MÄRKTE USA/Aktien weiten Anfangsverluste aus - Ölpreise ziehen stark an

05.03.26 18:36 Uhr

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Nach der Erholungsbewegung am Mittwoch geht es am Donnerstag an der Wall Street nach unten. Die Stimmung ist fragil angesichts der Unwägbarkeiten im Nahost-Konflikt. Hoffnungen, dass die militärische Eskalation möglicherweise doch von kürzerer Dauer sein könnte, ebben wieder ab. Am Vortag war aus Geheimdienstkreisen angebliche Gesprächsbereitschaft des Iran kolportiert worden.

Stattdessen ziehen die Ölpreise wieder stark an um über 3 Prozent auf mehr als 84 Dollar bei der Sorte Brent. Der Preis nähert sich damit dem jüngsten Hoch um 85 Dollar. US-Öl der Sorte WTI steigt noch stärker. Wegen zunehmender Störungen der Straße von Hormus hat Saudi-Arabien damit begonnen, Rohölexporte auf das Rote Meer zu verlagern.

Auch dass der als sicherer Hafen in Krisensituationen geltende Dollar wieder zulegt, spiegelt die angespannte Stimmung. Der Euro gibt auf 1,1586 Dollar nach. Am Anleihemarkt steigen die Renditen weiter, im Zehnjahresbereich geht es um 6 Ticks nach oben auf 4,14 Prozent. Höhere Ölpreise dürften auf die Inflation durchschlagen und das Wachstum bremsen, so die Überlegung dahinter. An den Benzinzapfsäulen spüren die Verbraucher die höheren Preise bereits.

Der eng gefasste Dow-Jones-Index liegt zur Mittagszeit in New York 1,8 Prozent zurück bei 47.850 Punkten. Der breite S&P-500-Index büßt 1,0 Prozent ein, die Nasdaq-Indizes geben um 0,7 Prozent nach.

Die Konjunkturdaten des Tages spielen angesichts der derzeitigen Dominanz der Geopolitik eine untergeordnete Rolle. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten sind wie erwartet ausgefallen, die Importpreise sind im Januar einen Tick weniger gestiegen als erwartet. Dagegen stiegen die Lohnstückkosten im vierten Quartal deutlich stärker als vermutet. Das verleiht den Anleiherenditen zusätzlich Auftrieb, wie schon der am Vortag unerwartet deutlich gestiegene ISM-Index für den Dienstleistungssektor.

Broadcom überzeugt

Die Quartalsergebnisse des Halbleiter- und Softwareherstellers Broadcom sind besser als erwartet ausgefallen. Die Umsätze im Bereich Künstliche Intelligenz haben sich mehr als verdoppelt. Dazu fiel der Ausblick besser als von Analysten erwartet aus. Das dürfte die Stimmung für Halbleiteraktien generell weiter aufhellen, die allerdings am Vortag teils bereits deutlich zulegten. Für Broadcom geht es um 5,0 Prozent nach oben, wohingegen bei Nvidia, AMD Gewinne mitgenommen werden und die Kurse leicht nachgeben.

Morgan Stanley büßen knapp 3 Prozent ein. Die Bank baut laut dem Wall Street Journal rund 3 Prozent ihrer Belegschaft ab, entsprechend etwa 2.500 Mitarbeitern.

Die Ticketbörse Stubhub verzeichnete einen Quartalsverlust und einen Umsatzrückgang. Für die Aktie geht es um fast 14 Prozent nach unten. Cracker Barrel Old Country Store tendieren nach Anfangsgewinnen knapp behauptet, nachdem die Restaurantkette über erste Früchte ihrer Sanierungsbemühungen berichtete.

Okta verteuern sich um 11,2 Prozent. Der Experte für Identitätsmanagement und Sicherheit hat einen unerwartet guten Gewinn erzielt.

Trade Desk machen einen Satz um 17,6 Prozent. Hier treibt die Nachricht von "The Information" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass OpenAI Gespräche über den Ausbau seines Werbegeschäfts mit Trade Desk führt.

Veeva Systems gewinnen 2,6 Prozent, nachdem der Anbieter von Cloud-Lösungen für die Life-Sciences-Branche die Gewinn- und Umsatzerwartungen für das vierte Geschäftsquartal übertroffen hat. Veeva hatten in den vergangenen Wochen im Zuge des heftigen Ausverkaufs von Softwareaktien noch stark nachgegeben.

Kroger hat im vierten Geschäftsquartal einen höheren Gewinn und Umsatz verzeichnet. Für 2026 prognostiziert die Supermarktkette weiteres Wachstum, wenn auch mit einer langsameren Rate als im Vorjahr. Der Kurs gewinnt 3,7 Prozent.

INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

DJIA 47.850,30 -1,8 -889,11 48.739,41

S&P-500 6.804,50 -1,0 -65,00 6.869,50

NASDAQ Comp 22.648,35 -0,7 -159,13 22.807,48

NASDAQ 100 24.910,62 -0,7 -183,06 25.093,68

US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief

2 Jahre 3,59 +0,05 3,60 3,55

5 Jahre 3,73 +0,06 3,74 3,68

10 Jahre 4,14 +0,06 4,15 4,09

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:25 Uhr

EUR/USD 1,1580 -0,5 -0,0053 1,1633 1,1593

EUR/JPY 182,53 -0,1 -0,1600 182,69 182,9200

EUR/CHF 0,9057 -0,1 -0,0005 0,9062 0,9072

EUR/GBP 0,8691 -0,1 -0,0005 0,8696 0,8704

USD/JPY 157,61 +0,4 0,5800 157,03 157,7700

GBP/USD 1,332 -0,4 -0,0052 1,3372 1,3315

USD/CNY 6,8912 -0,1 -0,0057 6,8969 6,8996

USD/CNH 6,9138 +0,3 0,0213 6,8925 6,9232

AUS/USD 0,6994 -1,1 -0,0079 0,7073 0,7018

Bitcoin/USD 70.928,96 -3,3 -2.417,59 73.346,55 68.941,37

ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 79,50 +6,5 4,84 74,66

Brent/ICE 84,58 +3,9 3,18 81,40

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 5.080,20 -1,1 -55,12 5.135,32

Silber 82,01 -1,7 -1,40 83,41

Platin 2.136,89 -0,5 -11,61 2.148,50

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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(END) Dow Jones Newswires

March 05, 2026 12:37 ET (17:37 GMT)

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