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Brokerwechsel: So sparen Anleger mehr als 130 Euro im Jahr

Broker-Anwendung: Mit einem Brokerwechsel können Anleger teils dreistellige Beträge im Jahre sparen.
Bildquelle: Xavier Lorenzo / Shutterstock.com

Drei Euro hier, vier Euro da: Ordergebühren summieren sich auf über 130 Euro im Jahr. So senken Anleger ihre Depotkosten – einfach erklärt.

Mehr als 130 Euro im Jahr, freiwillig verschenkt: Das ist die Bilanz vieler Anleger, die ihren alten Broker einfach behalten. Der Wertpapierhandel ist bei vielen Anbietern längst gratis, trotzdem zahlen sie weiter – meist, ohne es zu merken, weil die Gebühren leise im Hintergrund abgebucht werden, Order für Order. Ein Depotwechsel beendet das in wenigen Minuten.

So viel kostet das klassische Modell

Klassische Direktbanken berechnen pro Wertpapierorder häufig einen Grundpreis von rund 4,95 Euro und nehmen zusätzlich 0,25 Prozent vom Kurswert. Bei sechs Orders à 3.500 Euro pro Jahr summiert sich das auf 82,20 Euro. Kommt ein ETF-Sparplan über 300 Euro monatlich hinzu, für den 1,5 Prozent der Rate fällig werden, sind es weitere rund 54 Euro. Unterm Strich also etwa 136 Euro jährlich – Börsenplatzentgelte noch nicht eingerechnet (siehe Tabelle unten).

Direktbank und Neobroker im Vergleich

Klassische Direktbank ☎️Neobroker 📱
Order (Beispiel 3.500 €)ca. 13,70 €0 bis 1 €
ETF-Sparplan (300 €/Monat)bis 4,50 € je Ausführungmeist kostenlos
Beispiel-Jahreskosten*ca. 136 €0 bis 6 €

*Sechs Einzelorders plus monatlicher Sparplan

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Von den großen Neobrokern verlangen manche einen Euro je Order oder bieten gegen eine monatliche Gebühr von wenigen Euro eine Flatrate an. Sparpläne sind bei allen wesentlichen Neobrokern in der Regel kostenlos. Die Ersparnis gegenüber dem Beispiel oben liegt damit schnell bei mehr als 100 Euro pro Jahr. Handeln Anleger überwiegend kleine Beträge, solltem sie allerdings prüfen, ab welcher Ordergröße ein Anbieter wirklich gebührenfrei ist – Mindermengenzuschläge können den Vorteil bei Kleinstorders teilweise aufzehren.

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Was „gratis“ wirklich bedeutet

Kostenlos heißt nicht in jedem Fall kostenfrei. Kosten können im Spread liegen – der Spanne zwischen An- und Verkaufskurs eines Wertpapiers. Vor allem bei marktengen Werten oder außerhalb der Haupthandelszeiten kann diese Differenz spürbar an der Rendite zehren. Ein Orderpreis von null Euro ist also nur die halbe Wahrheit: Wer regelmäßig größere Beträge oder weniger gehandelte Papiere kauft, sollte auch auf den Kurs achten, zu dem die Order tatsächlich ausgeführt wird.

Worauf Anleger beim Wechsel achten solltest

Günstige Konditionen gehen oft mit einem eingeschränkten Angebot einher: Nicht jeder Anbieter führt alle Fonds, manche binden den Handel an einen bestimmten Börsenplatz. Lassen Anleger Guthaben auf dem Verrechnungskonto liegen, lohnt zudem ein Blick auf die Verzinsung – sie schwankt stark und fehlt bei einzelnen Anbietern ganz. Die gute Nachricht: Ein Depotübertrag zu einem neuen Anbieter ist in der Regel steuerneutral, solange sich der wirtschaftliche Eigentümer der Papiere nicht ändert.

Fazit

Der Gratis-Handel bleibt für die meisten Privatanleger ein klarer Vorteil – die Ersparnis gegenüber einer klassischen Direktbank kann über 130 Euro im Jahr betragen. Entscheidend ist, nicht nur auf die Ordergebühr von null Euro zu schauen, sondern auch auf Spreads, das handelbare Angebot und die Verzinsung. Wer mit dieser Perspektive das eigene Depot durchrechnet, erkennt schnell, ob sich ein Wechsel lohnt. Der Aufwand hält sich in Grenzen: Ein Depotwechsel ist heute meist in wenigen Schritten erledigt, viele Anbieter übernehmen den Übertrag der Wertpapiere auf Wunsch komplett.

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