Wegen Brexit-Verhandlungen

Britisches Pfund gibt zum Euro deutlich nach

29.08.17 18:56 Uhr

Britisches Pfund gibt zum Euro deutlich nach | finanzen.net

Das britische Pfund ist am Mittwoch zum Euro erneut stark unter Druck geraten.

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Zeitweise stieg der Eurokurs bis auf 0,9307 Pfund. Abgesehen von einem kurzzeitigen "Flash-Crash" beim Pfund im vergangenen Oktober, notierte der Euro zuletzt Ende 2009 höher. Bis zum frühen Abend gab der Euro nur kleinen Teil seiner Gewinne ab und wurde mit 0,9293 Pfund gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro noch bei 0,9247 Pfund notiert.

Experten erklären die Schwäche des Pfundes vor allem den schwierigen Brexit-Verhandlungen. So hat das Pfund zuletzt nicht nur gegenüber dem erstarkten Euro nachgegeben, sondern auch gegenüber vielen anderen wichtigen Währungen. "Die nach den Wahlen geschwächte britische Regierung hat noch keinen klaren Kurs in den Brexit-Verhandlungen erkennen lassen", kommentierte Christian Apelt, Devisenexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Daher hat sich die politische Unsicherheit weiter erhöht und die Währung belastet."

So hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Dienstag ein vernichtendes Urteil über die bislang vorliegenden britischen Papiere zum EU-Austritt gefällt. "Ich habe mit der nötigen Aufmerksamkeit alle diese Papiere (...) gelesen und kein einziges stellt mich wirklich zufrieden", sagte der Luxemburger am Dienstag vor EU-Botschaftern in Brüssel. Es gebe "enorm viele Fragen", die noch offen seien. Eine Einigung zwischen der britischen Regierung und der EU liegt also noch in weiter Ferne.

Laut Apelt belastet aber auch die zögerliche Bank of England das Pfund. "Da die abwertungsbedingt erhöhte Inflation ihren Zenit aber wohl überschritten hat, ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinswende wieder gesunken", schreibt der Experte. "Die konjunkturellen und die politischen Unsicherheiten dürften die britische Notenbank bis auf weiteres davon abhalten, ihren Leitzins zu erhöhen."

Eine anhaltende Talfahrt beim Pfund erwartet Apelt aber nicht. Angesichts der niedrigen Bewertung des Pfundes sei das Verlustrisiko begrenzt. Schon erste "zarte politische Lichtblicke" in der laufenden Brexit-Verhandlungsrunde sollten für eine Pfund-Erholung ausreichen./jsl/edh

FRANKFURT (dpa-AFX)

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