DAX aktuell

Zeitweise fast -6%: DAX-Crash - China wehrt sich gegen US-Zölle

04.04.25 21:40 Uhr

BÖRSE AKTUELL: Freitag an Börse Frankfurt - DAX verliert heute in Crash zeitweise mehr als 1.000 Punkte | finanzen.net

Der Kursrutsch infolge der US-Zollflut vom "Liberation Day" setzte sich am Freitag fort. Der Markt geriet durch Gegenmaßnahmen aus China weiter unter Druck.

Werte in diesem Artikel
Indizes

20.641,7 PKT -1.075,7 PKT -4,95%

38.314,9 PKT -2.231,1 PKT -5,50%

17.397,7 PKT -1.123,8 PKT -6,07%

5.074,1 PKT -322,4 PKT -5,97%

Zum Handelsstart verlor der DAX 0,80 Prozent auf 21.543,47 Punkte. Im weiteren Verlauf - und insbesondere am Mittag - ging es noch viel tiefer nach unten, so dass der deutsche Leitindex sogar weit unter die 21.000er-Marke rutschte und zeitweise ein Minus von rund 5,9 Prozent verbuchte (Tagestief: 20.437,37 Zähler). Im Anschluss zeigte sich das deutsche Börsenbarometer weiter tiefrot, konnte sich aber wieder etwas von seinem Tagestief erholen. Besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten fielen kaum ins Gewicht. Die Angst vor einem kräftigen Konjunkturknick infolge des von der US-Regierung losgetretenen Zollkrieges hielt den deutschen Aktienmarkt im Griff. Zuletzt verlor der DAX 4,95 Prozent auf 20.641,72 Punkte.

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Am 18. März hatte das Börsenbarometer mit Blick auf die Bundestagsabstimmung zum Finanzpaket bei 23.476,01 Zählern einen neuen Höchststand erreicht. Den 6. März hatte der Leitindex bei 23.419,48 Einheiten - mit einem neuen Allzeithoch auf Schlusskursbasis - beendet.

Börsengewitter an den US-Märkten

Auch in den USA herrschte nach den globalen, reziproken Zöllen des US-Präsidenten sogar gegen unbewohnte Inseln ein heftiges Börsengewitter. Der zuletzt etwas erholte Dow Jones Industrial stürzte auch am Freitag wieder ab.

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Besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktzahlen verpuffen

Dabei hat das US-Jobwachstum im März die Erwartungen übertroffen. Allerdings wurden die Zahlen für die beiden Vormonate nach unten revidiert. Wie das US-Arbeitsministerium berichtete, entstanden in der Privatwirtschaft und beim Staat im vergangenen Monat 228.000 zusätzliche Stellen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten nur einen Zuwachs um 140.000 erwartet. Die Angaben für Februar und Januar wurden kumuliert um 48.000 Jobs nach unten revidiert: Das Ministerium meldete für Februar nun ein Stellenplus von 117.000 (vorläufig: 151.000) und für Januar von 111.000 (vorläufig: 125.000).
Die separat erhobene Arbeitslosenquote stieg im März unterdessen auf 4,2 von 4,1 Prozent, während Ökonomen eine stabile Quote von 4,1 Prozent erwartet hatten. Für diese Statistik werden private Haushalte befragt, für die Beschäftigtenzahl hingegen Unternehmen und Behörden.

Wachstumsangst geht um

Lori Calvasina, die US-Chefstrategin der kanadischen Investmentbank RBC, spürt regelrechte Wachstumsangst an der Wall Street - so wie 2010, 2011, 2015-2016 und 2018. Ihr Kursziel bis Jahresende kappte sie für den marktbreiten S&P 500 bereits zum zweiten Mal - nun von 6.200 auf 5.550 Punkte. Aktuell liegt er bei rund 5.400 Punkten und würde es damit auf Jahressicht nicht einmal zurück ins Plus schaffen. Das bisherige Negativszenario ist nun Basis ihrer Annahmen, so Calvasina.

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China kündigt Gegenmaßnahmen an

China hat am Freitag Gegenzölle auf US-Importe in Höhe von 34 Prozent angekündigt. Das ist mehr, als die meisten Marktbeobachter erwartet hatten. Die Zölle sollen am 10. April in Kraft treten, wie die Zollkommission des chinesischen Staatsrats mitteilte. Zudem hat Peking elf amerikanische Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt und mit sofortiger Wirkung Ausfuhrkontrollen für mehrere Seltene Erden in die USA verhängt. Ebenso plant China, wegen der US-Zölle eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) einzureichen. Diese seien "Schikanen", die nicht "nicht im Einklang mit den internationalen Handelsregeln stehen und Chinas legitime Rechte sowie Interessen ernsthaft untergraben", heißt es in einer Stellungnahme.

Offen ist unverändert die Reaktion der EU auf die US-Zölle. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die US-Zölle in einer ersten Reaktion bedauert und die negativen Folgen für die Weltwirtschaft herausgestellt. "Sie scheint die Tür für Verhandlungen aber offenhalten zu wollen", so die Commerzbank.

Redaktion finanzen.net / dpa-AFX

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