Solarbranche

Neue Hoffnung in der Solarindustrie

12.01.10 12:58 Uhr

Auch wenn Solaraktien heute schwächer notieren: Nach dem Krisenjahr 2009 erwartet die Solarbranche weltweit wieder ein kräftiges Wachstum.

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von Jörg Bernhard, Euro am Sonntag

Wenn sich diesen Mittwoch das Bundesumweltministerium mit Vertretern der Solarindustrie sowie Verbraucherverbänden trifft, um über die künftige Förderung der Solarenergie zu sprechen, könnte es etwas hitzig werden. Denn es geht um Milliardensummen.

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Während die Interessenvertreter der Stromkunden für eine deutliche Senkung der Subventionen plädieren werden, um den Aufwärtsdrang des Strompreises zu begrenzen, wird die Solarindustrie vor allem um eines bemüht sein: Schadensbegrenzung. Weil die Preise für Solarzellen und Fotovoltaiksolaranlagen im vergangenen Jahr massiv eingebrochen sind, herrscht nach Ansicht vieler Experten für diese Branche eine Überförderung, die es zu korrigieren gilt.

Im Vorfeld des Treffens schlug die Solarindustrie vor, die für Ende 2010 vorgesehene Reduzierung des garantierten Abnahmepreises um sechs Monate vorzuziehen. Dies würde den Stromkunden früher als bislang geplant entlasten. Den Verbraucherverbänden und dem Bundes­umweltminister Norbert Röttgen wird das aber möglicherweise nicht weit genug gehen.

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Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht auch vor, dass die Mehrkosten für den durch Sonnenkraft erzeugten Strom auf alle Stromkunden umgelegt werden. Weil Solarstrom mittlerweile deutlich günstiger als vor einem Jahr hergestellt werden kann, führte dies aufgrund der staatlich garantierten Abnahmepreise zu unnötig hohen Stromtarifen – und zu überdurchschnittlich hohen Renditen bei den Solarpark­betreibern. Dadurch wurden nach Ansicht vieler Fachleute andere umweltfreundliche Energiequellen trotz niedrigerer Herstellungskosten unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten klar benachteiligt.

Seit dem 1. Januar liegen die garantierten Abnahmepreise pro Kilowattstunde in Abhängigkeit von der jeweiligen Kraftwerksleistung für Strom aus Wasserkraft bei bis zu 12,67 Cent, bei Biogas können die Betreiber mit maximal 8,87 Cent kalkulieren, Biomasse bietet eine Garan­tie von in der Spitze 11,55 Cent, Geo­thermie kann mit bis zu 15,84 Cent vermarktet werden, und Windenergie (offshore) bringt maximal 13 Cent pro Kilowattstunde, die ins öffentliche Netz eingespeist wird.

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Bei fotovoltaischen Freiflächenanlagen liegen die Garantiepreise seit dem Jahreswechsel hingegen bei 28,43 Cent, während bei auf Gebäuden installierten Solaranlagen pro Kilowattstunde sogar bis zu 39,14 Cent erlöst werden können.

Dennoch war das Jahr 2009 für die Solarbranche ein Krisenjahr. Denn fast die gesamte Industrie litt unter dem Geschäftseinbruch in ­Spanien, der Kreditklemme bei Projektfinanzierungen und den angekündigten Subventionskürzungen durch die schwarz-gelbe Bundes­regierung. Trotzdem gab es hinsichtlich der Aktienperformance erhebliche Unter­schiede. So liefen die Anteilsscheine der großen Solarzulieferer, die zum Teil komplette Produktionsanlagen schlüsselfertig liefern, (nach zuvor herben Kursverlusten) ausgesprochen erfreulich.

Während die Aktien von Q-Cells (-54,9 Prozent), Conergy (-34) und Solarworld (+1,5) 2009 eindeutig auf der Schattenseite standen, etablierten sich die TecDAX-Werte aus der Zulieferbranche wie zum Beispiel Manz Automation (+59,3 Prozent), Roth & Rau (+102,8), Centrotherm Photovoltaics (+111) und SMA Solar (+148,7) deutlich.

Doch wie sieht es nun 2010 aus? Geht es nach den Berechnungen des in der Fotovoltaikbranche führenden Bonner Marktforschungsunternehmens EuPD Research, steht die Branche vor einer strahlenden Zukunft. Während für 2009 bei neu installierten Fotovoltaikanlagen weltweit ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um über acht Prozent auf 5,8 Gigawattpeak (GWp) erwartet wird, dürfte im laufenden Jahr das Wachstum wieder signifikant anziehen. EuPD Research rechnet 2010 mit Neuinstallationen im Umfang von 7,6 GWp, was einer Wachstumsrate von fast 31 Prozent entspräche.

An diesem Boom wird nach Ansicht der Marktforscher eine Region allerdings nur unterproportional partizipieren: Europa. Der mit Abstand größte Fotovoltaikmarkt soll um „lediglich“ 17 Prozent auf 3,5 GWp zulegen, während für die USA und Asien markant höhere Zuwächse in Höhe von 64,5 Prozent auf 1,0 GWp oder 52,9 Prozent auf 1,8 GWp prog­nostiziert werden. Besonders interes­sant: Für das Jahr 2012 stellt EuPD Research sogar in Aussicht, dass die Neuinstallationen mit 12,6 GWp das 2009er-Niveau um mehr als das Doppelte übertreffen werden.

