BASF-Aktie verliert: Hohe Kosten drücken auf BASF-Gewinn

Die Integration von Bayer-Geschäftsteilen und abflauende Geschäfte mit der Autoindustrie haben beim Chemiekonzern BASF im Sommer deutliche Spuren beim Gewinn hinterlassen.
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Zudem fielen höhere Kosten etwa für die Instandhaltung von Anlagen sowie deutlich gestiegene Ausgaben für Rohstoffe an. Auch der niedrige Wasserstand des Rheins hinterließ Spuren. "Über das gesamte dritte Quartal hat uns dies zu schaffen gemacht und zu Produktionseinschränkungen und höheren Transportkosten geführt", sagte Unternehmenschef Martin Brudermüller am Freitag.
Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn von Juli bis September sank im Jahresvergleich um 10 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, wie das DAX-Unternehmen in Ludwigshafen mitteilte. Analysten hatten hier etwas mehr erwartet. Der Kurs der BASF-Aktie gab im Nachmittagshandel um 2,24 Prozent nach. Zum Handelsende konnte sie das Minus jedoch etwas eindämmen: Die Papiere gingen 0,32 Prozent schwächer bei 66,45 Euro in den Feierabend. Seit ihrer zwischenzeitlichen Erholung im September bis auf knapp 82 Euro haben die BASF-Papiere nun schon mehr als 20 Prozent verloren. Am Freitag kosteten sie zeitweise 64,33 Euro und damit so wenig wie zuletzt im Sommer 2016. Analyst Markus Mayer von der Baader Bank monierte vor allem die schlechte Ergebnisqualität.
Auch Brudermüller zeigte sich mit der Geschäftsentwicklung und dem Aktienkurs unzufrieden und kündigte überraschend einen weiteren Umbau des Konzerns an. BASF stelle nun das Bauchemiegeschäft auf den Prüfstand. Dabei sei ein Zusammenschluss mit einem starken Partner, aber auch ein Verkauf denkbar. Zu einem Ergebnis will er 2019 kommen. 2017 erzielte das Geschäft mit rund 7000 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. Am 20. November wollen die Ludwigshafener bekanntgeben, mit welchen weiteren Maßnahmen sie sich besser positionieren wollen.
Derzeit ist bei BASF schon viel in Bewegung. Die Ludwigshafener übernahmen vom Rivalen Bayer Teile des Geschäfts mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut-Arten sowie den Digital-Farming-Bereich für insgesamt 7,6 Milliarden Euro. Die Leverkusener mussten diese im Zuge der Mega-Übernahme von Monsanto abgeben. Weiter will BASF seine Öl- und Gastochter Wintershall mit der früheren RWE-Sparte Dea verschmelzen und später an die Börse bringen. Daher geht bei BASF das Öl- und Gasgeschäft nicht mehr voll in die Konzernzahlen ein. Infolge dessen hatte das Unternehmen Ende September bereits die Jahresziele für 2018 angepasst.
Schwieriger gestaltet sich für BASF bislang die geplante, 1,6 Milliarden Euro schwere Übernahme des weltweiten Nylon-Geschäfts der belgischen Solvay-Gruppe. Die EU-Kommission fürchtet um den Wettbewerb und prüft den Kauf intensiver. Um den Zukauf genehmigt zu bekommen, sei BASF bereit, auf bestimmte Teile des Polyamidgeschäfts von Solvay in Europa zu verzichten, betonte Brudermüller. BASF erwartet eine Entscheidung der EU-Behörde Anfang 2019.
Zudem warnte der seit Mai amtierende BASF-Chef: "Die Herausforderungen im makroökonomischen Umfeld nehmen zu. Das lässt sich auch an unseren Ergebnissen ablesen." So sei die Entwicklung der Industrieproduktion vor allem wegen der Autobranche, des größten Kunden der BASF, hinter den Erwartungen des Managements zurückgeblieben. Zudem verlangsame sich das Wirtschaftswachstum in China aufgrund des Handelskonflikts mit den USA.
Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging im dritten Quartal um 14 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro zurück. Der Gewinnrückgang schließt keine Sparte aus, die bei BASF verbleibt.
Allein bei den Basischemikalien sank das Ergebnis um fast ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr. Hier machte sich unter anderem der deutlich höhere Ölpreis bemerkbar, der auf die Margen drückt. Im Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut rutschte BASF aufgrund der übernommenen Bayer-Geschäfte leicht in die Verlustzone.
Der Konzernumsatz erhöhte sich aufgrund der zugekauften Bayer-Geschäfte um acht Prozent auf 15,6 Milliarden Euro. Zudem profitierte das Unternehmen von höheren Verkaufspreisen sowie gestiegenen Mengen. Gegenwind gab es erneut von der Währungsseite, der Euro zehrte einen kleinen Teil des Zuwachses auf.
Seine wegen des Dea-Deals bereits Ende September angepassten Jahresziele bestätigte BASF. So soll das um Sondereinflüsse bereinigte Ebit leicht unter dem Vorjahreswert von 7,6 Milliarden Euro liegen. Die Sonderfaktoren nicht herausgerechnet, erwartet BASF einen deutlichen Ebit-Rückgang. Der Umsatz soll die 61,2 Milliarden Euro von 2017 leicht übertreffen.
Baader-Bank-Analyst Markus Mayer sieht die Prognose aber in Gefahr. Die Margen im Chemikalien-Geschäft seien bereits abgetaucht und dürften weiter sinken, schätzt der Experte. Während BASF-Chef Brudermüller auf eine Erholung am Automarkt in den nächsten Monaten hofft, geht Analyst Mayer eher von einer nachlassenden Nachfrage aus der Automobilindustrie aus.
/mne/stw/jha/
LUDWIGSHAFEN (dpa-AFX)
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