Nickel-Preis: Hier ist langer Atem gefragt

Kurzfristig ist der Preis des Metalls zwar überhitzt, langfristig dürfte es sich aber verteuern. Eine Chance für Anleger mit Durchhaltevermögen.
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von Emmeran Eder, Euro am Sonntag
Die Hausse bei Industriemetallen hat auch Nickel mit nach oben gezogen. Seit April ist der Preis von 11.000 US-Dollar auf gut 15.000 Dollar je Tonne geklettert. Dazu hat vor allem die Erholung in China beigetragen. Überdies hat der schwache Dollar Industriemetalle verbilligt, wovon auch Nickel profitiert hat. Nach China verbessert sich die Konjunktur nun auch in Europa, was die Nachfrage nach dem Metall erhöht.

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Plus500: Beachten Sie bitte die Hinweise5 zu dieser Werbung.Zuletzt schob die politische Krise mit Russland wegen Alexej Nawalny den Nickelpreis noch weiter an. Ist doch der russische Konzern Norilsk Nickel einer der größten Förderer des Metalls weltweit. Spekulanten setzen darauf, dass es wegen Sanktionen zu Lieferschwierigkeiten kommen könnte. "In der Ukraine-Krise hat sich aber gezeigt, dass diese Sorgen unbegründet sind", hält Daniel Briesemann, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank, diese Befürchtungen für überzogen. Zumal Indonesien und die Philippinen bei der Förderung des Metalls aus Minen sowie China und Indonesien bei verarbeitetem Nickel inzwischen Russland bei der globalen Bedeutung den Rang abgelaufen haben.
Auch sonst spricht außer der guten Marktstimmung und der positiven Charttechnik gegenwärtig fundamental wenig für höhere Nickelpreise. Die Lagerbestände an der Londoner Rohstoffbörse sind mit 140.000 Tonnen schon seit mehreren Monaten konstant hoch. Anders als noch Ende 2019 wird kein Angebotsdefizit mehr erwartet, sondern ein Überschuss, da die Edelstahlindustrie, die etwa zwei Drittel des globalen Angebots aufsaugt, wegen Corona eingebrochen ist.
Kurzfristig sollte es also zu einer leichten Korrektur bei dem Rohstoff kommen. Diese sollten Anleger dann zum Aufbau von Positionen nutzen. Denn mittel- und langfristig sind die Aussichten für Nickel hervorragend. Mit dem starken Wachstum der Elektrofahrzeuge, die viele Regierungen fördern, werden auch mehr und größere Batterien benötigt. Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet bis 2030 mit einer jährlichen Zunahme an Elektrofahrzeugen von 30 Prozent.
Elektrobatterien benötigen Nickel
Lithium-Ionen-Batterien werden wohl nach Ansicht der IEA in diesem Jahrzehnt das Segment dominieren. Bei ihnen ist die sogenannte NMC-Technologie führend. Die Batterien auf Basis dieser Technik sind aus Nickel, Mangan und Kobalt zusammengesetzt, wobei der Anteil an Nickel mehr als die Hälfte beträgt.
Daher dürfte der Bedarf an diesem Metall in den nächsten Jahren stark anziehen und mit dem Siegeszug des Elektroautos auch der Nickelpreis. Darauf können risikofreudige Anleger mit einem ETC (ISIN: DE 000 A0K RJ4 4) von Wisdomtree setzen.
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