Dow erstmals über 50.000 Punkten -- DAX geht fester ins Wochenende -- Amazon, PayPal, Rüstungsaktien, D-Wave, Super Micro, DroneShield, Bitcoin & Co., Novo Nordisk, Strategy, Reddit im Fokus
Analysten erhöhen Kursziele für Infineon. Debatte um staatliche Verträge mit Palantir. Stellantis-Aktie bricht nach schwachen Zahlen ein. Siemens und Stadler erhalten Großauftrag. Toyota mit Rekordquartal. Bechtle mit starkem Schlussquartal. Nordex sichert sich Großaufträge. VINCI übertrifft Erwartungen. Bayer-Medikament senkt Schlaganfall-Risiko. Deutsche Bank und DHL: Neue Zusammenarbeit.
Marktentwicklung
Der deutsche Leitindex tendierte zum Wochenschluss höher.
Der DAX startete die Sitzung etwas tiefer, rutschte dann zeitweise deutlicher auf rotes Terrain, notierte anschließend jedoch im Plus. Er verabschiedete sich 0,94 Prozent stärker bei 24.721,46 Zählern ins Wochenende.
Der TecDAX zeigte sich dagegen zu Beginn marginal stärker und fiel dann in die Verlustzone. Im Tagesverlauf schrumpfte das Minus jedoch zusammen, sodass zum Börsenschluss noch ein Rückgang von 0,23 Prozent auf 3.619,60 Stellen verzeichnet wurde.
Nach dem Versuch einer Bodenbildung im DAX seit Donnerstagnachmittag ließen sich am Freitag leicht steigende Kurse beobachten. Am Vortag war der DAX zeitweise bis auf knapp 24.272 Punkte gefallen, konnte sich anschließend jedoch knapp oberhalb seines bisherigen Jahrestiefs stabilisieren.
Im US-Handel macht nun vor allem der deutliche Kursverlust bei Amazon sichtbar, wie präsent die Sorgen rund um Künstliche Intelligenz bei Investoren weiterhin sind. Der Konzern plant, in diesem Jahr etwa 200 Milliarden US-Dollar unter anderem in KI, Halbleiter, Robotik und Satellitentechnik zu investieren. Damit übertrifft Amazon sogar die ohnehin enorme Investitionssumme der Google-Mutter Alphabet, die am Mittwoch bekannt gegeben worden war.
"Der KI-Investitions-Kater verwandelt sich gerade in eine wilde Flucht", sagte Stephen Innes von SPI Asset Management laut dpa-AFX. Die aktuelle Marktstimmung wirke wie das Gegenbild zur Euphorie des Jahres 2021. "Die Anleger wollen schnellere Ergebnisse sehen", ergänzte Jefferies-Analyst Brent Thill mit Blick auf Amazon. Neben der Frage, ob und wann sich die gewaltigen KI-Ausgaben rentieren, belastet viele Unternehmen zudem der zunehmende Wettbewerbsdruck im KI-Sektor.
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Die europäischen Börsen notierten im Freitagshandel stärker.
Der EURO STOXX 50 tendierte zur Eröffnung nahezu unbewegt und zeigte sich im Anschluss deutlich im Plus. Er ging 1,23 Prozent stärker bei 5.998,40 Einheiten aus der Woche.
Europas Börsen weiteten ihre Aufwärtsbewegung aus. Der bereits seit Tagen laufende Umschichtungsprozess weg von Technologie- und Softwarewerten setzte sich auch zum Wochenausklang fort. Marktbeobachter berichteten von zunehmenden Zuflüssen in konjunktursensible Bereiche wie Industrie, Rohstoffe und Banken. Diese Entwicklung werde nicht als kritisch bewertet, da sie für eine breitere Marktbasis sorge. Die zuletzt teils heftigen Verkäufe im Softwaresektor im Zusammenhang mit den möglichen Umwälzungen durch Künstliche Intelligenz haben sich zunächst beruhigt.
Am grundsätzlichen Umbruchpotenzial von KI für zahlreiche Unternehmen und Branchen bestehe laut DZ Bank kein Zweifel. "Allerdings ist dies mit Blick auf den technologischen Fortschritt eher die Regel als die Ausnahme. Auf längere Sicht überwiegen aus ökonomischer Sicht die Chancen die vorherrschenden Risiken. Und hiervon dürften auch die Aktienmärkte profitieren", hieß es dort.
Der Konjunkturkalender bot kaum Impulse. Der ursprünglich für diesen Handelstag erwartete US-Arbeitsmarktbericht wurde infolge eines kurzfristigen Regierungsstillstands auf den kommenden Mittwoch verschoben.
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Die US-Börsen begaben sich vor dem Wochenende auf Rekordfahrt.
Der Dow Jones war mit einem moderaten Gewinn gestartet und vergrößerte diesen anschließend deutlich. Schlussendlich ging er mit einem Kurssprung von 2,47 Prozent bei 50.115,67 Punkten aus der Sitzung.
Auch der NASDAQ Composite verbesserte sich nach einem freundlichen Start weiter und schloss letztlich 2,18 Prozent stärker bei 23.031,21 Zählern.
Nach dem jüngsten Kursrutsch bei Technologieaktien kam am Freitag an den US-Börsen die Risikobereitschaft schwungvoll zurück. Dies zeigte sich beim Dow Jones mit dem erstmaligen Sprung über die Marke von 50.000 Punkten.
Neuerdings versuchen die Anleger stärker potenzielle Gewinner und Verlierer des KI-Booms zu unterscheiden. Zudem hinterfragen sie immer häufiger milliardenschwere Investitionen in den neuen Megatrend. Die Standardwerte, die im Dow stärker abgebildet sind, standen daher in den vergangenen Tagen besser da als die in den USA so bedeutenden Technologiewerte.
Die wichtigsten Märkte in Fernost präsentierten sich am Freitag mehrheitlich im Minus.
In Tokio notierte der Nikkei 225 letztlich mit einem Aufschlag von 0,81 Prozent auf 54.253,68 Punkte.
Auf dem chinesischen Festland waren jedoch Verluste zu sehen: Der Shanghai Composite fiel um 0,25 Prozent auf 4.065,58 Zähler.
Der Hang Seng verlor unterdessen 1,21 Prozent auf 26.559,95 Zähler.
Die Abwärtsbewegung an der Wall Street griff auf die asiatischen Börsen über. In Tokio agierten Investoren im Vorfeld der Parlamentswahl am Sonntag vorsichtig, zusätzlich belastete ein deutlicher Rückgang bei Technologiewerten die Stimmung. Marktteilnehmer führten die Abschläge auf Befürchtungen zurück, dass neue KI-Anwendungen die Ertragsaussichten von Softwareunternehmen belasten könnten. Zusätzliche Unruhe brachte Amazon, nachdem die Aktie im nachbörslichen Handel um 11,5 Prozent einbrach. Der Konzern hatte für dieses Jahr eine Steigerung der Investitionen um mehr als 50 Prozent angekündigt.
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