Ausblick

UBS bleibt bullish: Warum die Goldpreis-Schwäche der Großbank zufolge eine Chance ist

14.04.26 21:35 Uhr

Rücksetzer beim Goldpreis: Warum die UBS Anlegern zum Einstieg rät | finanzen.net

Gold steht mächtig unter Druck - doch die UBS sieht darin kein Warnsignal. Im Gegenteil: Die Großbank rechnet weiter mit deutlich steigenden Preisen.

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• UBS bekräftigt trotz Rücksetzer ihre langfristig bullishe Gold-Prognose
• Kursziel: bis zu 5.000 US-Dollar je Unze in den kommenden Jahren
• Marktschwäche wird als Einstiegschance interpretiert

Rund zwölf Prozent Wertverlust in den vier Märzwochen: ein stärkerer US-Dollar und wieder aufkommende Inflationssorgen angesichts explodierender Ölpreise - das gelbe Edelmetall hatte zuletzt keinen leichten Stand.

Doch während sich einige Marktbeobachter inzwischen fragen, ob bei der beispiellosen Goldrally das Ende der Fahnenstange erreicht ist, überrascht die Schweizer Großbank UBS mit einer unerwarteten Prognose.

UBS: Marktschwäche Kaufgelegenheit statt Warnsignal

Wie Reuters berichtet, verzeichnete Gold im März den schlechtesten Monat seit 2008. Trotzdem bleibt die UBS gelassen: Die Großbank glaubt weiterhin an die langfristigen Aussichten und sieht den jüngsten Rücksetzer eher als Kaufgelegenheit als ein Warnsignal.

In einer Kundenmitteilung, auf die sich The Street bezieht, erklärte die UBS, der jüngste Rückgang ändere nichts am Gesamtbild. Trotzdem konstatierte die Großbank: "Das Risiko, dass Gold seinen Aufwärtstrend noch um einige Jahre fortsetzt, steigt." Das makroökonomische Umfeld spreche aber weiterhin für das glänzende Edelmetall.

Konkret untermauert die UBS ihre optimistische Haltung mit klaren Preiszielen: Für das Jahr 2026 erwartet die Bank einen durchschnittlichen Goldpreis von rund 5.000 US-Dollar je Unze. Auch in den Folgejahren soll das Niveau hoch bleiben - mit etwa 4.800 Dollar im Jahr 2027 und 4.250 Dollar im Jahr 2028.

Makro-Lage spricht weiter für Gold

Als zentrale Treiber nennt die UBS laut The Street vor allem das makroökonomische Umfeld. Sollten sich Anzeichen für eine Abschwächung der globalen Konjunktur mehren, könnten neue fiskal- oder geldpolitische Stimuli folgen - ein Szenario, das traditionell positiv für Gold ist.

Hinzu kommt: Sinkende Realzinsen und eine hohe Liquidität erhöhen die Attraktivität von nicht verzinslichen Anlagen wie Gold. In diesem Umfeld dürften Anleger verstärkt in sichere Häfen umschichten.

Auch strukturelle Faktoren bleiben intakt. Zentralbanken kaufen weiterhin Gold zur Diversifikation ihrer Reserven, während Zuflüsse in physisch hinterlegte ETFs anhalten. Zwar haben spekulative Marktteilnehmer zuletzt ihre Positionen reduziert, doch insgesamt deutet vieles eher auf eine Abkühlung der Stimmung als auf einen nachhaltigen Nachfrageeinbruch hin.

Kurzfristige Volatilität bleibt - langfristiger Trend intakt

Kurzfristig dürfte Gold dennoch volatil bleiben. Im April zeigte sich bereits ein uneinheitliches Bild: Auf eine schnelle Erholung zum Monatsstart folgten erneut Rückschläge.

Damit bleibt das Umfeld ein klassisches Spannungsfeld zwischen Nachfrage nach sicheren Häfen und Zinssorgen. Während geopolitische Risiken und Unsicherheiten den Goldpreis stützen, wirken steigende Renditen und ein fester Dollar belastend.

Langfristig jedoch bleibt die Stoßrichtung laut UBS klar: Rücksetzer sind aus Sicht der Bank keine Gefahr, sondern vielmehr Gelegenheiten zum Positionsaufbau. Oder anders formuliert: Die jüngste Schwäche könnte sich damit weniger als Trendbruch, sondern vielmehr als klassische Korrektur innerhalb eines intakten Bullenmarkts erweisen.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

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