Rolls-Royce-Aktie stellt Performance von NVIDIA in den Schatten: Rekordhoch nach erhöhten Mittelfristzielen

Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce kommt schneller aus seiner Krise als gedacht. Die Rolls-Royce-Aktie nimmt es dabei sogar mit KI-Platzhirsch NVIDIA auf.
Werte in diesem Artikel
• Rolls-Royce überzeugt mit starken Zahlen
• Aktienrückkauf angekündigt
• Performance der Rolls-Royce-Aktie nimmt es mit NVIDIA auf
Rolls-Royce gräbt sich schneller aus der Krise als erwartet. So soll der operative Gewinn vor Sondereffekten im Jahr 2028 jetzt 4,9 bis 5,2 Milliarden britische Pfund (5,6 bis 6,0 Mrd Euro) erreichen, wie der Hersteller von Turbinen für große Jets von Airbus und Boeing am Donnerstag in London mitteilte. Zudem will er Milliardensummen in den Rückkauf eigener Aktien stecken. Der Kurs von Rolls-Royce kletterte stellenweise auf ein Rekordhoch bei 1.420 Pence.
Kurz nach dem Handelsstart in London gewann das Papier zeitweise mehr als acht Prozent auf 1.420 britische Pence. Letztlich lag der Kurs dann noch 4,54 Prozent im Plus bei 1.369 Pence.
Rolls-Royce-Aktie mit Mega-Performance
Seit dem Jahreswechsel hat die Aktie damit etwa ein Fünftel an Wert gewonnen. In den vergangenen drei Jahren hat sich ihr Wert sogar in etwa verzehnfacht. Das Unternehmen ist an der Börse inzwischen umgerechnet mehr als 130 Milliarden Euro wert. Zum Vergleich: Der deutsche Konkurrent MTU kommt gerade mal auf 20 Milliarden Euro.
Rolls-Royce-Aktie zieht an NVIDIA vorbei
Doch damit nicht genug: Mit Blick auf die Kursperformance auf die letzten drei Jahre stellt die Rolls-Royce-Aktie gar das Kursplus von KI-Riese NVIDIA in den Schatten. Seit ihrem Tiefpunkt Ende 2022 ist die Rolls-Royce-Aktie satte 1.383 Prozent gestiegen, während die NVIDIA-Aktie im gleichen Zeitraum "nur" 1.239 Prozent gewinnen konnte. Doch auch mit Blick auf die Performance in den letzten zwölf Monaten geht das Rolls-Royce-Papier als Sieger hervor. So verzeichnete die Aktie hier ein Plus von 89,86 Prozent, während die NVIDIA-Aktie lediglich 62,76 zulegte. Es gibt nicht viele Aktien, die es bei der Performance langfristig mit NVIDIA aufnehmen können. Rolls-Royce gehört jedoch dazu und baut den Abstand aktuell sogar noch aus.
Rolls-Royce baut vor allem Antriebe für Langstreckenjets und war wegen der Corona-Krise und Qualitätsmängeln vor einigen Jahren in eine schwere Krise geraten. Dabei erging es dem Unternehmen deutlich schlechter als anderen Triebwerksherstellern wie GE Aerospace und der Raytheon Technologies-Tochter Pratt & Whitney sowie den europäischen Anbietern SAFRAN und MTU. Die Rolls-Royce-Spitze brachte den Hersteller mit dem Verkauf von Geschäftsteilen und dem Abbau tausender Stellen wieder auf Kurs.
So wuchs der Umsatz des Konzerns im vergangenen Jahr trotz weiterhin angespannter Lieferketten auf vergleichbarer Basis um zwölf Prozent auf 20,1 Milliarden Pfund und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Der operative Gewinn sprang abseits von Sondereffekten um mehr als 40 Prozent auf fast 3,5 Milliarden Pfund nach oben. Der Überschuss lag mit 5,8 Milliarden Pfund mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr.
In den Jahren 2026 bis 2028 will das Unternehmen sieben bis neun Milliarden Pfund für den Rückkauf von Aktien ausgeben. Davon sollen zweieinhalb Milliarden bereits im laufenden Jahr fließen.
Mit dem neuen Gewinnziel für 2028 erwartet das Management mindestens eine Milliarde mehr als bislang für den besten Fall angepeilt. Im laufenden Jahr rechnet Konzernchef Tufan Erginbilgic mit einem Ergebnis zwischen 4 und 4,2 Milliarden Pfund. "Unser Umbau schreitet zügig und intensiv voran", sagte der Manager bei der Vorlage der Geschäftszahlen des vergangenen Jahres.
Erginbilgic übernahm in 2023 die Zügel des angeschlagenen Herstellers und Entwicklers von Antriebssystemen und läutete die Trendwende ein. Der CEO zeigte sich optimistisch hinsichtlich der Umsetzung seines Geschäftsplans und sagte, dass "wir Herausforderungen von Lieferketten bis hin zu Zöllen gemeistert haben", und äußerte sich auch positiv über die Zukunftsaussichten. Rolls-Royce profitierte von der starken Nachfrage aufgrund gestiegener Verteidigungsausgaben in Europa, der Nachfrage nach Stromerzeugung durch Rechenzentren und einem gut gefüllten Auftragsbuch für seine Triebwerke von den Flugzeugherstellern Boeing und Airbus.
Analystenstimmen zur Rolls-Royce-Aktie
UBS-Analyst Ian Douglas-Pennant behielt in Reaktion auf die Zahlenvorlage seine Kaufempfehlung und sein Kursziel von 1.625 Pence bei. Er sprach in seiner jüngsten Studie von einem starkem Schlussquartal, in dem das operative Ergebnis (EBIT) die Konsensschätzung um ein Sechstel übertroffen habe.
Analyst Gautam Khanna vom Brokerhaus TD Cowen stellte in einer Analyse, die MarketWatch vorliegt, fest, dass Rolls-Royce alle Kennzahlen übertroffen habe und der Aktienrückkauf "größer als von Journalisten spekuliert" gewesen sei. Und so bleibt das Analysehaus auch weiterhin positiv gegenüber der Aktie eingestellt.
LONDON (dpa-AFX) / Redaktion finanzen.net
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