Euro am Sonntag

LPKF Laser: Spannende Lasershow

09.09.15 09:30 Uhr

LPKF Laser: Spannende Lasershow | finanzen.net

Seit 2014 kämpft der Maschinenbauer LPKF Laser mit sinkenden Umsätzen, doch für 2016 scheint Besserung in Sicht. Die Firma stünde damit vor einem aussichtsreichen Turnaround.

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von Peer Leugermann, Euro am Sonntag

Der Absturz schien nicht enden zu wollen. Vom Höchststand um gut 20 Euro Ende 2013 hat sich der Kurs von LPKF Laser bis heute mehr als halbiert, begleitet von zwei Gewinnwarnungen und roten Zahlen im abgelaufenen Halbjahr.

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Doch inzwischen ist die Talfahrt gestoppt, seit zwei Monaten pendelt der Aktienkurs des Lasertechnikspezialisten zwischen sieben und neun Euro. Der Grund für die neue Stabilität dürfte in den deutlich gesenkten Erwartungen liegen. Für 2015 rechnet Firmenchef Ingo Bretthauer nur noch mit einem Umsatz zwischen 90 und 110 Millionen Euro. Da die Gewinnschwelle bei knapp 100 Millionen Euro liegt, wird es je nachdem, wo der Umsatz am Ende landet, rote oder schwarze Zahlen geben. "Weitere schlechte Nachrichten sind damit zwar nicht ausgeschlossen, doch weil selbst die gesenkte Vorhersage kein Selbstläufer ist, sind die Erwartungen der Investoren an 2015 bereits jetzt eher gering", fasst Oliver Pucker, Analyst beim Bankhaus Oddo Seydler, die Situation zusammen.

Kleine Antenne, große Bedeutung

Entscheidend für steigende Kurse werden damit die Aussichten für das kommende Jahr sein und ob die Aufträge für das wichtigste Produkt der Niedersachsen wieder anziehen. Denn die von 2010 bis 2013 stets zweistellig ge­stiegenen Umsätze verdankt LPKF besonders seiner LDS-Technologie. Mittels dieses speziellen Produktionsverfahrens können Antennen in Mobilfunk­geräten auf kleinstem Raum installiert werden. Ohne die Technik der Laser-Direktstrukturierung (LDS) wären zahlreiche Smartphones von heute keine elegant flachen Alleskönner, sondern deutlich klobigere Geräte.

Über die Jahre bauten die Antennenproduzenten daher immer größere LDS-Kapazitäten auf, bis fast jeder größere Smartphonezulieferer LPKF-Maschinen einsetzte. Infolge der entstandenen Überkapazitäten verlangsamte sich das Neugeschäft jedoch zusehends. Mit der Entscheidung von Samsung, für sein Galaxy S6 auf ein günstigeres Produktionsverfahren zu setzen, kam der Verkauf von LDS-Anlagen im vergangenen Jahr dann fast gänzlich zum Erliegen.

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Neben dem Umsatz trifft die Kauf­zurückhaltung vor allem den Gewinn. Während der Ertrag 2014 um vergleichsweise geringe acht Prozent auf 119,7 Millionen Euro fiel, brach der operative ­Gewinn mit 12,7 Millionen Euro um fast die Hälfte ein. "LPKF lebt vom LDS-Geschäft, die Maschinen sind das profitabelste Produkt des Unternehmens", erklärt Pucker die Bedeutung des Firmensegments.

Allerdings stellt die Firma aus Garbsen bei Hannover auch Maschinen her, die bei der Produktion von Leiterplatten, Solarzellen oder dem Schweißen von Plastik eingesetzt werden. Aber wegen der geringeren Marge gleicht selbst das Wachstum dieser Bereiche den Profitabilitätseinbruch nicht aus.

Optimistische Geschäftsführung

Doch LPKF-Chef Bretthauer glaubt, im nächsten Jahr wieder profitabel wachsen zu können. Für Zuversicht beim Firmenchef sorgen neue Produktstarts. Zudem müssten ab 2016 die ersten LDS-Maschinen erneuert werden. Zwar dürfte LPKF das Ersatzgeschäft nicht ausreichen, um an das frühere Umsatzwachstum anknüpfen zu können, doch zumindest ein weiteres Abrutschen von Umsatz und Ergebnis scheint unwahrscheinlich. Ein verbesserter Produktionsablauf soll zudem ­ermöglichen, mit LDS-Maschinen gefertigte Antennen um bis zu 30 Prozent günstiger herstellen zu können. Was LPKF ebenfalls in die Hände spielt: Das Verfahren kommt auch abseits von Smartphones immer mehr zum Einsatz, beispielsweise in der iWatch oder dem iMac von Apple.
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Extrem spannend werden die nächsten Wochen: Am 11. November will das Unternehmen konkretisieren, was die Entwicklungen für das kommende Jahr bedeuten. Und noch ein weiteres Ereignis sollten Anleger im Blick haben: Im Herbst will Samsung entscheiden, ob beim neuen Galaxy S7 auf LDS gesetzt wird. Wählen die Koreaner die Technik von LPKF, wäre das ein Nachfrageschub, der in den Wachstumserwartungen nicht enthalten ist. Dann könnten auch die Aktionäre zuversichtlicher ins nächste Jahr blicken.

Investor-Info

LPKF Laser
Noch zu viel Risiko

Weil LPKF selbst die bereits gesenkten Jahresziele als ambitioniert bezeichnet, droht für 2015 ein Verlust. Die Blicke der Börsianer richten sich aber bereits auf 2016. Für einen Kauf der Aktie ist es dennoch zu früh, da aktuell nicht abzusehen ist, ob die Firma ihre Wachstumshoffnung für 2016 wirklich wahr machen kann. Erst wenn handfeste Zeichen eines Turnarounds erkennbar werden, sollten risikobereite Anleger einsteigen. Ein heißer Titel für die Watchlist.

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Bildquellen: LPKF

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06.03.2013Samsung verkaufenJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
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