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Modell sieht langfristige Rendite des Bitcoin nahe null - Warum das ein Vorteil sein könnte

19.06.26 23:00 Uhr

Bitcoin mit Nullrendite statt Millionenkurs bis 2140? Warum die Kryptowährung trotzdem erfolgreich sein könnte | finanzen.net

Bitcoin könnte langfristig deutlich weniger Rendite abwerfen als viele Anleger erwarten. Ein bekanntes Bewertungsmodell sieht den fairen Wert der Kryptowährung bereits erreicht.

Werte in diesem Artikel
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55.622,5779 EUR 403,4262 EUR 0,73%

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0,0000 BTC -0,0000 BTC -0,76%

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0,0000 BTC -0,0000 BTC -0,73%

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0,0000 BTC -0,0000 BTC -0,67%

1,3222 USD 0,0024 USD 0,18%

0,0000 BTC -0,0000 BTC -2,91%

0,0062 USD -0,0000 USD -0,13%

0,0000 BTC -0,0000 BTC -0,73%

0,8082 CHF 0,0006 CHF 0,07%

0,8723 EUR 0,0008 EUR 0,09%

0,7564 GBP -0,0013 GBP -0,17%

161,5155 JPY 0,2050 JPY 0,13%

• Ein auf dem Metcalfeschen Gesetz basierendes Modell sieht Bitcoins Fair Value am aktuellen Preisniveau
• Das Modell ordnete vergangene Preisabweichungen wiederholt plausibel ein
• Ein stabiler Kurs macht Bitcoin alltagstauglicher als Zahlungsmittel

Das Metcalfesche Gesetz und sein Bitcoin-Bezug

Das Metcalfesche Gesetz besagt, dass der Wert eines Netzwerks proportional zum Quadrat seiner Mitgliederzahl wächst. Übertragen auf den Kryptomarkt bedeutet das: Je mehr Nodes aktive Wallets oder Adressen das Bitcoin-Netzwerk zählt, desto steiler steigt der faire Preis theoretisch an. Die Übertragung dieses Prinzips auf Bitcoin ist keine neue Idee: Timothy F. Peterson von Cane Island Alternative Advisors legte bereits 2018 im Fachjournal der CAIA Association eine quantitative Analyse vor, die zeigte, dass der mittel- bis langfristiger Preis des Bitcoins dem auf dem Metcalfeschen Gesetz basierenden Modell mit einem Bestimmtheitsmaß von über 80 Prozent folgt. Peterson bezeichnete Bitcoin damals als die erste weitverbreitete, transparente Anwendung eines Netzwerks, das mit der Anlage jedes einzelnen Wallets direkt monetarisiert wird.

Diesen Ansatz hat Claude Erb, ehemaliger Rohstoff-Portfoliomanager bei der TCW Group, aufgegriffen und weiterentwickelt, wie Finanzjournalist Mark Hulbert bei MarketWatch schreibt. Erb aktualisierte das Modell und publizierte im Juni 2026 auf der Social Science Research Network (SSRN) ein Forschungspapier unter dem Titel "Why Have Bitcoin's Average Returns Declined for Years?". Erb betonte dabei, dass das bisherige Preisverhalten des Bitcoins mit dem Modell konsistent sei, dies aber keine Bestätigung seiner Richtigkeit darstelle.

Rendite nahe null? Was das Modell konkret zeigt

Laut Hulbert liegt der Bitcoin-Preis aktuell fast exakt auf der vom Modell berechneten Fair-Value-Linie. In der Vergangenheit sei zudem auf jede Abweichung nach oben oder unten stets eine Rückkehr zu dieser Linie erfolgt, was die Prognosekraft des Modells stützt.

Zusätzlich zur Berechnung des fairen Wertes, sei das Modell aber auch hilfreich bei der Prognose der möglichen zukünftigen Rendite des Bitcoin. Entscheidend ist dabei die Wachstumsdynamik des Netzwerks. Da das Nutzerwachstum über Jahre abgeflacht ist, die Ausgabe neuer Coins durch das Protokoll streng begrenzt wird und es immer schwerer wird, neue Bitcoins zu schürfen, flache auch die Fair-Value-Kurve nach Hulberts Darstellung zunehmend ab. Konkret prognostiziere das Modell für den Bitcoin im Jahr 2140, wenn das Ausgabelimit von 21 Millionen Coins voraussichtlich erreicht wird, einen Preis von rund 120.000 Dollar. Das entspreche laut Hulbert einer annualisierten Rendite von 0,6 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs. Anschließend werde der Bitcoin-Preis laut dem Modell stagnieren.

Das 21-Millionen-Limit und sein Zeithorizont

Das Angebot an Bitcoin wird durch das Protokoll auf exakt 21 Millionen Einheiten begrenzt. Satoshi Nakamoto verankerte diesen Mechanismus im Bitcoin-Quellcode: Alle 210.000 Blöcke, etwa alle vier Jahre, halbiert sich die Blockbelohnung für Miner, bis die Belohnung gegen null geht. Bis Ende 2025 waren laut Baltex rund 19,8 Millionen Bitcoin im Umlauf, die verbleibenden rund 1,2 Millionen werden bis 2140 schrittweise freigesetzt. Für das Metcalfesche Gesetz hat dieser Mechanismus eine direkte Konsequenz: Wächst das Netzwerk nicht mehr ausreichend schnell, um die abflachende Neuausgabe zu kompensieren, verliert die Fair-Value-Kurve ihr Steigungspotenzial. Erb legte das im SSRN-Paper quantitativ dar, und Hulbert leitete daraus die Prognose einer annualisierten Rendite von unter einem Prozent ab.

Warum ein stabiler Kurs keine schlechte Nachricht wäre

Doch hier liegt der eigentlich unerwartete Teil des Arguments. Bitcoin wurde ursprünglich als dezentrales Zahlungsmittel konzipiert, das ohne Intermediäre auskommt. Starke Kursschwankungen stehen diesem Zweck strukturell entgegen: Wer Bitcoin als Zahlungsmittel einsetzt, aber ständig mit erheblichen Preisänderungen rechnen muss, wird es eher als Spekulationsobjekt halten als tatsächlich damit zu bezahlen. Hulbert vertritt daher die Einschätzung, dass ein preislich stabiler Bitcoin paradoxerweise einlösen könnte, was frühe Befürworter von Anfang an versprochen hatten: eine funktionsfähige, alltagstaugliche digitale Währung.

Grenzen des Modells

Das Metcalfesche Gesetz ist jedoch kein Konsens in der Finanzwissenschaft. Petersons Analyse aus dem Jahr 2018 weist selbst auf eine mögliche umgekehrte Kausalität hin: Steigende Bitcoin-Preise könnten es sein, die neue Nutzer anziehen, nicht umgekehrt. Auch Erb räumt dies ein. Das Modell liefere einen brauchbaren Denkrahmen, nicht aber eine gesicherte Wahrheit über Bitcoins Preisentwicklung.

Konkurrierende Prognosen, darunter solche mit Kurszielen von einer Million US-Dollar oder mehr, weisen laut Hulbert jedoch eine schlechtere empirische Erfolgsbilanz auf als das Modell nach dem Metcalfeschen Gesetz, das zumindest begründen könne, warum die Bitcoin-Renditen seit Jahren rückläufig seien. Und das Metcalfe-Modell habe zumindest den Vorzug, vergangene Preisabweichungen wiederholt korrekt eingeordnet zu haben.

Paul Schütte, Redaktion finanzen.net

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