Öl-Schock

Keine Entspannung im Nahost-Konflikt: Ölpreise steigen weiter - 120 Dollar-Marke im Blick

30.03.26 15:53 Uhr

Brent vor nächstem Sprung: Nahost-Konflikt treibt Ölpreise an | finanzen.net

Die Ölpreise sind am Montag mit der Drohung einer Eskalation des Iran-Kriegs durch US-Präsident Donald Trump weiter gestiegen.

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Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Mai legte um fast zwei Prozent auf 114,76 US-Dollar zu. Zeitweise waren die Notierungen bis auf 116,89 Dollar gestiegen..

Seit Beginn des Iran-Kriegs hat ist die Referenzsorte Brent mittlerweile um etwa 60 Prozent teurer geworden. Auch die Preise anderer Ölsorten zogen seit dem Angriff Israels und der Vereinigten Staaten auf den Iran kräftig an. So kostete ein Barrel der US-Sorte WTI am Montag etwas mehr als 101 Dollar. Rohöl aus den USA ist mehr als 50 Prozent teurer als vor dem Beginn des Kriegs im Nahen Osten.

Zuletzt hat Trump mit einer Ausweitung der Militärschläge gedroht, sollte nicht bald eine Einigung erzielt und die Straße von Hormus nicht umgehend für den Schiffsverkehr geöffnet werden. Unterdessen setzte der Iran, flankiert von der von ihm unterstützten Huthi-Miliz im Jemen, seine Gegenangriffe auf Israel und benachbarte Golfstaaten fort.

Nach einer Dauer von mehr als vier Wochen zeigten sich immer stärker die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf den Ölmarkt, heißt es in einer Studie der US-Bank Morgan Stanley. Diese seien mittlerweile so gravierend, dass sie auch für die Endverbraucher spürbar seien.

Trump äußert Interesse an iranischem Öl

US-Präsident Donald Trump würde nach eigenen Angaben gerne die Kontrolle über Irans Öl übernehmen. "Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen", sagte der Republikaner in einem Interview mit der britischen Zeitung "Financial Times" (FT). Er fügte demnach hinzu: "Aber einige dumme Leute in den USA sagen: "Warum tust du das?" Aber das sind dumme Leute."

Für einen solchen Schritt müsste das US-Militär wohl die iranische Insel Charg im Persischen Golf einnehmen, über die etwa 90 Prozent der Erdölausfuhren des Landes abgewickelt werden.

Auf die Frage, ob in den kommenden Tagen ein Waffenruheabkommen erzielt werden könne, das die für den globalen Öl- und Gastransport wichtige Straße von Hormus wieder öffnen würde, lehnte Trump es dem Bericht zufolge ab, konkrete Details zu nennen. "Wir haben noch etwa 3.000 Ziele übrig - wir haben 13.000 Ziele bombardiert - und noch ein paar Tausend Ziele vor uns", wurde er zitiert. "Ein Abkommen könnte ziemlich schnell zustande kommen", meinte er demnach.

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NEW YORK/LONDON/WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX)

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