Microsoft-Aktie mit schlechtestem Quartal seit Finanzkrise - Erholung könnte dauern

Die Aktie des Technologiekonzerns Microsoft steuert auf die schwächste Quartalsperformance seit 17 Jahren zu. Warum es noch dauert könnte, bis der Negativtrend gebrochen werden kann.
Werte in diesem Artikel
• Microsoft-Aktie mit negativer Performance
• Langsames Azure-Wachstum und Cloud-Abkühlung belasten
• Langfristig könnte KI für Aufschwung sorgen
Die Microsoft-Aktie hat aktuell einen schweren Stand. Im laufenden Quartal verzeichnet das Papier einen Rückgang von rund 23 Prozent - der höchste Kursverlust seit dem vierten Quartal 2008.
Am Donnerstag setzte sich der Negativtrend fort: So ging es an der NASDAQ letztlich 1,37 Prozent auf 365,97 US-Dollar abwärts.
Analysten sehen zwar langfristige Verbesserungsmöglichkeiten für das Cloud- und Software-Geschäft des Unternehmens, rechnen aber nicht mit einer schnellen Trendwende, schreibt MarketWatch.
Cloud-Wachstum durch Kapazitätsengpässe gebremst
Ein zentrales Problem stellt die Entwicklung von Microsofts Cloud-Computing-Sparte Azure dar. Das Unternehmen hat einen Teil seiner begrenzten KI-Hardware für interne Entwicklungsprojekte reserviert, anstatt diese ausschließlich zur Unterstützung externer Cloud-Kunden einzusetzen. Diese strategische Entscheidung bremst das Wachstum des Azure-Geschäfts. Lange war Azure der Wachstumsmotor von Microsoft, weshalb der Soft- und Hardwareanbieter die Verlangsamung des Geschäfts sowie die Abkühlung des gesamten Cloud-Segments besonders zu spüren bekommt.
Kirk Materne von Evercore ISI schrieb am Wochenende in einer Analystennotiz, dass Investoren durch das Fehlen kurzfristiger Wachstumstreiber für Azure abgeschreckt würden, gibt MarketWatch den Experten wieder. Das Unternehmen kämpfe mit Kapazitätsengpässen, für die es keine schnelle Lösung gebe.
Laut Materne könnten Anleger bis zur zweiten Jahreshälfte warten müssen, bevor sich das Azure-Wachstum wieder beschleunigt. Erst dann dürften die Investitionen in Rechenzentren zu ausreichend erhöhten Kapazitäten führen, um stärkeres Cloud-Wachstum zu ermöglichen.
KI-Konkurrenz setzt traditionelles Software-Geschäft unter Druck
Neben den Cloud-Herausforderungen bereitet Investoren die potenzielle Bedrohung des klassischen Software-Geschäfts Sorgen. KI-Angebote von OpenAI und Anthropic könnten die Nachfrage nach traditionellen Software-Paketen wie Microsoft 365 mit Office und Excel beeinträchtigen. Zwar entwickelt Microsoft eigene KI-Tools, doch manche Investoren hatten sich bis zu diesem Zeitpunkt eine stärkere Monetarisierung dieser Angebote erhofft. Die Sorge vor zunehmender Konkurrenz durch KI-Angebote hat in den letzten Monaten den gesamten Software-Bereich belastet.
"Angesichts all der beweglichen Teile in der Software-Branche ist es nicht völlig überraschend, dass Microsoft in den Abwärtssog gerät", so Materne.
Massive Investitionen belasten Cashflow
Gleichzeitig investiert Microsoft massiv in künstliche Intelligenz. Laut von FactSet erfassten Analysten belaufen sich die erwarteten Investitionsausgaben für das laufende Kalenderjahr auf 117 Milliarden Dollar, schreibt MarketWatch. Diese Ausgaben könnten den freien Cashflow erheblich belasten. Die Rendite der KI-Investitionen von Microsoft bleibt umstritten.
Optimismus trotz Herausforderungen
Tal Liani von Bank of America Securities bleibt dennoch zuversichtlich, dass Microsoft KI effektiv monetarisieren kann, schreibt MarketWatch. In einer Analystennotiz vom Dienstag betonte er, Microsoft verfüge im Vergleich zu Hyperscale-Wettbewerbern über einen Vorteil, da das Unternehmen sowohl über Cloud-Computing als auch über Software-Anwendungen von KI profitieren könne.
Liani sieht auch Lösungsansätze für die Kapazitätsengpässe. Er verwies auf neue Rechenzentrum-Investitionen in Wisconsin und Georgia sowie auf Nuklearenergie-Projekte, die zur Bewältigung der Energieknappheit beitragen sollen.
Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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