Vertiv-Aktie schlägt NVIDIA deutlich: Heimlicher Gewinner des KI-Booms steigt in den S&P 500 auf

Während vor allem Chipkonzerne im KI-Zeitalter viel Aufmerksamkeit erfahren, profitieren im Hintergrund Unternehmen, die die Infrastruktur der digitalen Welt bereitstellen. So auch Vertiv.
Werte in diesem Artikel
• Vertiv als Anbieter kritischer digitaler Infrastrukturen
• Partnerschaft mit NVIDIA im Rahmen des NVIDIA Partner Network
• Starke Kursentwicklung - weiterer Schub durch Aufnahme in S&P 500 voraus
Vertiv ist nach eigenen Angaben ein weltweit führender Anbieter von kritischer digitaler Infrastruktur, Energieversorgung und Kühllösungen für Rechenzentren, Kommunikationsnetzwerke sowie industrielle Umgebungen. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Zulieferer der globalen Datenökonomie entwickelt und profitiert besonders stark vom rasanten Wachstum bei künstlicher Intelligenz und Cloud-Computing. Somit steht das US-Unternehmen exemplarisch für eine Gruppe von Firmen, die im Schatten der großen Technologiekonzerne aus dem KI-Boom Kapital schlagen. Während Hersteller von KI-Chips meist die Schlagzeilen dominieren, stellen Anbieter von Infrastruktur die physische Umgebung bereit, auf der die Technologie überhaupt betrieben werden kann.
Infrastruktur für das Rückgrat der digitalen Wirtschaft
Vertiv liefert die technische Infrastruktur, die den stabilen Betrieb moderner Rechenzentren ermöglicht. Dazu gehören unterbrechungsfreie Stromversorgungssysteme (UPS), Energieverteilung, Kühlung, Rack-Infrastruktur und Softwarelösungen für das Monitoring kritischer Systeme. Diese Komponenten sind entscheidend, um die Leistungsanforderungen von Servern zu bewältigen. Durch die steigenden KI-Workloads hat sich die Bedeutung dieser Infrastruktur in den letzten Jahren noch weiter erhöht. Moderne GPU-Cluster benötigen erheblich mehr Strom und erzeugen deutlich mehr Abwärme als klassische Serverarchitekturen. Entsprechend wächst der Bedarf an hochspezialisierten Flüssigkeitskühlsystemen und Energieinfrastruktur - und Vertiv zählt hier zu den etablierten Anbietern.
Seit 2024 ist Vertiv nach eigenen Angaben auch Teil des NVIDIA Partner Network (NPN). In diesem Programm arbeiten Technologiepartner zusammen, um Lösungen rund um NVIDIA-Technologien zu entwickeln. Vertiv bringt dort seine Expertise im Bereich Stromversorgung und Kühlung für Hochleistungsrechner und GPU-Cluster ein. Ein zentraler Teil der Zusammenarbeit ist dabei die Co-Entwicklung von Referenzarchitekturen für KI-Rechenzentren. So hat Vertiv etwa gemeinsam mit NVIDIA eine komplette Infrastrukturarchitektur für die Rack-Scale-KI-Plattform GB200 NVL72 von NVIDIA entwickelt. Die Referenzdesigns umfassen Stromversorgung, Kühlung und Systemlayout für AI-Cluster mit sehr hoher Leistungsdichte und können von Hyperscalern oder Cloudbetreibern übernommen werden, um neue KI-Rechenzentren schneller aufzubauen.
KI-Boom als Wachstumsmotor
Große Technologieunternehmen investieren derzeit Milliardenbeträge in den Ausbau ihrer Infrastruktur, um Trainings- und Inferenzcluster für künstliche Intelligenz aufzubauen. Vertiv profitiert davon als Lieferant der benötigten Infrastruktur. Das spiegelt sich auch in der Geschäftsentwicklung des US-Unternehmens wider. So meldete Vertiv am 11. Februar 2026 für das vierte Quartal 2025 einen Gewinn je Aktie von 1,16 US-Dollar nach 0,39 US-Dollar im Vorjahreszeitraum und einen Umsatzanstieg um rund 22,7 Prozent auf 2,88 Milliarden US-Dollar. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende laut Unternehmensangaben bei 15 Milliarden US-Dollar und damit 109 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Der starke Auftragseingang deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach Data-Center-Infrastruktur weiterhin robust bleibt.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Vertiv ein organisches Umsatzwachstum von 27 Prozent bis 29 Prozent gegenüber 2025 sowie einen kräftigen Sprung beim verwässerten Gewinn je Aktie um rund 56 Prozent.