Angesichts solch positiver Aussichten blicken auch die Manager von Solarzulieferfirmen überwiegend optimistisch drein. Zumal sie selbst das schwierige Jahr 2009 ganz gut überstanden haben. Rote Zahlen werden für das abgelaufene Geschäftsjahr lediglich bei Manz Automation erwartet, einem führenden Anbieter von Systemlösungen für die Fotovoltaik- und LCD-Industrie. Analysten erwarten hier im Schnitt einen Verlust von 1,73 Euro pro Aktie. Für 2010 rechnen sie allerdings schon wieder mit 1,16 Euro Gewinn je Aktie. SMA Solar Technology könnte sogar das Kunststück gelingen, im Krisenjahr 2009 ein markantes Gewinnplus im zweistelligen Prozentbereich zu erzielen.

Die große Frage lautet nun: Entwickeln sich in der Solarbranche die Zulieferer im Jahr 2010 ein weiteres Mal besser als die „reinen“ Solarwerte? Eine wichtige Rolle dürften Anlagenbauer wie Centrotherm Photovoltaics und Roth & Rau spielen.

Oliver. M. Albrecht, Finanzvorstand von Centrotherm, sagt: „Ich sehe sowohl bei den reinen Solarwerten als auch bei den Zulieferern einzelne Unternehmen herausragen, die aufgrund ihrer starken Marktposition und Vertriebsstärke, Technologieführerschaft oder vertikalen Integration überdurchschnittliche Wachstumsraten erzielen werden.“ Dennoch sieht er die Zulieferer generell besser aufgestellt, weil sie über einen sehr hohen Exportanteil, insbesondere in den asiatischen Markt, verfügen. In der Tat haben Firmen wie Centrotherm einen Exportanteil von teilweise mehr als 90 Prozent.

Carsten Bovenschen, Finanzchef von Roth & Rau, betont, dass die Zulieferer keine Massenprodukte herstellen würden, sondern Technologie und Know-how anbieten. So geht er davon aus, dass „2010 ein richtungweisendes Jahr wird, insbesondere für die Zulieferer“. Mit Massenproduktion könne man in Zukunft keine Gewinne mehr erzielen, die ein Unternehmen in die Lage versetzen, massiv in die Forschung und Entwicklung neuer Konzepte und effi­zienterer Solarzellen zu investieren. „Diese Rolle fällt den Herstellern von Produktionsequipment und deren weltweiten Kooperationen mit Universitäten zu“, meint Bovenschen.

Das Hauptziel für die gesamte Solarbranche besteht darin, solaren Strom wettbewerbsfähig und staat­liche Subventionen somit überflüssig zu machen. Und das geht nur über ständig steigende Effizienz und Kostensenkungen. Ein Thema, für das vor allem die Zulieferer verantwortlich sind.

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Roth & Rau Viel Qualität

Roth & Rau gilt in einigen seiner Geschäftsbereiche (Beschichtungs- und Produktionsanlagen) als weltweiter Marktführer. 90 Prozent der Umsätze werden in der Fotovoltaikbranche erzielt. Wie bei allen anderen Zulieferern auch sind die meisten Analysten skeptisch. Grund: der noch immer schwache Auftragseingang. Das stimmt zwar, ist aber wohl zu kurz gedacht. Langfristig ist die Aktie ein klarer Kauf. Erstes Kursziel: 40 Euro.

Centrotherm Viel Erfahrung

Der Anbieter schlüsselfertiger Produktionsanlagen für kristalline Solarzellen, Dünnschichtmodule und Solar­silizium agiert bereits seit 30 Jahren in der Solarbranche. Dank des hohen Exportanteils und seiner starken Position im asiatischen Markt ist man in den besonders wachstumsträchtigen Solarmärkten mit von der Partie. Mit einem KGV (2010) von rund 20 ist die Aktie nicht zu teuer, sie hat weiterhin Potenzial.

SMA Solar Viel Positives

SMA Solar hat sich auf den Bau von Solarwechselrichtern und Überwachungssystemen für Fotovoltaikanlagen spezialisiert. Diese Komponenten sind für den Wirkungsgrad und die Effizienz von Fotovoltaikanlagen von entscheidender Bedeutung. 2009 erhöhte die Firma zweimal ihre Prognosen. Die Firma produziert auf Hochtouren und baut die Kapazitäten aus. Als spezieller Nischenanbieter top positioniert.

Manz Automation Viel Unsicherheit

Für den Anbieter für Automatisierungslösungen war 2009 sehr schwierig. Massive Auftragseinbrüche sorgten für Verluste. 2010 werden wieder Gewinne erwartet, doch die Aktie ist im Vergleich zur Konkurrenz relativ teuer. Zudem ist Manz auch in der LCD-Branche unterwegs. Die Aktie hat bei positiven Überraschungen einen großen Hebel, aber auch höhere Risiken.

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