Zolldrama mit Folgen

Analysten warnen nach Crash der Apple-Aktie: Trump könnte Apple "in die Luft jagen"

04.04.25 23:18 Uhr

Börsenbeben an der NASDAQ für die Apple-Aktie: 311 Milliarden US-Dollar an einem Tag vernichtet - und Analysten fürchten noch viel Schlimmeres | finanzen.net

Apple-Chef Tim Cook hat im Vorfeld des von der Trump-Administration beschlossenen massiven Zollpakets versucht, das Schlimmste zu verhindern, denn der iKonzern dürfte unter dem von Trump entfachten Handelskrieg besonders leiden. Ein Analyst warnt mit drastischen Worten nun vor einem Supergau für Apple.

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• Apple wird durch Trumps neue Importzölle besonders hart getroffen
• Apple-Aktie massiv unter Druck
• Analysten warnen vor weiteren dramatischen Folgen

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Ende Februar hat Apple-Chef Tim Cook angekündigt, Investitionen in Höhe von mehr als 500 Milliarden US-Dollar in den USA tätigen zu wollen. In den kommenden vier Jahren sollen mehr als 20.000 Beschäftigte eingestellt werden, zudem wolle man gemeinsam mit Partnern Hochleistungsserver für künstliche Intelligenz in Texas herstellen, ließ der Top-Manager verlauten. Damit reagierte Cook auf die von US-Präsident Trump bereits zu Beginn seiner Amtszeit angekündigte Zollpolitik.

Apple bislang ohne Ausnahme

Geholfen hat es Apple aber nicht: In einem wahren Rundumschlag hat der US-Präsident am Mittwoch, dem 2. April, den er als "Liberation Day" bezeichnet hat, umfangreiche Importzölle verkündet, die den Großteil der Länder weltweit treffen.

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Der angezettelte Handelskrieg brachte die Börsen weltweit ins Schwanken, auch die US-Märkte hatten kräftige Verluste zu verzeichnen. Techwerte rauschten besonders deutlich ab - auch die Apple-Aktie verlor an der NASDAQ an Boden. 9,4 Prozent auf 203,19 US-Dollar verlor der Anteilsschein an nur einem Handelstag - damit wurden rund 311 Milliarden US-Dollar an Apple-Marktwert vernichtet. Anders als noch in seiner ersten Amtszeit, als Trump Tim Cook versprochen hatte, dass für iPhones keine Strafzölle gelten würden, hat Apple dieses Mal trotz der angekündigten Milliardeninvestition in den USA von Seiten der US-Regierung keine Ausnahmeregelung erhalten.

Apple von Importzöllen besonders getroffen

Das trifft den iKonzern schwer, denn Apple hat einen großen Teil seines Herstellungsprozesses ins Ausland ausgelagert: Wie die Analysten von Jefferies betonen, werden rund 85 Prozent der iPhones in China, die übrigen 15 Prozent in Indien hergestellt. Angesichts der zusätzlichen Zölle, die am Mittwoch gegen diese beiden Länder verhängt wurden, ist dies für Apple ein schwerer Schlag: 54 Prozent Zoll gilt nun für den Import von Waren aus China, immerhin 26 Prozent für den Import von Waren aus Indien in die USA. Da Apple 33 Prozent seiner iPhones auf dem Heimatmarkt verkauft, dürfte diese Entwicklung das Unternehmen teuer zu stehen kommen - wenn Apple die Preissteigerungen nicht komplett auf die US-Käufer umlegt.

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Analysten warnt vor dramatischen Folgen

Laut Rosenblatt-Analyst Barton Crockett könnte dies massive Folgen für das US-Unternehmen haben. Investing.com zufolge warnte er davor, dass Trumps Zölle "Apple in die Luft jagen" könnten. "Wir schätzen, dass Apple durch die Zölle mit Kosten in Höhe von 39,5 Milliarden US-Dollar konfrontiert sein könnte", wird Crockett zitiert. "Wir gehen davon aus, dass fast 100 Prozent der in den USA verkauften iPhones, 90 Prozent der Macs, 80 Prozent der iPads, 90 Prozent der Apple Watches und 35 Prozent der Airpods in China hergestellt werden. Der Großteil der übrigen Produkte wird in Vietnam hergestellt."

Sollte Apple die Kosten selbst übernehmen, würde dies zu Lasten des Betriebsgewinns und des EPS gehen, warnte er weiter. Hier rechnet der Experte mit einem Rückgang um jeweils 32 Prozent. Eine Umlegung der Kosten auf die US-Verbraucher würde die Preise für die Geräte seiner Schätzung nach um 40 Prozent ansteigen lassen - was sich massiv in der Nachfrage nach Apple-Produkten niederschlagen dürfte.

Auch Wedbush-Analyst Dan Ives sieht schwierige Zeiten auf Apple zukommen. In einer Investorennotiz, die er auf "X" veröffentlichte, erklärte er, dass es wohl Jahre dauern werde, bis auch nur zehn Prozent der Lieferkatte von Asien in die USA verlagert werden könnte. Sollte es tatsächlich gelingen, dass Apple-Produkte in den Vereinigten Staaten hergestellt würden, dann dürften Kunden für ihre iPhones statt wie bislang 1.000 US-Dollar eher 3.500 US-Dollar auf den Tisch legen müssen.

"Die Preise würden so dramatisch steigen, dass es kaum vorstellbar ist, und die kurzfristigen Auswirkungen auf Apples Bruttomargen während dieses Zollkriegs könnten erheblich sein, da die Wall Street bereits mit niedrigeren Zahlen für die Zukunft rechnet", fügte Ives hinzu. Langfristig bleibe man bei Wedbush aber optimistisch für das Unternehmen, dabei hofft Ives offenbar auch auf mögliche Ausnahmeregelungen.

Anleger schienen davon nur bedingt überzeugt: Am Freitag konte die Apple-Aktie ihren Kurssturz nicht stoppen und verlor weitere 7,29 Prozent auf 188,38 US-Dollar.

Redaktion finanzen.net

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