US-Zollpaket steht: So reagiert der Eurokurs

Der Euro hat am Donnerstag im späten US-Devisenhandel einen Teil der Gewinne wieder abgegeben.
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Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung Euro bei 1,1040 US-Dollar. Im europäischen Währungsgeschäft war der Euro in der Spitze bis auf 1,1145 Dollar geklettert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1097 (Mittwoch: 1,0803) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9114 (0,9256) Euro.

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Plus500: Beachten Sie bitte die Hinweise5 zu dieser Werbung.Der Euro reagierte mit einem Höhenflug auf das gewaltige Zollpaket der US-Regierung. Der Dollar geriet zu allen wichtigen Währungen massiv unter Druck. Neben dem Euro legten der Schweizer Franken und der japanische Yen besonders deutlich zu. Die Wirtschaftspolitik hatte bereits in den vergangenen Wochen den Dollar belastet.
US-Präsident Donald Trump sagt mit einem gewaltigen Zollpaket allen Handelspartnern den Kampf an. Seine Regierung führt neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus allen Ländern ein. Für viele Staaten sollen je nach Handelsdefizit deutlich höhere Strafabgaben greifen. Auf Einfuhren aus Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union in die USA sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank erwartet einen globalen Handelskrieg. "Die Weltwirtschaft könnte schweren Schaden nehmen. Dies betrifft auch die USA selbst." Andererseits würden Inflationsraten steigen, da viele Konsumwaren aufgrund der Einfuhrgebühren im Preis steigen werden. "Damit kommt es zu einem schweren Spagat für die US-Notenbank."
Die Märkte bewerten derzeit offenbar die Risiken für das Wirtschaftswachstum in den USA höher als die Gefahren für die Inflation. An den Finanzmärkten wird daher bereits auf vier Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte in diesem Jahr spekuliert. Damit könnte die Fed versuchen, die Konjunktur zu stützen. Niedrigere Zinsen würden den Dollar belasten.
Zudem hat sich im März die Stimmung im wichtigen Dienstleistungssektor in den USA eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex ISM fiel auf den niedrigsten Stand seit neun Monaten. Der Rückgang war zudem stärker als von Volkswirten erwartet. "Daher trüben sich die konjunkturellen Perspektiven in den USA ein, zumal die gestern verkündeten US-Einfuhrzölle zusätzlich für Verunsicherung sorgen dürften", kommentierte Helaba-Analyst Ralf Umlauf.
NEW YORK/FRANKFURT (dpa-AFX)
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