Architektenhaus, Fertighaus oder Bauträger-Objekt - die passende Wahl für den jeweiligen Geldbeutel

Ein eigenes Haus zu bauen ist der Lebenstraum vieler Menschen - und das bereits seit Generationen. Auch wenn den eigenen Ideen und der Kreativität in vielen Fällen keine Grenzen gesetzt sind, sind diese spätestens beim verfügbaren Budget erreicht. Wie baut man also am günstigsten?
Das Architektenhaus als Königsweg?
Bei einem Architektenhaus entsteht der Entwurf individuell nach den Vorstellungen der Bauherren. Der Architekt übernimmt Planung, Koordination und Bauüberwachung - das erlaubt maximale Gestaltungsfreiheit, erfordert aber mehr Entscheidungen, Zeit und Abstimmung. Laut einem aktuellen Vergleichsbericht von haus.de führt die hohe Individualität häufig zu größerem Planungsaufwand und kann während der Bauphase zu unerwarteten Zusatzkosten führen. Die endgültige Kostensumme steht oft erst fest, wenn alle Gewerke vergeben und ausgeführt sind, was die Kalkulation erschwert. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass architektengeplante Häuser in der Regel die teuerste Bauform darstellen. Schlüsselfertige Fertighäuser bieten hingegen meist Festpreise und eine verlässlichere Kostenstruktur, auch wenn individuelle Anpassungen hier ebenfalls zu Mehrkosten führen können.
Das raten Experten
Es gibt Mittel und Wege, die Kosten für ein Architektenhaus zu senken. Der erste ansetzbare Hebel ist die Eigenleistung, bei der sehr viele Baukosten gespart werden können. Je höher der Anteil der Eigenleistung, desto weniger Kosten fallen für Handwerker und Bauarbeiten an und desto geringer fallen die Gesamtkosten aus. Ein weiterer Einsparpunkt ist die Größe: Bereits eine geringfügige Reduzierung der Wohnfläche kann sich deutlich in der Gesamtrechnung bemerkbar machen. Zudem können durch den Verzicht auf einen Keller oder einen ausgebauten Dachboden die Kosten gleich um mehrere tausend Euro reduziert werden, so financescout24.de. Grundsätzlich gilt: Je ausgefallener und spezieller die Wünsche und je größer das Haus ausfällt, desto höher fällt der Preis aus. Wer sich diesem Grundsatz bewusst ist, kann sich unter den richtigen Umständen auch bei einem begrenzten Budget den Traum von einem Architektenhaus verwirklichen.
Fertighaus - die geldbeutelfreundlichere Lösung?
Wer weitaus weniger Gestaltungsspielraum zugunsten einer preiswerteren Alternative in Kauf nehmen möchte, dem bietet sich die Möglichkeit des Kaufs eines Fertighauses. Hierbei handelt es sich um ein Haus, das aus vorgefertigten Bauteilen besteht und auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt werden muss. Auch die Pläne eines Fertighauses stammen üblicherweise aus der Feder eines Architekten, doch statt von den Bauinteressenten stammen die Anweisungen im Regelfall vom Anbieter, weshalb die Häuser überwiegend standardisiert sind. In sogenannten Musterhaussiedlungen können Interessenten eine Auswahl verschiedener Haustypen und Grundrisse begutachten und auf dieser Basis eine Entscheidung treffen.
Im Vergleich zu einem Architektenhaus schlägt hier ein geringerer Gestaltungsspielraum, aber auch eine weniger aufwändige sowie kürzere Bauzeit mit oftmals niedrigeren Kosten zu Buche. Auch hier lassen sich durch einen höheren Anteil an Eigenleistung, eine geringere Größe sowie den Verzicht auf einen Keller oder einen ausgebauten Dachboden erhebliche Kosten einsparen. Der Grundsatz, dass je spezieller die Wünsche und Pläne und je größer das Haus ausfällt, desto höher die Gesamtkosten werden, kann auch hier angewandt werden.
Bauträger-Objekt als "Rundum-Sorglos-Paket"
Bei Bauträgern handelt es sich um Unternehmen, die gewerbsmäßig große Grundflächen erwerben, beplanen, erschließen und bebauen, um in der Planungsphase die Objekte als Wohneinheiten an private Hauskäufer zu Festpreisen zu veräußern. Dabei bekommen Käufer in einer Art "All-in-one-Paket" alles Notwendige zu diesem Festpreis. Ein Bericht von haus.de bestätigt dieses Prinzip: Bauträger übernehmen sämtliche Formalitäten - von Genehmigungen über die Erschließung bis hin zur Beauftragung und Koordination aller Gewerke. Käufer erhalten damit tatsächlich ein Rundum-Paket, das hohe Planungssicherheit bietet, auch wenn der individuelle Gestaltungsspielraum gering bleibt. Zumal durch den gebündelten Kauf von Haus und Grund sämtliche Verantwortung dem Bauträger obliegt, während Käufer das Recht auf ein mangelfreies Objekt genießen.
Doch auch hier, ähnlich wie beim Fertighaus, ist der Gestaltungsspielraum für die kaufenden Parteien äußerst beschränkt und beläuft sich laut Immobilienscout24 oftmals lediglich auf die Farbe der Fliesen und die Auswahl des Bodenbelags.
Einzelfallbetrachtung bleibt der Schlüssel
Wie eingangs bereits erwähnt, besitzt jedes der vorgetragenen Modelle seine individuellen Vor- und Nachteile. Im Regelfall schlagen insbesondere bei Fertighäusern diverse Kostenvorteile zu Buche, doch auch bei individuell gefertigten Architektenhäusern oder im Gesamtpaket erworbenen Bauträger-Objekten können mit den richtigen Kniffen und den richtigen Methoden erhebliche Kosten eingespart werden. Dennoch ist im Zweifelsfall stets eine Einzelfallbetrachtung notwendig, um eine bestmögliche Entscheidung zu treffen.
Philipp Beißwanger / Redaktion finanzen.net
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