Rückenwind für Vertiv-Aktie durch Aufnahme in den S&P 500
Auch an der Börse steht Vertiv stark da: Seit Jahresbeginn hat die Vertiv-Aktie an der NYSE rund 66 Prozent an Wert gewonnen und schloss zuletzt bei 269,17 US-Dollar. In den letzten 12 Monaten verteuerte sich der Anteilsschein sogar um satte 201,86 Prozent. Damit schneidet die Vertiv-Aktie in den beiden Vergleichszeiträumen deutlich besser ab als KI-Platzhirsch NVIDIA, dessen Anteilsschein an der NASDAQ in den letzten 12 Monaten nur um 51,94 Prozent zulegte und seit Jahresbeginn sogar ein leichtes Minus von 4,26 Prozent einstecken musste (Stand: Schlusskurse vom 19. März 2026).
Und in Zukunft könnte es für die Vertiv-Aktie womöglich noch weiter nach oben gehen, denn das Papier wird am 23. März 2026 im Rahmen der quartalsweise stattfindenden Neugewichtung in den prestigeträchtigen US-Index S&P 500 aufgenommen. Diese Entscheidung spiegelt den massiven Bedeutungsgewinn physischer KI-Infrastruktur wider und dürfte Vertiv endgültig in die erste Liga des globalen Aktienmarktes katapultieren, was zu einer höheren Sichtbarkeit des Unternehmens bei institutionellen und privaten Investoren führen kann. Die Aufnahme in den S&P 500 könnte außerdem eine weitere Kaufwelle auslösen, da Anbieter von ETFs, die den Index physisch nachbilden, die Aktie somit automatisch kaufen müssen.
Analysten mit einstimmiger Kaufempfehlung für Vertiv
Die Analysten sind sich indessen in ihrer Bewertung von Vertiv recht einig: Alle der 14 bei "TipRanks" erfassten Experten empfehlen das Papier zum Kauf. Die Kursziele reichen dabei von 266 US-Dollar bis 305 US-Dollar, woraus sich ein mittleres Kursziel von 280,42 US-Dollar ergibt. Die Vertiv-Aktie ist somit auf ihrem aktuellen Niveau von 269,17 US-Dollar nahezu fair bewertet (Stand: Schlusskurs vom 19. März 2026).
Die Analysten von Oppenheimer, die ein Kursziel von 270 US-Dollar vergeben haben, begründen ihre Kaufempfehlung für die Vertiv-Aktie laut "barchart" unter anderem damit, dass das Unternehmen seinen Rekordauftragsbestand offenbar schneller in Umsätze umwandle als die Konkurrenz. Dabei liefere der Wandel von KI-Training zu KI-Inferenz langfristigen Rückenwind, da dies speziellere Lösungen für das Wärmemanagement erfordere, die Vertiv bieten könne. Die Experten lobten außerdem eine kürzlich erfolgte Emission von Unternehmensanleihen im Wert von 2,1 Milliarden US-Dollar sowie eine Kreditfazilität in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar als "Geniestreich", da dem Unternehmen so benötigtes Kapital für den Ausbau der Produktionskapazitäten zugeflossen sei, ohne dass die Bilanz belastet wurde.
Vertiv tritt aus dem Schatten ins Rampenlicht
Die überwiegend im Stillen verlaufene Erfolgsgeschichte von Vertiv zeigt, dass der KI-Boom weit über die bekannten Chipentwickler hinausreicht. Während Unternehmen wie NVIDIA die Rechenleistung liefern, braucht es im Hintergrund eine leistungsfähige Infrastruktur aus Stromversorgung, Kühlung und Rechenzentrumsarchitektur, damit diese Systeme überhaupt betrieben werden können. Sollte die globale Investitionswelle in KI-Rechenzentren weiter anhalten, dürfte auch die Nachfrage nach entsprechender Infrastruktur hoch bleiben. Für Vertiv eröffnet sich damit die Chance, dauerhaft zu den zentralen Profiteuren der KI-Expansion zu zählen - auch wenn das Unternehmen bislang selbst deutlich weniger im Rampenlicht steht als viele der großen Technologiekonzerne. Aber auch das könnte sich mit der Aufnahme in den S&P 500 in naher Zukunft womöglich ändern.
Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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