Goldpreis: Markanter Rutsch unter die Marke von 5.000 Dollar

Der Goldpreis weitete im frühen Dienstagshandel seine Verluste aus, was auf nachlassende geopolitische Spannungen im Iran und in Russland sowie einen stärkeren Dollar zurückzuführen war.
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von Jörg Bernhard
US-Präsident Donald Trump erklärte am gestrigen Montag, er werde "indirekt" an Gesprächen zwischen dem Iran und den USA über Teherans Atomprogramm beteiligt sein, die am Dienstag in Genf stattfinden sollen. Er fügte hinzu, er glaube, dass Teheran an einer Einigung interessiert sei. Außerdem treffen sich Vertreter der Ukraine und Russlands am Dienstag und Mittwoch in Genf zu einer neuen Runde von durch die USA vermittelten Friedensgesprächen, bei denen es nach Angaben des Kreml voraussichtlich um territoriale Fragen gehen wird. Dies alles deutet darauf hin, dass sich das geopolitische Risiko eher abschwächt als verstärkt. Anleger warten nun auf das Protokoll der Fed-Sitzung vom Januar, das am morgigen Mittwoch veröffentlicht werden soll und neue Impulse für den Goldhandel liefern könnte. Aktuell zeigt das FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group eine Wahrscheinlichkeit von 52 Prozent an, dass wir bis Ende des Jahres mindestens drei Zinssenkungen um 25 Basispunkte sehen werden.
Am Dienstagmorgen präsentierte sich der Goldpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis 8.05 Uhr (MEZ) ermäßigte sich (gegenüber Freitag) der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (April) um 118,70 auf 4.927,60 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Geopolitik im Visier
Die Entspannungssignale von der "geopolitischen Nachrichtenfront" haben den Brent-Ölpreis etwas zurückfallen lassen. Viele Märkte sind am Dienstag aufgrund des Mondneujahrs geschlossen, darunter China, Hongkong, Taiwan, Südkorea und Singapur. Die Ölpreise dürften aufgrund der Unberechenbarkeit der politischen Entscheidungsträger im Iran und in den USA weiterhin volatil bleiben. In diesem Jahr kletterte der CBOE-Öl-Volatilitätsindex von 28 auf 42 Prozent p.a. Laut der Nachrichtenagentur Reuters tendieren die OPEC+-Staaten dazu, die Ölfördererhöhungen ab April wieder aufzunehmen. Man wolle sich auf die hohe Sommernachfrage vorbereiten und die Preise durch die Spannungen zwischen den USA und dem Iran beruhigen. Analysten von Citi gehen davon aus, dass sowohl eine Einigung mit dem Iran als auch eine Vereinbarung im Russland-Ukraine-Konflikt bis oder im Laufe dieses Sommers möglich sei, was zu einem Rückgang des Brent-Ölpreises auf 60 bis 62 Dollar führen könnte.
Am Dienstagmorgen präsentierte sich der Ölpreis mit uneinheitlichen Notierungen. Bis gegen 8.05 Uhr (MEZ) verteuerte sich der nächstfällige WTI-Future (gegenüber Freitag) um 0,43 auf 63,32 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,48 auf 68,17 Dollar zurückfiel.
Redaktion finanzen.net
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