe dagegen in etwa die Waage.

Breiter Silberstreif am Horizont

Silber zeige sich ähnlich eindrucksvoll in seinem Verlauf der vergangenen zwei Wochen. "Wie auch beim Gold trieben massive Käufe, überwiegend an der New Yorker Terminbörse, den Kurs in Richtung Rekordhöhe", erklärt der Heraeus Analyst. "Anleger griffen aber auch bei Silber-ETFs zu." Mit gerade mal 125 Tonnen sei der Zuwachs zwar eher moderat ausgefallen. "Dennoch befinden wir uns mit insgesamt 13.150 Tonnen physisch hinterlegtem Silber ebenfalls auf Rekordebene."

Einen moderaten Beitrag zu diesem Nachfrageschub trage auch die Industrie, allen voran die Photovoltaikbranche, bei der es gerade brumme. "Mit dem Überschreiten der 20,50 US-Dollar Marke pro Feinunze Silber haben die Industrieaktivitäten allerdings wenig zu tun", urteilt Heraeus. "Die größte Nachfrage kommt aus dem Kapitalmarkt."

Für Wolfgang Wrzesniok-Rossbach hat der Silberkurs charttechnisch noch Luft bis zur Höchstmarke von 21,24 US-Dollar aus dem Jahr 2008. Mittelfristig würden die hohen Bestände bei den Anlegern aber bei den spekulativen Investoren zu Gewinnmitnahmen führen. "Anleger mit längerfristigem Horizont werden aber erst aktiv verkaufen, wenn das Zinsniveau wieder steigt und andere Anlageformen wie Bonds dadurch an Attraktivität gewinnen", glaubt der Analyst. Und das werde auf absehbare Zeit nicht der Fall sein.

So gehören bei ETF Securities auch die Silber-ETCs mit physisch hinterlegtem Silber zu den Gewinnern der Woche. Auf den Einkaufslisten der Anleger stehen beispielsweise ETFs Silver (WKN A0KRJ5), ETFS Physical Silver (WKN A0N62F) und ETFS Leveraged Silver (WKN A0V9Y5). Anleger legten sich auch den S&P GSCI Silver Total Return (WKN A0T7MX) ins Depot. (DEUTSCHE-BOERSE AG)

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